Wie können sich Unternehmen aufstellen, um in Zeiten von Unsicherheiten und Krisen erfolgreich zu agieren? Top-Manager diskutierten auf dem 20. Executive Summit über Strategien für eine resiliente Zukunft. Wo liegen die Herausforderungen, wo die Chancen und welche Rolle spielt KI?
Der 20. Executive Summit der Vogel IT-Akademie versammelte die Top-Manager der IT-Dienstleister. Das Thema: Strategien für eine resiliente Zukunft.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Die wirtschaftliche Gesamtlage ist nicht leicht. Die Herausforderungen sind komplex. Doch es bieten sich enorme Chancen. Das ist das Spannungsfeld in dem sich viele Unternehmen derzeit bewegen. Genau diese Chancen zu erkennen und sich entsprechend aufzustellen, ist die große Herausforderung unserer Zeit. Und darum ging es auf dem 20. Executive Summit der Vogel IT-Akademie. Die Top-Executives der wichtigsten IT-Dienstleister hatten sich in München versammelt, um über „Strategien für eine resiliente Zukunft“ zu diskutieren.
Verunsicherung und angespannte wirtschaftliche Lage
Das Ifo Institut hat gerade erneut die Prognose für den Geschäftsklimaindex gesenkt. 2024 wird es wohl auf ein Null-Wachstum herauslaufen. Und für 2025 steht im Moment ein Index von 0,9 in den Tabellen. Es wird also wohl nur langsam besser. Kunden sind mit Investitionen zurückhaltend, hört man so auch allenthalben auf dem Summit. Dabei spielt für den deutschen Mittelstand oft nicht nur der monetäre Aspekt eine Rolle, sondern die Verantwortlichen treibt die Frage um, welche Technologie, welcher Digitalisierungsweg nun die/der richtige sei. Diese Verunsicherung trägt zu einer Investitionszurückhaltung bei. Und so beklagen 41,3 Prozent der IT-Dienstleister einen Auftragsmangel.
Garniert wird diese Gemengelage mit einem Fachkräftemangel, der in dem Moment wahrscheinlich wieder mehr zum Tragen kommt, wenn die Auftragslage anzieht. Hier schielen viele auf KI als Lösung. Laut Dr. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, erhoffen sich Unternehmen eine durchschnittliche Steigerung der Produktivität durch KI von 8,1 Prozent, bei Dienstleistern sind es sogar 9,5.
Doch im Moment kann KI, oft als Lösung aller Probleme angepriesen, noch nicht punkten. Und das vor allem, weil Unternehmen oft noch keine Idee haben, wie sie KI wertstiftend bei sich einsetzen können. Die Use Cases fehlen also, genauso wie der Business Case für die Systemhäuser. Im Augenblick sind es vor allem die Hersteller von Soft- oder Hardware, die in ihre Lösungen KI-Funktionalitäten einbauen. Mit Blick auf Systemhäuser und deren Kunden fehlt es im Moment vielerorts noch an Ideen für sinnvolle und wertschöpfende KI-Einsatzszenarien für Geschäftsprozesse. Doch genau diese gilt es, zu entwickeln. Das unterstreicht auch Prof. Dr. Isabel Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der TUM, in ihrem Vortrag. Ob Meeting-Zusammenfassung, E-Mail-Optimierung oder neue Geschäftsideen dank ChatGPT: KI wird künftig im Wettbewerb der entscheidende Faktor sein. Wie es gehen kann, zeigen zwei Beispiele: AMAG, ein großer Schweizer Autohändler, hat sich auf den Weg zur Data-driven-Company gemacht, wie Vanessa Viellieber, Head of Data & Advanced Analytics bei AMAG, darstellt. Doch dieser Weg ist lange und besteht aus vielen Puzzleteilen.
Auch die Münchner Stadtwerke setzen auf KI und haben erste Anwendungen im Einsatz. Für Dr. Maximilian Pohl, dort Head of IT Innovation, ist aber klar: „Noch vor dem Einsatz von KI steht die Optimierung von Geschäftsprozessen und Datenbeständen. Im nächsten Schritt erst können digitalisiert und automatisiert werden. Das Sahnehäubchen sei dann der Einsatz von KI. Da viele Mittelständler lange nicht so weit sind und noch einen guten Weg zurückzulegen haben, gibt es hier für die Dienstleister noch unglaublich viel Potenzial zu heben – ganz ohne KI.“
Unsicherheit als Konstante
Mit Blick auf KI gilt es, sich resilient aufzustellen. Blickt man zurück, so ist dies in vielerlei Hinsicht bereits gelungen. Denn durch die Unterbrechung der Lieferketten in Corona-Zeiten haben Unternehmen gelernt und sich in der Beschaffungskette diversifiziert, Lagerkapazitäten aufgebaut und die Fertigungstiefe erhöht. Doch es gibt noch einige To-Dos. Wohlrabe empfiehlt jedenfalls ein Unsicherheits-Monitoring. Neben einem Plan A, sollte man immer auch einen Plan B und C haben, so der Ifo-Manager. Langfristiges Personalmanagement, eine weitere Diversifizierung der Lieferketten und eben auch KI gehören auf der Agenda nach oben.
Dass es dabei nicht um Abschottung geht, war Konsens unter den Teilnehmern. In diese Kerbe schlug auch PD Dr. Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr in München, der anhand von Halbleitern die Abhängigkeiten im Machtgefüge skizzierte und für einen stärkeren Beitrag Deutschlands in der Nato plädierte.
Stand: 08.12.2025
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Das Fazit
Risikominimierung, Auslotung von Chancen und eine resiliente Aufstellung – das sind die Leitplanken, um in Zeiten größerer Unsicherheiten und multipler Krisen gut gewappnet zu sein.