gesponsertAkquisen, Zukunftsinvestments und internationale ZusammenarbeitVINCI Energies richtet sein ICT-Geschäft in Deutschland und der Schweiz erfolgreich auf Wachstum aus
In den vergangenen vier Jahren hat VINCI Energies – der Konzernbereich von VINCI für Energieinfrastrukturen, ICT, Industrie- und Gebäudetechnik – über 95 Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als drei Milliarden Euro akquiriert und erfolgreich in das Konzernnetzwerk integriert.
VINCI Energies investiert im Konzernbereich ICT D/CH in Breitbandausbau-Kompetenzen, die Zusammenarbeit der Axians Gruppe, Cybersecurity sowie in die Software-Entwicklung.
(Bild: VINCI Energies)
Im Konzernbereich ICT Deutschland und der Schweiz treibt das Management erfolgreich das Wachstum durch Akquisitionen und Integrationen voran. Zudem wird gezielt investiert: in Breitbandausbau-Kompetenzen, eines der innovativsten Security Operations Center in ganz Europa, Synergien in der Zusammenarbeit der Axians Gruppe in D/CH sowie in Diversität und Nearshoring für den zusätzlichen Ausbau der Stärken in der Software-Entwicklung. Wir haben dazu mit Burim Mirakaj, COO ICT Germany & Switzerland VINCI Energies, gesprochen.
In seiner Rolle als COO ICT Germany and Switzerland bei VINCI Energies verantwortet Burim Mirakaj das ICT Geschäft der Unternehmensgruppe sowie die anorganische Wachstumsstrategie. Er ist zudem Vorsitzender der Geschäftsleitung von Axians Deutschland (VINCI Energies Deutschland ICT GmbH), Präsident des Verwaltungsrates der Axians Schweiz AG, der Actemium Schweiz AG, der Axians GNS AG und Mitglied im Verwaltungsrat der VINCI Energies Schweiz AG.
Redaktion: Herr Mirakaj, wo steht VINCI Energies aktuell?
Auch in der Pandemie konnte sich VINCI Energies international und lokal weiterhin als starke Gruppe und multitechnischer Dienstleister behaupten. Im Geschäftsjahr 2020 konnte VINCI Energies sogar die sehr hohe Liquidität im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 um 20 Prozent erhöhen. Ebenso erreichte die Auftragslage ein Hoch, das auch im ersten Quartal 2021 weiter anwuchs. Auch während der Pandemie wurden zahlreiche Unternehmen – z. B. im ICT-Sektor in der D/CH Region übernommen und der Wachstumskurs fortgesetzt. Außerdem investieren wir gezielt in Zukunftsmärkte und Innovationen.
In welche Geschäftsfelder investieren Sie aktuell besonders?
Durch die Integration von Unternehmen im Breitbandausbau haben wir unsere führende Position am Markt ausgebaut. Axians ist heute in Deutschland und in der Schweiz in der Lage, Projekte als Generalauftragnehmer für Netzbetreiber zu leisten und beispielsweise im Glasfaserausbau (FttX) von Planung über Tiefbau, Kabelverlegearbeiten und Kabelmontage bis hin zum Service alles aus einer Hand zu leisten. Mit unseren mehr als 1.100 Breitband-Spezialisten von Axians und OFM in der D/CH Region sind wir in diesem von knappem Personal gekennzeichneten Markt ein relevanter GU-Dienstleister. Auch im Bereich der 5G Mobilfunk-Anlagen sowie der Arenen-, In-Building- oder Tunnelversorgungen ist Axians ein führender GU-Dienstleister. Zudem gehören viele Carrier in den Bereichen Netzwerk-Infrastruktur, Access, Automatisierung und Services zu unseren Kunden. Innovationsthemen wie 5G Campus Netze für die Wirtschaft bringen wir mit gezielten Investments in Gesamtlösungen – wie dem kommenden Axians 5G Campus-Netz Demonstrator – voran.
Verschiedene Studien von Gartner, Forrester, IDC und IDG sagen zudem ein deutlich überdurchschnittliches Wachstum der Cybersecurity-Investments in den nächsten Jahren voraus. Vor kurzem haben wir den Aufbau eines Security Operations Center (SOC) mit internationaler Bedeutung bekannt gegeben. Das SOC unserer Marken Axians (ICT) und Actemium (Industrietechnik) in Basel vernetzt als Hub die mehr als 300 Cybersecurity-Spezialisten aus der Schweiz, Deutschland und weiteren europäischen Ländern und fokussiert sich auf die Sicherheit im Bereich Industrie 4.0. Dabei werden Kompetenzen für Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) und industrielle Betriebstechnik (OT) gebündelt sowie die Erkenntnisse aus internationalen Wissenschaftskooperationen hinsichtlich kritischer Infrastrukturen verarbeitet. Der SOC Hub in Basel wird auf dem Gelände des Kompetenzzentrums uptownBasel im Q4 2021 eröffnen und die Schaltstelle zu den bereits existierenden lokalen Security Operations Centern in Deutschland, Tschechien, den Niederlanden, Portugal und Frankreich bilden. Kunden von Axians und Actemium können über Basel die Cybersicherheit ihrer digital vernetzten Unternehmen betreiben lassen und durch den internationalen Ansatz unmittelbar Informationen zu grenzüberschreitenden digitalen Bedrohungen erhalten. Generell sind Managed Services für alle Kompetenzfelder und Business Units von Axians ein großes strategisches Thema. Egal ob bei Cloud & Data Center, Enterprise & Carrier Networks, Telecom Infrastructures, SAP Betrieb und Managed Applications – überall wachsen wir stark durch die Übernahme von mehr Betriebsverantwortung für Kunden und können somit weiter gezielt investieren.
