Definition Was ist der Deutschland-Stack?

Von Ulrich Beck 2 min Lesedauer

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Beim Deutschland-Stack handelt es sich um eine Initiative des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung mit dem Ziel, eine einheitliche Plattform für die Digitalisierung sämtlicher öffentlicher Verwaltungen zu schaffen.

Der Deutschland-Stack ist die geplante, einheitliche Basis für die digitale Verwaltung in Deutschland.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Der Deutschland-Stack ist die geplante, einheitliche Basis für die digitale Verwaltung in Deutschland.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Das Projekt des Deutschland-Stacks zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur in den öffentlichen Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen zu vereinheitlichen und zu modernisieren. In der Praxis besteht der Stack aus verschiedenen IT-Komponenten, die aufeinander aufbauen und bestimmte zentrale Dienstleistungen und technische Standards umfassen.

Zusammengesetzt bilden die einzelnen Bausteine eine Plattform, auf die alle öffentlichen Stellen in Deutschland zugreifen können. Konkret geht es zum Beispiel um Online-Unternehmensgründungen, sichere Bezahlfunktionen, digitale Legitimationen, Planungs- und Genehmigungsanwendungen sowie um das sogenannte Once-Only-Prinzip, das besagt, dass Daten nur ein einziges Mal an die Verwaltung übermittelt werden müssen.

Die treibende Kraft hinter der Entwicklung des Deutschland-Stacks ist das 2017 erlassene Online-Zugangsgesetz (OZG), das Bund, Länder und Kommunen verpflichtet, ihre Verwaltungsleistungen nicht nur analog, sondern auch digital anzubieten.

Wo liegen die Herausforderungen?

Die größten Herausforderungen des Deutschland-Stacks liegen in seiner Komplexität aufgrund des föderalen Systems, der Gewährleistung höchster IT-Sicherheit und des Datenschutzes sowie der Akzeptanz und Nutzung durch die Bevölkerung. Dennoch stellt er einen essenziellen und zukunftsweisenden Schritt dar, um Deutschlands Verwaltungen zu modernisieren und bürokratische Hürden abzubauen.

Der technische Ansatz hinter dem Deutschland-Stack

Dem Stack liegen bewusst offene internationale Standards zugrunde. Er soll zudem auf der Plattform OpenCode publiziert werden, um Transparenz zu gewährleisten und eine möglichst vielseitige Beteiligung zu fördern. Kritische Basisdienste sollen zentral angeboten und betrieben werden, während spezielle fachliche Anwendungen und zusätzliche Lösungen dezentral von Verwaltung und Wirtschaft entwickelt werden können. So soll ein Gleichgewicht zwischen zentraler Standardisierung und dezentraler Innovation geschaffen werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf einer europaweit anschlussfähigen, vertrauenswürdigen und souveränen Technologie. Das heißt, der Deutschland-Stack soll unabhängig von einzelnen ausländischen und kommerziellen Anbietern sein und vor allem auf offene Standards und sichere Lösungen setzen. Die verantwortliche Politik stellt dies als einen Beitrag zur digitalen Selbstbestimmung Deutschlands im internationalen Wettbewerb dar.

Umsetzung und Zeitplanung

Die Arbeit an dem Projekt hat 2025 begonnen und soll laut Plänen der Bundesregierung bzw. des Bundesdigitalministeriums schrittweise bis 2028 so weit etabliert sein, dass die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen dann auf die Plattform zugreifen und sie für ihre digitalen Aufgaben einsetzen können. Dabei wird ein iterativer Ansatz verfolgt, um den Deutschland-Stack gemeinsam mit zahlreichen verschiedenen Beteiligten zu gestalten - von der öffentlichen Verwaltung über die freie Wirtschaft bis hin zu renommierten Forschungsinstitutionen.

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