Cool Water auf Tier 3

Bei IGN kühlt ein Brunnen das Rechenzentrum

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Die effiziente und sichere Kühlung

Der in den Wärmetauschern gekühlte Wasserkreislauf speist insgesamt acht redundante Umluft-Klimasysteme (UKS) von Rittal. Die elektronisch geregelten UKS sorgen in Verbindung mit einer optimierten Kaltluftführung für eine hocheffiziente und sichere Kühlung des Rechenzentrums.

Von der UKS gelangt die Kaltluft über den 90 cm hohen Unterboden durch Gitterrostplatten in die Kaltgänge zu den Rittal-Racks. Die erwärmte Luft steigt im Warmgang nach oben und wird über die Raumdecke und eine Wandaussparung wieder zu den UKS geführt.

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Die Kaltwasserzuleitungen und die UKS sind von der Colocation-Fläche aus Sicherheitsgründen durch eine Wanne getrennt. Im Fall eines Lecks des sekundären Wasserkreislaufs könnte diese Wanne das gesamte Wasser aufnehmen, so dass die im Doppelboden befindlichen Stromschienen sicher vor Wasser geschützt sind.

Die innovative Kühlung mittels Grundwasser führt in Verbindung mit den UKS von Rittal, der optimierten Kaltluftführung und der eisenlosen USV-Anlage zu einer hervorragenden Energieeffizienz. So erreicht das IGN-Rechenzentrum einen Power Usage Effectiveness (PUE) von 1,2. Der Stromverbrauch ist 30 bis 40 Prozent geringer als bei herkömmlichen Lösungen, bei denen zirka 37 Prozent der Energiekosten für Kühlung aufgewendet werden müssen.

Rittal als Generalunternehmer

Eine solche Brunnenlösung ist jedoch nicht überall realisierbar, denn neben der geologischen Lage müssen auch die baulichen Voraussetzungen für die zahlreichen Wasserleitungen und Pumpen gegeben sein. Im Falle der IGN GmbH war es von Vorteil, dass die entsprechenden Anpassungen des Gebäudes bereits in der frühen Bauphase berücksichtigt wurden.

„Aufgrund der zahlreichen beteiligten Gewerke für den Gebäudebau wollten wir das komplette Rechenzentrum aus einer Hand erhalten“, sagt Nowitzky. „Daher haben wir uns entschlossen, einen Generalunternehmer für den Aufbau des Rechenzentrums inklusive Kühlsystem einzusetzen. Die Wahl fiel auf Rittal, da das Unternehmen auf Rechenzentren spezialisiert ist.“

Zudem konnte der Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung, Klimatisierung, IT-Infrastruktur sowie Software und Service nicht nur die Installation übernehmen, sondern auch Service und Wartung für den laufenden Betrieb. „Es steht ein Notfalldienst mit einer definierten Reaktionszeit von acht Stunden vor Ort zur Verfügung. Wir erhalten Support und Ersatzteile garantiert für mindestens fünf Jahre. Zudem überzeugten uns Kalkulation, Angebot und Service Level Agreements für die Verfügbarkeit“, unterstreicht Nowitzky.

2(2n+1) Redundanz

Um eine vollständige Ausfallsicherheit zu gewährleisten, setzt IGN je Versorgungspfad drei Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) ein, die in zwei brandschutztechnisch getrennten Räumen untergebracht sind. Damit erreicht das USV-Konzept eine Redundanz von 2(2n+1).

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Die Anlagen erhalten den Strom von einem Leitungsring der Stadtwerke München. Bei einem kompletten Stromausfall der Gebäudeversorgung würde ein Dieselaggregat innerhalb weniger Sekunden anspringen. Die Argon-Edelgas-Löschanlage wurde als Mehrbereichsanlage ausgeführt und kann damit den DV-Raum und die Technikräume im Falle eines Brandes löschen. Damit kann die IGN GmbH ihren Kunden die Sicherheitsstufe Tier 3 garantieren.

Der Ausblick

„Wir haben mit der Realisierung dieses effizienten Rechenzentrums dafür gesorgt, dass wir unseren Kunden eine hochsichere und umweltbewusste IT-Infrastruktur zur Verfügung stellen können. Mit dem Start der Vermarktung unserer Angebote in 2012 freuen wir uns darauf, unser Rechenzentrumskonzept vorstellen zu dürfen“, so Gerald Nowitzky.

Die Autoren:

Wolfgang Ritt ist Projektingenieur Rechenzentren bei Rittal in Garching und Thorsten Weller hat die Position Leiter Technische Dienste Rechenzentren bei Rittal in Herborn inne.

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