Das Arbeiten in Netzwerken und über Ländergrenzen hinweg wird immer wichtiger. Wie gestalten Sie dieses Potential in Ihrem Verantwortungsbereich?
Mit Software, die sowohl als on-premise wie auch in der Cloud bereitgestellt wird, wird das Arbeiten über Ländergrenzen hinweg real.
(Bild: VINCI Energies)
In all unseren ICT Business Units im D/CH Raum stellen wir die strategische und operative Zusammenarbeit an erste Stelle. Mit dem Strategieprogramm „One Axians“ haben wir diesen Aktivitäten auch einen Namen gegeben. In den letzten Jahren ist es Teil der gelebten Unternehmenskultur geworden. So betreiben die Gesellschaften Axians GNS und Axians redtoo in der Schweiz die IT-Infrastruktur für die Software Services von Axians Ruf. Gleichzeitig bündeln Axians Ruf und Axians IT&T aktuell ihre Softwareentwicklung und Geschäft als Axians Infoma Schweiz und arbeiten zudem eng mit den deutschen Kollegen von Axians Infoma zusammen. Marktführende Lösungen für moderne Verwaltung und Smart Government können so auf dem gleichen Software-Kern entwickelt und gleichzeitig kundenspezifisch auf kommunale und kantonale Prozesse angepasst werden. Diese Kooperationen ermöglichen für unsere mehr als 5000 Kunden aus dem Public Sector in D-CH größtmögliche Verlässlichkeit und Wahlfreiheit in den Software-Produkten und Bereitstellungsformen (On premise, gehosted, aus der Cloud).
VINCI Energies hat darüber hinaus 2020 das Schweizer Unternehmen müllerchur AG übernommen. Es bietet Software-Lösungen für die Verwaltung öffentlicher Infrastrukturen mit Schwerpunkt im Verkehrsbereich. Mit einem hohen Marktanteil bei National- und Kantonsstraßen in der Schweiz ist müllerchur marktführend bei Software zur Verwaltung und Bewirtschaftung von Straßen, Tunneln, Brücken und Wasserwegen. Aber auch in Deutschland und Österreich nutzen bereits Bundesländer und Landkreise die Software-Lösungen des spezialisierten Unternehmens. Aktuell werden hier eine nahtlose Integration in die Marke Axians vorbereitet sowie zahlreiche Synergien in der Software-Entwicklung erschlossen – z. B. für Schnittstellen und Cloud-Fähigkeit. Da müllerchur als Teil von VINCI Energies in der D/CH Region mehr als 300 Axians Software-Entwickler als direkte Kollegen hat, fallen Innovationsschritte leichter. Auch im Breitbandausbau erschließen wir immense Synergien. Hier werden in Projekten für unsere Kunden zahlreiche technische Fertigkeiten wie Statik-Berechnungen, LWL-Spleißen, Kabel-Einblasen, Trenching, Maststeigen oder Antennenmontage verlangt, bei denen wir mit dem starken gemeinsamen Know-how-Pool unserer Mitarbeitenden in Deutschland und der Schweiz punkten können.
Jüngst haben wir zudem unter dem Dach unserer ICT-Marke Axians eine Ländergesellschaft in Prishtina, Kosovo gegründet. Im direkten Umfeld der Universität Prishtina bauen wir hier unser neues Head Office auf und stellen Software-Entwickler und Cybersecurity-Spezialisten ein. Das mehrsprachige Team wird lokal von der ehemaligen Vize-Dekanin der Universität AAB in Prishtina Valdete Daku geführt und arbeitet bereits heute eng mit unseren Business Units in Deutschland und der Schweiz zusammen. Wir erhalten durch Axians Kosovo eine komfortable Situation im Umgang mit der zunehmenden Beschleunigung der Nachfrage nach leistungsfähiger Software und dem Wachstum an Programmiersprachen und Frameworks. Hier gibt es sehr viele sehr gut ausgebildete Entwickler, mit denen wir unsere Software-Kompetenz für Kunden durch Nearshoring zusätzlich erweitern. Unsere Kollegen im D/CH Raum freuen sich, auf so ein kompetentes Team zugreifen zu können und gemeinsam den hiesigen aber auch den kosovarischen Markt zu erschließen. Axians wird so immer mehr zu einem multitechnischen und multikulturellen ICT-Dienstleister, der die Potentiale von Diversity erschließt. In unserer Business Area Business Applications & Data Analytics haben wir beispielsweise bereits gute Erfahrungen mit gemischten Teams in der Software-Entwicklung und entsprechenden Traineeprogrammen gemacht.
