Schwaches erstes Halbjahr Cancom passt Prognose für 2025 an

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der IT-Dienstleister Cancom passt seine im März veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2025 an. Nach einem schwachen ersten Halbjahr, unter anderem aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kunden, senkt das Unternehmen seine Ambitionen.

Nach einem schwierigen ersten Halbjahr schraubt Cancom seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025 etwas zurück. (Bild:  Canva / KI-generiert)
Nach einem schwierigen ersten Halbjahr schraubt Cancom seine Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025 etwas zurück.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Eine Senkung der Jahresziele durch Cancom hat am Freitag die Aktionäre von IT-Dienstleistern auf dem falschen Fuß erwischt. Cancom sackte als einer der schwächsten Werte im Nebenwerteindex SDax um 14,6 Prozent ab auf 22,00 Euro, nachdem sie bei zeitweise 20,30 Euro den tiefsten Stand seit November 2016 erreicht hatten.

Nach einem enttäuschend verlaufenen ersten Halbjahr wurde Cancom zurückhaltender für 2025 und kappte die Prognosen für den Umsatz und auch den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Den auf Investigate veröffentlichten Zahlen zufolge beläuft sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2025 auf circa 803,8 Millionen Euro, das EBITDA wird voraussichtlich 36,7 Millionen Euro erreichen. Im zweiten Quartal blieb das Geschäft hinter den Erwartungen zurück. Grund dafür seien die anhaltenden Marktunsicherheiten, insbesondere die konjunkturellen Herausforderungen im Kernmarkt Deutschland. Diese würden zu einer Kaufzurückhaltung der Kunden führen, die sich wiederum negativ auf das Cancom-Geschäft auswirkt.

Daher geht der Vorstand des IT-Dienstleisters für das Geschäftsjahr 2025 nun von folgenden Zahlen aus: ein Umsatz von 1.650 bis 1.750 Millionen Euro (bisherige Prognose bei 1.700 bis 1.850) und einem EBITA von 46 bis 56 Millionen Euro (zuvor 61 bis 76 Millionen Euro). Der vollständige Halbjahresbericht wird am 12. August 2025 erscheinen.

Kurszielsenkungen nach neuer Prognose

Nach Senkung der Gewinn- und Umsatz-Prognose liegen diese beiden wichtigen Kenngrößen nun unter den Markterwartungen. Anleger hatten indes fest darauf gehofft, dass Cancom vom staatlichen Infrastrukturprogramm hierzulande profitiere.

Sowohl Deutsche Bank Research als auch MWB Research und Warburg Research reagierten auf den Quartalsbericht und die gekappten Ziele mit Kurszielsenkungen.

Experte Andreas Wolf von Warburg Research verwies auf die fortgesetzte Schwäche im deutschen Mittelstand. Hinzu komme eine schleppende Nachfrage des öffentlichen Sektors. Die Investitionszurückhaltung der Kunden angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit, besonders am deutschen Kernmarkt, dauere an, schrieb er. Darin spiegle sich der Trend wider, von dem schon andere Branchenkollegen berichtet hätten.

Gewinnwarnung zieht auch Bechtle runter

Bechtle wurde von Cancom in Mitleidenschaft gezogen. Sie notieren mit minus 5,7 Prozent auf 36,04 Euro jetzt unweit ihres im Juni erreichten Zwischentiefs. Das zweite Quartal dürfte für diesen IT-Dienstleister ebenso schwach gewesen sein wie das Auftaktquartal, schrieb Warburg-Experte Wolf. Seiner Meinung nach bleibt das Unternehmen jedoch gut positioniert, um von strukturellen Digitalisierungstrends, der Migration weg von Windows 10 und anziehenden öffentlichen Ausgaben zu profitieren. Der Kursrutsch von Bechtle beförderte die Papiere gleichwohl ans MDax-Ende. Der Index der mittelgroßen Werte büßte fast 2 Prozent ein.

Welche konkreten Zahlen Bechtle für das erste Halbjahr 2025 schreibt, wird am Freitag, 8. August, bekannt gegeben.

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