Definition Was ist ein Whistleblower?

Von SiLip 2 min Lesedauer

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Der Begriff Whistleblower ist ein Anglizismus für Einzelpersonen, die Missstände aus geschützten oder geheimen Zusammenhängen offenlegen, auf die sie im Rahmen ihrer Berufstätigkeit gestoßen sind. Deutsche Synonyme sind Enthüller oder Hinweisgeber.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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Als Whistleblower (von engl. „to blow the whistle“) werden natürliche Personen bezeichnet, die unethische, missbräuchliche oder illegale Aktivitäten innerhalb von Unternehmen oder Organisationen bemerken und diese aufdecken. Größtenteils handelt es sich um Mitarbeiter, manchmal aber auch um Kunden oder Lieferanten, die aus eigener Erfahrung berichten. Der Whistleblower informiert Mittler und Medien oder tritt selbst an die Öffentlichkeit. Dabei riskiert er nicht nur seinen Arbeitsplatz, seine Karriere und seinen Ruf, sondern muss auch mit Disziplinarmaßnahmen rechnen.

Internes und externes Whistleblowing

Internes Whistleblowing liegt vor, wenn jemand innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation Missstände meldet. Häufig bieten Firmen hierfür spezielle Whistleblowing-Kanäle an, über die der Informant einen anonymen Hinweis zum von ihm entdeckten Fehlverhalten platzieren kann.

Um externes Whistleblowing handelt es sich, wenn der Whistleblower mit seinem Insiderwissen an die Öffentlichkeit geht, beispielsweise durch Meldung an die Polizei, Einbeziehung der Presse oder Kommunikation über die sozialen Medien.

Für die zweite Variante entscheiden sich Whistleblower meist dann, wenn sie kein Vertrauen in die Melde- und Untersuchungsverfahren ihres Unternehmens oder ihrer Organisation haben, vergeblich versucht haben, Missstände intern anzusprechen, oder es kein internes System zum Melden von Missständen gibt.

Häufigste Gründe für Whistleblowing

Zu den typischen Fällen, bei denen Whistleblower zur Aufklärung beitragen, zählen:

  • Korruption und Machtmissbrauch
  • Compliance-Verstöße
  • Missmanagement und Unfairness
  • Datenmissbrauch
  • Betrug und Täuschung
  • Menschenrechtsverletzungen
  • Umweltverschmutzungen
  • Diskriminierungen am Arbeitsplatz

Um als Whistleblowing zu gelten, müssen die Missstände von erheblicher Tragweite und von allgemeinem Interesse sein. Mehrheitlich handeln die Informanten aus ethischem Empfinden oder moralischer Verpflichtung heraus. Niedere Beweggründe wie Rachsucht oder Profitgier sind nur selten das Motiv.

EU-Whistleblower-Richtlinie und Hinweisgeberschutzgesetz

Die Whistleblower-Richtlinie der EU soll Informanten in ihrem beruflichen Umfeld schützen, wenn sie Missstände in ihrem Unternehmen oder ihrer Organisation melden wollen. Mit dem am 12. Mai 2023 vom deutschen Bundesrat final beschlossenen Hinweisgeberschutzgesetz wird diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Firmen mit 50 bis 249 Beschäftigten müssen das Gesetz bis zum 17. Dezember 2023 umsetzen (Stand: Oktober 2023). Unternehmen ab 250 Mitarbeiter hatten dafür nur einen Monat Zeit.

Bekannte Whistleblower

Zu den international bekanntesten Whistleblowern gehören Edward Snowden, Julian Assange und Chelsea Manning. Auch in Deutschland sorgten einige Fälle für Aufsehen, beispielsweise beim VW-Abgasskandal, bei der Aufdeckung rechtsextremer Umtriebe beim Kommando Spezialkräfte (KSK) und im Fall des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard.

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