Was macht die Strategie beim anorganischen Wachstum und der anschließenden Integration aus? Worauf legen Sie Wert?
Gerade bei schwerwiegenden und tiefergehenden Entscheidungen wie Wachstums- und Akquisitionsstrategien ist es wichtig, sorgfältig, analytisch und mit dem richtigen Plan vorzugehen. Hierbei kommt uns die Erfahrung, die VINCI Energies mit vielen erfolgreichen Akquisitionen und Integrationen von Unternehmen gesammelt hat, zugute. VINCI Energies agiert stets klar als strategischer Investor. Dies bedeutet auch, dass VINCI Energies sich genau auf das Business fokussiert, in dem wir mit unseren Marken im Markt positioniert sind – sprich das Business, das wir selbst am besten kennen und leben.
Bei der Evaluierung von Unternehmen für Akquisitionen achten wir vor allem darauf, dass das Unternehmen zu unserer Managementphilosophie passt. Bevor ein Unternehmen akquiriert wird, erfolgt eine maßgeschneiderte Bewertung und es wird ein umfangreiches Übernahme- und Integrationskonzept entsprechend der Fokussierung des Unternehmens erstellt. So werden die Bedürfnisse und Erfahrungen der Gesellschafter, die oft maßgeblich für den bisherigen Unternehmenserfolg waren, erfolgreich berücksichtigt. Selbstverständlich werden die integrierten Firmen weiterhin unternehmerisch gefördert – z. B. durch VINCI Programme für Innovation, Digitalisierung, Gesundheit & Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Sie können des Weiteren durch gemeinsame Lösungen und gemeinsame Vertriebstätigkeit im Unternehmensverbund und Synergien im Konzern profitieren.
Inhaber von Unternehmen wollen in der Regel nachhaltige Unternehmensverkäufe sicherstellen und sorgen sich um die Zukunft Ihrer Mitarbeitenden und Kunden. Wie gehen Sie mit diesen Aspekten um?
Ein Hauptaugenmerk legen wir bei der Bewertung möglicher Akquisitionen darauf, dass dort eine langfristige und auf die Fokussierung und Segmentierung der Geschäftsmodelle ausgerichtete Strategie vorhanden ist. Entscheidend ist für uns dabei immer, wie erfolgreich ein Unternehmen auf sein Zielsegment fokussiert ist. Zusammenfassend möchte ich betonen, dass diese fokussierte Ausrichtung des Unternehmens seinen Wert für uns definiert und wir auf nachhaltige Investments orientiert sind. Unternehmen betrachten wir primär auf Basis der Zukunftsausrichtung und nur sekundär durch Einschätzungen, die die Vergangenheit oder Gegenwart betreffen. „Passt das Unternehmen strategisch gesehen zu uns, sodass wir im Verbund Mehrwerte, Wachstum und Rentabilität erzielen können?“, ist eine der wichtigsten Fragen, die wir uns in einem M&A-Prozess stellen.
Sie haben bereits viele Zukäufe und Integrationen von Unternehmen in Ihrem Konzernbereich begleitet. Auf welche Erfahrungen schauen Sie dabei gern zurück?
Ich persönlich bin glücklich und dankbar, dass wir über die Jahre hinweg so viele Unternehmen erfolgreich in unsere Gruppe integrieren konnten – welche dabei trotzdem ihre Eigenständigkeit bewahrt haben. Dahinter stehen die Geschichten und der Unternehmergeist ganzer Generationen von Mitarbeitenden und Führungskräften, das große Engagement der Geschäftsführer und Gesellschafter, aber auch die ganze Kraft der VINCI Energies Gruppe. Auf der Basis von Grundwerten wie Solidarität, Verantwortung und Vertrauen werden wir mit unseren Mitarbeitenden gemeinsam in die Zukunft gehen und dabei die digitale Transformation und Energiewende in einer dynamischen Welt kraftvoll weiter voranbringen. Wie schon ausgeführt wird uns dabei immer eine langfristig ausgerichtete Strategie und Managementphilosophie leiten. Ich persönlich bin überzeugt davon, dass anorganisches Wachstum unter dem Leitgedanken von wertegeleitetem Management und gegenseitiger Transparenz für alle Beteiligten am besten funktioniert. Kurzfristig den Ertrag maximierenden Methoden der Shareholder-Value-Philosophie sind nicht das, was unsere Partner und wir selbst wollen.
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Stand: 08.12.2025
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