Insolvenzverfahren eröffnet – Mitarbeiter entlassen BHS Binkert wird abgewickelt

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harald Jacob

Zum Jahreswechsel wurde das Insolvenzverfahren für den Distributor BHS Binkert eröffnet. Sechs Wochen nach dem Insolvenzantrag fiel die Entscheidung: Das Distributionsgeschäft ist nicht zu retten. Nun wird die Firma abgewickelt.

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Im November 2013 gab es noch Hoffnung. Da hatte sich der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Philipp Grub von der Kanzlei Grub Brugger in Stuttgart, einen ersten Überblick verschafft und entschieden, dass das Geschäft weiterlaufen kann.

Zum Jahreswechsel kam nun das Aus. Das Amtsgericht Waldshut-Tiengen eröffnete das Insolvenzverfahren (AZ 4 IN 189/13) und folgte der Empfehlung des Insolvenzverwalters, die BHS Binkert GmbH aufzulösen. Zudem wurde am 2.1.2014 die Masseunzulänglichkeit festgestellt, die beispielsweise Zwangsvollstreckungsmaßnahmen von Insolvenzgläubigern verhindert. Sie gehen nun komplett leer aus.

Es bedeutet aber auch, dass laufende Kosten wie Mieten und Löhne der Angestellten nicht mehr vollständig gedeckt sind. So bekamen die meisten Mitarbeiter die Freistellung zum Jahresanfang. Nur ein kleiner Teil der Mannschaft ist noch damit beschäftigt, den bisherigen Arbeitgeber abzuwickeln, der den 20. Geburtstag knapp verpasst hat.

Der Anfang vom Ende

IT-BUSINESS fragte Boris Sakowski von der Kanzlei Grub Brugger nach den Hintergründen der Entscheidung. Er verwies darauf, dass ein großer Hersteller weggefallen sei und dadurch die Insolvenz ausgelöst wurde. Ob es sich dabei tatsächlich um Canon handelt, wollte er nicht bestätigen. Bis zum Jahresende habe sich dann gezeigt, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, das Geschäft unter dem augenblicklich herrschenden Konkurrenzdruck wirtschaftlich weiter zu betreiben. Daher habe man die reguläre Geschäftstätigkeit eingestellt und mit der Abwicklung des Unternehmens begonnen. Nun werden nur noch Lagervorräte und Inventar verwertet. Bis Ende Februar hofft man, den Fall abgewickelt zu haben.

Kleine Lichtblicke

Während die BHS Binkert auf dem deutschen Markt verschwindet, gibt es noch Schwestergesellschaften in Frankreich und Liechtenstein, die von der Insolvenz nicht direkt betroffen sind. Die Liechtensteiner BHS beliefert auch den Schweizer Markt.

Laut Sakowski befindet sich der Insolvenzverwalter zudem in „sehr konkreten Gesprächen“ bezüglich eines Verkaufs der Eigenmarke R.O.GNT (gesprochen: „Arrogant“) sowie der Lizenz zur Herstellung Hyundai-gelabelter Produkte.

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