Insolvenzverfahren beantragt UCC-Anbieter Avaya erneut in Schieflage

Aktualisiert am 15.02.2023 Von Sylvia Lösel 1 min Lesedauer

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Der amerikanische Kommunikations-Spezialist Avaya beantragt erneut den Schutz des US-Konkurs- und Gläubigerschutzverfahrens „Chapter 11“ – zum zweiten Mal seit 2017. Es gibt Pläne, das Unternehmen zu retten.

Das Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrecht soll Schutz bieten, um eine Restrukturierung und Reorganisation eines gefährdeten Unternehmens zu ermöglichen.(Bild:  Argus - stock.adobe.com)
Das Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrecht soll Schutz bieten, um eine Restrukturierung und Reorganisation eines gefährdeten Unternehmens zu ermöglichen.
(Bild: Argus - stock.adobe.com)

Avaya ist erneut in Schieflage. Nach einer Aktien-Talfahrt und schlechten Zahlen in 2022 läuten nun die Investoren eine Restrukturierung ein. Das gab der amerikanische UCC-Anbieter nun bekannt. Dafür erhält das Unternehmen, das im Jahr 2000 gegründet wurde, eine ordentliche Finanzspritze. Diese soll die Gesamtverschuldung des Konzerns von rund 3,4 Milliarden US-Dollar auf 800 Millionen US-Dollar reduzieren.

Damit einher gehen strategische Pläne, etwa beschleunigt die Cloud-Plattform für die Contact-Center-Lösungen auszubauen. Für Kunden, Partner, Lieferanten oder die Mitarbeiter des Unternehmens hätten diese Maßnahmen keine Auswirkungen, heiß es in einem Statement.

Chapter 11 greift zum zweiten Mal

Parallel zu diesen Maßnahmen beantragt Avaya nun das Chapter 11 nach amerikanischem Insolvenzrecht. Hiermit wird die Reorganisation und Restrukturierung von Schulden, Leasingvereinbarungen, Kontrakten sowie des Kapitals und anderweitiger finanzieller Verpflichtungen angestrebt. Mit dem Insolvenzantrag sollen bis zum Abschluss der Reorganisation rechtliche Schritte der Gläubiger gegen den Schuldner unterbunden werden. Viele große US-Unternehmen haben erfolgreich eine Umstrukturierung nach Chapter 11 durchgeführt und dabei ihr Tagesgeschäft aufrechterhalten. Auch Avaya hat damit Erfahrung, denn der Konzern beantragte diesen Schutzschirm auch schon 2017. Im Anschluss daran verkaufte Avaya die Netzwerksparte an Extreme Networks und wagte 2018 den Börsengang.

Ein erster Hinweis, wohin es auf dem Weg zu einer neuen Struktur gehen könnte, ist der Ausbau der globalen Partnerschaft mit RingCentral, die 2019 eingläutet wurde, um Avaya Cloud Office einzuführen. Avaya wird weiterhin als exklusiver Handelsvertreter für den Direkt- und Partnervertrieb von Avaya Cloud Office fungieren. Die Partnerschaft wurde um einen Vertriebsansatz erweitert, der es Avaya ermöglicht, Avaya Cloud Office direkt an seine installierte Basis zu verkaufen. Darüber hinaus wird Avaya beim Verkauf von Avaya-Cloud-Office-Plätzen in bar entschädigt, und die Vorzugsaktien von RingCentral an Avaya eliminiert.

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