Einschätzung von Gartner Der Aufstieg der KI-Ingenieure in der Software-Entwicklung

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

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Was Fortbildung angeht, tun sich für Dienstleister große Umsatzpotenziale auf und zwar im Segment der generativen KI (GenAI), die derzeit die Arbeitsweise der IT-Berufsbilder geradezu umpflügt. Insbesondere bei der Software-Entwicklung stehen Umbrüche an.

Das Schulungspotenzial im Software-Umfeld in Sachen KI ist enorm.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Das Schulungspotenzial im Software-Umfeld in Sachen KI ist enorm.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Laut einer aktuellen Einschätzung der Marktforscher von Gartner wird sich bis 2027 das Berufsbild von Softwareentwicklern und IT-Fachkräften grundlegend verändert haben. So prognostiziert man bei Gartner, dass rund 80 Prozent des technischen Personals in der IT eine Weiterbildung durchlaufen müssen, um den neuen Anforderungen in der KI-Ära gerecht zu werden.

Mehr oder weniger Jobs durch KI?

„Kühne Behauptungen über die Fähigkeiten von KI haben zu Spekulationen geführt, dass KI die Nachfrage nach menschlichen Ingenieuren verringern oder sie sogar ganz ersetzen könnte“, sagt Philip Walsh, Senior Principal Analyst bei Gartner. Doch oftmals kommt es anders als allgemein angekommen: „Während KI die zukünftige Rolle von Software-Ingenieuren verändern wird, werden menschliches Fachwissen und Kreativität immer unerlässlich sein, um komplexe, innovative Software zu entwickeln“.

Kurzfristig: Moderate Produktivitätsgewinne

In der nahen Zukunft wird KI vor allem eine moderate Verbesserung der Produktivität bringen, heißt es seitens Gartner. Besonders erfahrene Entwickler in Unternehmen mit etablierten Entwicklungsverfahren werden von KI-Tools profitieren, die ihre bestehenden Arbeitsmuster ergänzen. Die wesentlichen Aufgaben der Entwickler bleiben jedoch zunächst weitgehend unverändert.

Mittelfristig: KI-Agenten verändern die Spielregeln

Ab einem gewissen Punkt jedoch – und hier setzt Gartner den Ausblick „mittelfristig“ an – werden sogenannte KI-Agenten zunehmend Einfluss auf die Arbeitsabläufe der Entwickler nehmen. KI-Agenten könnten es Entwicklern ermöglichen, viele Aufgaben vollständig zu automatisieren oder an KI-Systeme auszulagern. Diese Verschiebung markiert das Aufkommen des sogenannten „KI-nativen Software-Engineerings“, bei dem der Großteil des Codes nicht mehr von Menschen, sondern von KI geschrieben wird.

„KI-first“-Mentalität gefordert

Entwickler werden eine „KI-first“-Mentalität annehmen müssen, bei der sie vor allem lernen, wie sie KI-Agenten präzise auf die relevanten Kontexte und Aufgaben hin steuern. Fähigkeiten im Bereich des natürlichsprachlichen Prompt-Engineerings und Retrieval-Augmented-Generating (RAG) werden unerlässlich, um KI-Agenten optimal einzusetzen.

Langfristig: Aufstieg der KI-Ingenieure

Langfristig bedeutet der technologische Fortschritt nicht weniger, sondern mehr Arbeit für spezialisierte Fachkräfte. Die Nachfrage nach KI-gestützter Software wird weiter steigen, ist man bei Gartner überzeugt, und Unternehmen benötigen eine neue Art von Software-Experten: den KI-Ingenieur. Gartner schätzt, dass bis 2027 der Bedarf an diesen hybriden Experten aus Softwareentwicklung, Data Science und maschinellem Lernen (ML) rapide ansteigen wird.

Nötige Investments

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen Unternehmen nicht nur ihre Entwickler weiterbilden, sondern auch gezielt in KI-Entwicklerplattformen investieren. Diese Plattformen werden entscheidend sein, um KI-Funktionen effizienter zu entwickeln und in großem Maßstab in Unternehmenslösungen zu integrieren. Eine besondere Herausforderung besteht darin, Data-Engineering- und Platform-Engineering-Teams für die Einführung neuer Tools und Prozesse zu schulen, die eine kontinuierliche Integration und Entwicklung von KI-Komponenten ermöglichen.

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