Weltweite Umfrage von Cisco Die Deutschen sind datenschutzfaul

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Im weltweiten Vergleich kennen sich die Deutschen hinsichtlich des geltenden Datenschutzrechts schlechter aus. Auch bemühen sie sich weniger, ihre Privatsphäre zu schützen. Das gilt vor allem für ältere Generationen.

Im weltweiten Vergleich sind die Deutschen nachlässiger, wenn es um Maßnahmen für ihre digitale Privatsphäre geht.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Im weltweiten Vergleich sind die Deutschen nachlässiger, wenn es um Maßnahmen für ihre digitale Privatsphäre geht.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Auf Datenschutzgesetze wird weltweit positiv reagiert(Bild:  Cisco)
Auf Datenschutzgesetze wird weltweit positiv reagiert
(Bild: Cisco)

In der Studie „Cisco Consumer Privacy Survey 2024“ befragt der Netzwerkspezialist jährlich Verbraucher zum Thema Datenschutz. In diesem Jahr nahmen 2.600 Personen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Australien, Brasilien, China, Indien, Japan, Mexiko und den USA teil. Vor allem für die deutschen Verbraucher hat der Datenschutz einen hohen Stellenwert. Fast zwei Drittel erkennen positive Auswirkungen durch Datenschutzgesetze (61 %) und kaufen nichts von Unternehmen, denen sie beim Datenschutz misstrauen (66 %). 78 Prozent der Deutschen befürworten ähnliche Vorschriften in anderen Ländern und Regionen, um einen grundlegenden Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten. Und nur vier Prozent sehen negative Auswirkungen des Datenschutzes.

Jüngere schützen ihre Privatsphäre stärker

In diesem Jahr gaben in Deutschland 48 Prozent an, die Datenschutzgesetze hierzulande zu kennen. Wer die Datenschutzgesetze kennt, ist laut Cisco viel eher der Meinung, dass die eigenen Daten geschützt sind. 69 Prozent der über Datenschutz Informierten glauben, dass die Gesetze ihre Daten schützen.

Vor allem der jüngeren Generation ist ihre Privatsphäre wichtig: Rund die Hälfte der Verbraucher im Alter von 25 bis 34 Jahren haben dem Report zufolge den Anbieter eines Produktes gewechselt, aufgrund von Datenrichtlinien oder der Nutzung von Informationen. Von den mindestens 75-Jährigen hat nur jeder Fünfte deswegen den Anbieter gewechselt. Insgesamt würden allerdings nur 68 Prozent etwas für ihren eigenen Datenschutz unternehmen. Zum Vergleich: In Europa gaben dies 73 Prozent an und weltweit 83 Prozent. Und lediglich 21 Prozent der Deutschen haben tatsächlich schon im Sinne ihrer Privatsphäre gehandelt. In Europa 40 Prozent und weltweit 51 Prozent.

Außerdem zeigt der Cisco-Report, dass Verbraucher immer öfter von ihrem Recht auf Zugang, Berichtigung, Löschung oder Übermittlung ihrer personenbezogenen Daten (Data Subject Access Requests, DSARs) Gebrauch machen. Von 2022 bis 2024 stieg der Anteil weltweit von 24 auf 36 Prozent, in Europa sogar von 20 auf 38 Prozent, in Deutschland aber nur von 18 auf 26 Prozent. Auch hier sind die jüngeren Verbraucher führend: 51 Prozent der 18- bis 24-jährigen machen weltweit von DSARs Gebrauch. Im Vergleich zu nur 16 Prozent der mindestens 65-jährigen.

KI ist Datenschutzthema

Zudem ist ein wichtiges Thema beim Datenschutz der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Nur neun Prozent der Deutschen nutzen KI im Alltag, in Europa 24 Prozent. Weltweit hat sich der regelmäßige Einsatz von generativer KI (GenAI) im Vergleich zum Vorjahr von 12 auf 23 Prozent fast verdoppelt. Die Deutschen hinken aber nicht nur bei der Nutzung, sondern vor allem beim Know-how über GenAI hinterher. So wissen 68 Prozent nicht, ob sie diese Technologie einsetzen. In Europa sind es nur 45 Prozent, weltweit 44 Prozent. Insgesamt glauben in Deutschland 54 Prozent, dass KI ihr Leben verbessern kann. In Europa sind es 52 Prozent und weltweit 63 Prozent.

In Deutschland sagen 48 Prozent der Verbraucher, dass sie sich aufgrund der Datenschutzgesetze bei der Eingabe persönlicher Daten in KI-Tools wohler fühlen. Und dedizierte KI-Gesetze würden das Vertrauen von 60 Prozent der deutschen Befragten weiter stärken. Weltweit sind 78 Prozent der Befragten der Meinung, dass es in der Verantwortung der Unternehmen liegt, KI auf ethische Weise zu nutzen.

Deutsche sind nachlässig bei Security-Maßnahmen

Die meisten Verbraucher setzen laut Cisco Security Suites ein, um ihre Daten zu schützen. In den 12 Monaten vor Durchführung der Umfrage haben europa- und weltweit jeweils 67 Prozent ihre Datenschutzeinstellungen in Apps oder Plattformen überprüft oder aktualisiert. In Deutschland waren es dagegen nur 52 Prozent. Auch bei den anderen Schutzmaßnahmen sind die Deutschen nachlässig: Lediglich 53 Prozent verwenden eine Multifaktor-Authentifizierung, in Europa sind es 69 Prozent und weltweit 68 Prozent. Ebenfalls 53 Prozent der Deutschen verwenden einen Passwort-Manager. In Europa und weltweit tun dies es jeweils 61 Prozent.

„Unsere persönlichen Daten sind ein wertvolles Gut“, sagt Klaus Lenssen, Chief Security Officer bei Cisco Deutschland. „Die heute verfügbare Sicherheitstechnik ist ein wichtiger Baustein, den jeder von uns nutzen sollte, um seine persönlichen Daten zu schützen und sich sicher im Internet zu bewegen und so von Online-Angeboten und neuen Technologien profitieren zu können, die uns das tägliche Leben erleichtern.“

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