Gehaltsstruktur in Deutschland So viel verdienten Deutschlands Vollzeitbeschäftigte im Jahr 2024 – oder so wenig

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das obere Prozent der Gehaltsstruktur unter Vollzeitbeschäftigten verdiente im Jahr 2024 mindestens 213.286 Euro brutto, berichtet Destatis. Der mittlere Bruttojahresverdienst lag mit 52.159 Euro deutlich niedriger. Und die unteren zehn Prozent der Verdienstverteilung lagen maximal bei 32.526 Euro.

Viele Menschen (und Krabben) mögen Moneten. Aber viele Menschen haben nicht richtig viele Moneten.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Viele Menschen (und Krabben) mögen Moneten. Aber viele Menschen haben nicht richtig viele Moneten.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Fast alle mögen Moneten. Aber über Gehalt redet man nicht, das versucht zumindest jedes Unternehmen den Angestellten einzubläuen, um möglichen Futterneid bei gleicher Position und ungleicher Entlohnung zu unterbinden. Aber seien wir doch mal ehrlich: Redet nicht jeder über sein Gehalt, zumindest unter den Vertrauten unter den Kollegen oder daheim am Esstisch?

Einmal im Jahr packt zumindest das Statistische Bundesamt (Destatis) die Karten auf den Tisch, und so war es im April 2025 so weit: Wir erfuhren, was der mittlere Bruttojahresverdienst in Deutschland ist, wie viel das oberste Prozent unter den Vollzeitbeschäftigten erhält, wie viel die unteren zehn Prozent. Und die Daten, die aus der Verdiensterhebung 2024 stammen, zeigen wieder einmal, wie sehr die Lebensrealitäten in Deutschland auseinanderklaffen.

Da können 99 Prozent nur staunen

Vorweg einige Hinweise zur Analyse des Destatis. Es wurden ausschließlich Vollzeitbeschäftigte mit sieben oder mehr Beschäftigungsmonaten im Berichtsjahr, also 2024, betrachtet. Bruttoverdienste von Teiljahren wurden auf zwölf Monate hochgerechnet. Und: „In dieser Pressemitteilung wird als Durchschnittswert des Verdienstes sowohl der Median (mittlerer Verdienst) als auch das arithmetische Mittel (durchschnittlicher Verdienst) angegeben. Während mit dem arithmetischen Mittel der Quotient aus der Summe aller Werte und der Anzahl der Werte gemeint ist, wird unter dem Median der Wert verstanden, der eine Verteilung halbiert. Entsprechend liegen 50 % der Werte über beziehungsweise unter dem Median.“ Das bedeutet in der Praxis, dass der Median die Realität meistens deutlicher widerspiegelt, als das arithmetische Mittel.

Die Entwicklung des Medians der monatlichen Bruttoarbeitsentgelte.(Bild:  Bundesagentur für Arbeit)
Die Entwicklung des Medians der monatlichen Bruttoarbeitsentgelte.
(Bild: Bundesagentur für Arbeit)

Wo also lag der Median im Jahr 2024? Bei genau 52.159 Euro Bruttoverdienst. Bedeutet, dass die eine Hälfte der Bevölkerung Deutschlands mehr und die andere Hälfte weniger verdient hat. 2023 lagen die Medianentgelte laut Bundesagentur für Arbeit und Entgeltatlas bei 45.552 (3.796 Euro x 12 Monate) - der höchste Anstieg seit einigen Jahren, wie sich an der Entwicklung des Medians ablesen lässt. Im Jahr 2024 ist der Medianverdienst also noch einmal spürbar gestiegen.

Das oberste 1 Prozent der Vollzeitbeschäftigten hingegen konnte fast viermal so viel Bruttogehalt einstreichen, nämlich mindestens 213.286 Euro und in manchen Fällen sogar mehr. Die untersten zehn Prozent hingegen erhielten im Jahr 2024 32.526 Euro brutto – oder weniger. Das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen, angesichts steigender Mieten, Energiekosten und Lebensmittelpreise. Die Destatis-Erhebung zeigt, dass die Schere beim Einkommen groß bleibt und die Diskussion über faire Löhne aktueller denn je ist.

Dieser Artikel erschien zunächst bei unserer Schwesterpublikation Elektronikpraxis. (sb)

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