Definition Was ist die MiCA-Verordnung?

Von chrissikraus 2 min Lesedauer

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Die MiCA-Verordnung ist eine neue EU-Verordnung, die europaweit einheitliche Regelungen zum Handel mit Kryptowerten einführen soll. Diese betreffen vor allem Emittenten und Dienstleister, die mit Kryptowerten handeln.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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Die MiCA-Verordnung oder MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) ist ein Gesetzesentwurf, mit dem die Regulierung von Kryptowährungen und bestimmten digitalen Assets EU-weit einheitlicher werden soll. Die Verordnung wurde am 20. April 2023 vom Europäischen Parlament verabschiedet und wird voraussichtlich im Juni 2023 in Kraft treten. Dienstleister haben ab diesem Zeitpunkt bis zu 18 Monate Zeit, um die neuen Regelungen korrekt umzusetzen. Während dieser Zeit werden die zuständigen Aufsichtsbehörden außerdem konkrete Standards für die Umsetzung der neuen Regelungen entwerfen.

Neue Regeln für Dienstleister und Emittenten

Wer in der EU Kryptowerte herausgibt oder einen Service anbietet, der sich um Kryptowerte dreht, ist künftig von den neuen Regelungen direkt betroffen. Darunter fallen auch Krypto-Börsen. In Zukunft benötigen die Betreiber eine Lizenz. Diese ist erstmals europaweit einheitlich und erlaubt zugleich Geschäftstätigkeiten im gesamten EU-Raum. Die Regulationen sollen auch dazu beitragen, Marktmanipulation und Finanzkriminalität einzudämmen.

Durch wen die Dienstleister in Zukunft beaufsichtigt werden, hängt von deren Nutzerzahlen ab. Kleinere Anbieter mit weniger als 15 Millionen Nutzern werden durch nationale Behörden kontrolliert. Alle Dienste mit mehr als 15 Millionen Teilnehmern werden durch ESMA (European Securities and Markets Authority) oder EBA (European Banking Authority) überwacht.

Verpflichtende Whitepaper zu Krypto-Assets

Whitepaper sind im Zusammenhang mit Kryptowährungen und vergleichbaren Werten nicht neu, werden jetzt aber genau definiert. Die neue MiCA-Verordnung macht diese außerdem verpflichtend. Das Ziel ist, einen Standard für mehr Transparenz zu schaffen. Potenzielle Käufer sollen wie in einem Prospekt die wichtigsten Eckdaten der Coins oder Token an einer zentralen Stelle nachlesen können, z. B. Risiken, Eigenschaften, Emittent oder die wichtigsten negativen Umwelt- und Klimaauswirkungen des Konsensmechanismus. Das Whitepaper muss zusätzlich eine leicht verständliche Zusammenfassung enthalten, damit die wesentlichen Informationen niederschwellig zugänglich sind. Je nach Asset können weitere Verpflichtungen hinzukommen.

Nicht alle Arten von Assets sind betroffen

Die neuen Regelungen aus der MiCA-Verordnung gelten vor allem für Krypto-Assets, die bislang nicht EU-weit reguliert waren. Das betrifft Kryptowährungen, Utility Token und Stable Coins. Für Stable Coins könnten in Zukunft zudem erweiterte Regeln gelten. So sollen Herausgeber von Stable Coins risikoarme Rücklagen bilden, um die Stabilität ihrer Werte zu sichern.

Es gibt explizite Ausnahmen, für welche die neue MiCA-Verordnung aktuell nicht gelten. Ausgeschlossen sind NFTs. Auch Zentralbank-Digitalwährungen sind von den Regelungen bislang ausgenommen.

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