Schutz vor Missbrauch digitaler oder gedruckter Dokumente

Bei Wirtschaftsspionage und Datendiebstahl spielt das Format keine Rolle

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Bei der Studie in Bielefeld wurde das Altpapier von 1.135 Privat- und 869 gewerblichen Haushalten auf vertrauliche Daten hin durchsucht. Vor allem Unternehmen öffnen Betrügern Tür und Tor, wenn sie ihre Aufgabe in puncto Datenschutz nicht ernst nehmen, da sie im Allgemeinen über mehr vertrauliche Daten verfügen als Einzelpersonen.

In einigen Fällen entsorgten Unternehmen komplette Listen mit Kundendaten ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen im Papiermüll. Bemerkenswert ist auch, dass einzelne Arztpraxen ganze Patientenkarteien sorglos wegwarfen. Diese Daten ermöglichen es Betrügern, in fremde Identitäten zu schlüpfen und somit Identitätsdiebstahl oder -betrug zu begehen.

Neben Kunden können schnell auch Mitarbeiter und Geschäftspartner die Leidtragenden sein. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn Zahlungsbelege, auf denen oftmals auch Mitarbeiter oder Geschäftspartner eines Unternehmens erwähnt werden, unzerkleinert im Papiermüll landen.

Die am häufigsten achtlos entsorgten Dokumente bei den gewerblichen Haushalten sind mit 45 Prozent Verträge und Policen sowie damit zusammenhängende Dokumente mit 34 Prozent. Diese Unterlagen enthalten fast immer schützenswerte Informationen zu Kunden oder Geschäftspartnern und gewähren Betrügern unbeabsichtigt großen Handlungsspielraum.

Gedruckte Unterlagen im digitalen Zeitalter

»Das Thema Datenschutz spielt zwar eine große Rolle in den Medien, aber meist wird nur in Zusammenhang mit Internet und Online-Aktivitäten darüber berichtet«, warnt Andrea Cantong, Trade Marketing Manager und Datenschutzexpertin von Fellowes. Daher sei es kaum verwunderlich, dass ein Großteil der Bevölkerung die Gefahr des Missbrauchs unsachgemäß entsorgter Print-Dokumente noch immer unterschätzt: »Es beunruhigt uns sehr, dass die Auswertung unserer Studie teilweise eine alarmierende Sorglosigkeit im Umgang mit gedruckten Unterlagen belegt.«

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