Stärkung der Digitalen Souveränität Deutschlands digitale Unabhängigkeit: Zwischen Herausforderung und Chance

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Die digitale Infrastruktur in Deutschland steht unter Druck, viele Unternehmen laufen Gefahr, durch die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern Kontrolle und Sicherheit einzubüßen. Wie steht es um die Digitale Souveränität in deutschen Organisationen?

Der Schlüssel zur digitalen Souveränität liegt in europäischen IT-Infrastrukturen.(Bild: ©  www.freund-foto.de - stock.adobe.com)
Der Schlüssel zur digitalen Souveränität liegt in europäischen IT-Infrastrukturen.
(Bild: © www.freund-foto.de - stock.adobe.com)

Die Digitale Souveränität deutscher Unternehmen und Organisationen steht auf dem Prüfstand. Die wachsenden Anforderungen an die digitale Infrastruktur führen dazu, dass Unternehmen, die sich ausschließlich auf nicht-europäische Anbieter verlassen, Gefahr laufen, die Kontrolle, Flexibilität und Sicherheit ihrer IT-Systeme zu verlieren. Diese Abhängigkeit von großen Tech-Konzernen ist riskant und kann unter bestimmten Umständen wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen.

Eine tiefgehende Analyse dieser Problematik liefert die Studie „Deutschlands digitaler Aufbruch - Analyse und Cloud-Strategien für mehr Digitale Souveränität in Deutschland“. In Auftrag gegeben vom Cloud-Provider Stackit und durchgeführt durch das Handelsblatt Research Institute (HRI), untersucht diese Studie die Digitale Souveränität deutscher Organisationen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen, um diese zu verbessern.

Zentrale Studienergebnisse:

  • Digitale Souveränität gewinnt immer mehr an Bedeutung.
  • Das Bewusstsein für die große Bedeutung der digitalen Souveränität ist im privaten und öffentlichen Sektor weit verbreitet.
  • Die Unternehmen und Organisationen haben zum Teil bereits passende Maßnahmen ergriffen.
  • Nach der eigenen Selbsteinschätzung sieht sich der Großteil der Unternehmen und Organisationen im Hinblick auf die Digitale Souveränität gut aufgestellt.
  • Jedoch zeigen sich wesentliche Defizite bei relevanten Faktoren, die darauf schließen lassen, dass dem nicht so ist: Unternehmen und Organisationen weisen weiterhin eine größere Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern – insbesondere im Cloud-Bereich – auf.
  • Open Source ist wenig im Fokus.
  • Unternehmen und Organisationen schätzen ihre Digitale Souveränität selbst höher ein, als sie ist. Diese Selbstüberschätzung birgt nicht unerhebliche Risiken.
  • Unternehmen sind gefordert, aktiv die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, die gezielt ihre Digitale Souveränität fördern.
  • Grundsätzlich ist der private Sektor bei der digitalen Souveränität weiter als der öffentliche Sektor.
  • Ziel muss aber sein, eine hohe Souveränität in allen Bereichen zu erreichen. Unternehmen erhalten hier eine Reihe sinnvoller Strategie und Maßnahmen.

Digitale Souveränität verstehen

Aus Sicht von Bernd Wagner, Bereichsvorstand Sales bei Schwarz Digits und CEO von Stackit, gehe Digitale Souveränität weit über den geographischen Standort der Datenverarbeitung hinaus. Sie umfasse drei wesentliche Aspekte: die Unabhängigkeit von großen Tech-Riesen durch den Einsatz von Open-Source-Software, den Ausschluss der Anwendung von außereuropäischem Recht und die wirtschaftliche Eigenständigkeit des Betreibers. Nur dieses Dreigestirn – welches von Stackit aktiv verfolgt wird – garantiere Unternehmen die volle Kontrolle über ihre gesamte digitale Wertschöpfungskette.

Die Studie zeigt deutlich, dass der Weg zu digitaler Unabhängigkeit bei der Cloud-Infrastruktur beginnt. Der Bedarf an Handlung ist hier am dringendsten, da der Wechselaufwand geringer ist als bei Änderungen von Soft- und Hardware. Dennoch bleibt der Umstieg auf souveräne Lösungen die Ausnahme, während viele Organisationen in einem „goldenen Käfig“ verharren. Besonders im öffentlichen Sektor, wo mit sensiblen Daten gearbeitet wird, schneidet die Digitalisierung in puncto Souveränität schlecht ab. Gerade dieser Bereich könnte jedoch durch den Einsatz europäischer Cloud-Lösungen als Vorbild für digitale Eigenständigkeit dienen, wie Christin Kiessling, Geschäftsführerin von Stackit-Go2Market, anmerkt.

Die Erkenntnisse dieser Studie könnten als Weckruf dienen, der Unternehmen auffordert, digital souveräner zu werden und dabei die europäische Digitallandschaft aktiv zu stärken. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sollten Unternehmen ihre Strategien überdenken und gezielt auf europäische Lösungen setzen, um ihre Digitale Souveränität sicherzustellen.

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