Telekommunikationsunternehmen als „grüne“ Partner 5G: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Von Christian Syrbe 2 min Lesedauer

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Nachhaltigkeit ist für Telekommunikationsunternehmen mittlerweile ein wirtschaftlicher Faktor. Kunden, Partner, Aktionäre und Aufsichtsbehörden erwarten im gesamten Geschäftsspektrum nachhaltige Praktiken. Deshalb entwickelt die Branche Strategien, um Netto-Null-Ziele zu erreichen.

5G-Netze bieten einige Nachhaltigkeitsvorteile.(Bild:  © – PT pictures – stock.adobe.com)
5G-Netze bieten einige Nachhaltigkeitsvorteile.
(Bild: © – PT pictures – stock.adobe.com)

Die Zahl der mit 5G verbundenen Geräte nimmt kontinuierlich zu und steigt von 12,6 Mio. im Jahr 2019 auf voraussichtlich 1,6 Mrd. bis Ende 2023. Auch in Deutschland geht der Ausbau voran – mancherorts jedoch schleppend. Beispielhaft für den zögerlichen Fortschritt ist eine Werbekampagne der Telekom am Bodensee. Dort sucht das Unternehmen händeringend nach Standorten für Mobilfunkmasten – denn keiner will diese bei sich auf dem Dach haben. Um eine lückenlose Netzabdeckung zu garantieren, müssen die Masten aber aufgestellt werden.

Nachhaltigkeitsvorteile durch 5G

Einer Studie von Deloitte zufolge macht der Energieverbrauch 20 bis 40 Prozent der Betriebskosten eines Netzbetreibers aus. Eine Nokia-Studie ergab, dass 5G-Netze bis zu 90 Prozent effizienter sein können als vergleichbare 4G-Netze. Allerdings verbrauchen 5G-Netze aufgrund der höheren Netzdichte, der Abhängigkeit von einer komplexen IT-Infrastruktur und des wesentlich höheren Datenverkehrsvolumens im Netz letztlich mehr Energie. Es wird erwartet, dass der Ausbau von 5G zu einem erheblichen Anstieg des Datenaufkommens führen wird, da die Nutzung von Anwendungen und Diensten durch Unternehmen und Verbraucher laut Threat Intelligence Report von Netscout weiterhin stark zunimmt. Prognosen von ING gehen davon aus, dass der weitverbreitete Einsatz von 5G bis 2030 zu einem 160-prozentigen Anstieg des Energiebedarfs führen wird, was weitreichende Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit hat.

Christian Syrbe.(Bild:  Netscout)
Christian Syrbe.
(Bild: Netscout)

Viele Unternehmen sehen die Einführung von 5G-fähigen Diensten als Chance für die Nachhaltigkeit und als Mittel zur Reduzierung von Verbrauch und Emissionen. 40 Prozent der Unternehmen gaben in einer Umfrage von Vertiv an, dass Energieeffizienz die erste oder zweite Priorität bei der Einführung von 5G-Netzen durch die Betreiber sein sollte. Dieselbe Studie ergab, dass 56 Prozent der Meinung sind, dass Telekommunikationsunternehmen in Zukunft sehr glaubwürdige „grüne“ Partner werden könnten.

Telekommunikationsunternehmen sind daher mit einem Paradox konfrontiert: Zunächst kann Energie eingespart werden – durch zunehmende Netzabdeckung ist allerdings langfristig mit einem höheren Energieverbrauch zu rechnen. Daher sollten die Unternehmen ihre Infrastruktur ganzheitlich betrachten und den einzelnen Geschäftsbereichen Leistungsindikatoren zuordnen, um den Netto-Null-Ansatz zu priorisieren.

Über den Autor

Christian Syrbe ist Chief Solutions Architect bei Netscout.

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