SAP-Modernisierung So gelingt die Migration zu S/4HANA

Ein Gastbeitrag von Christian Geckeis* 5 min Lesedauer

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Unternehmen bereiten sich auf das bevorstehende Wartungsende der SAP Business Suite im Jahr 2027 und somit auf den Umstieg auf S/4HANA vor. Allerdings geht die komplexe SAP-Modernisierung nicht einfach von der Hand, sondern beansprucht unter Umständen mehrere Jahre.

Die langwierige SAP-Migration ist mit Risiken verbunden, die das Datenmanagement als Teil einer strukturierten Planung unabdingbar machen.(Bild:  frei lizenziert Piro - Pixabay /  Pixabay)
Die langwierige SAP-Migration ist mit Risiken verbunden, die das Datenmanagement als Teil einer strukturierten Planung unabdingbar machen.
(Bild: frei lizenziert Piro - Pixabay / Pixabay)

Im Zuge der SAP-Modernisierung kann es aufgrund falscher Entscheidungen dazu kommen, dass der gesamte Ablauf ins Stocken gerät und im schlimmsten Fall wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Wenn dadurch bereits durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen zunichte gemacht werden und betroffene Unternehmen wieder bei null anfangen müssen, ist das fatal – vor allem im Anbetracht der Ressourcen, die sie in das Projekt investiert haben und weiterhin investieren.

Dass sich Unternehmen deshalb zunehmend unter Druck gesetzt fühlen, verwundert nicht. Eine aktuelle Studie bestätigt das: Demnach sagen 41 Prozent der befragten Unternehmen, die die Migration bereits durchgeführt haben oder mittendrin stecken, dass sie unter großem bis sehr großem Handlungsdruck stehen. Das Verheerende: Steigender Druck erhöht das Risiko von Fehlern, die unter Umständen für das vorzeitige Aus des Projekts verantwortlich sein können.

Wenn Daten zur Herausforderung werden

Gründe für das Scheitern von Modernisierungsprojekten sind oftmals in den gesetzten Prioritäten zu finden. In der Praxis fokussieren sich viele Unternehmen in erster Linie auf die Migration ihrer Prozesse, wobei die Daten zur Nebensache werden. Allerdings liegt hier ein Widerspruch in sich: Wenn die Datengrundlage in der neuen Umgebung nicht gut genug ist, sind auch die besten Prozesse unwirksam. Die Vorteile einer Modernisierung von ERP-Systemen können sich nur dann entfalten, wenn die zugrundeliegenden Daten in ihrer Qualität mindestens gleichwertig – im besten Fall sogar hochwertiger – sind. Hinzu kommt, dass SAP S/4HANA sehr hohe Anforderungen an die Datenqualität stellt. Deshalb sollten Bereinigung und Strukturierung sämtlicher Daten, die migrieren, vorrangig erfolgen.

Vor diesem Hintergrund ergibt sich allerdings sofort die nächste Herausforderung: Die IT-Landschaften von Unternehmen sind über Jahrzehnte hinweg gewachsen. Somit müssen nicht nur die Daten aus ERP-Systemen, sondern auch aus anderen Quellen ihren Weg in die Cloud finden. Daneben halten Legacy-Systeme in vielen Unternehmen fleißig die Stellung, die unter Umständen bis zum Abschluss des Modernisierungsprozesses parallel zur neuen Infrastruktur laufen, um das Ausfallrisiko gering zu halten. Um einen Überblick über all diese Daten aus den zahlreichen verstreuten Quellen zu erhalten, ist ihr Zusammenfließen in eine „Single Source of Truth“ unerlässlich. Diese bildet dann die Grundlage, um die Daten auf ihre Migration vorzubereiten.

Frühjahrsputz im Datenhaushalt

Bevor es an die eigentliche Migrationsarbeit gehen kann, sollten sich die Verantwortlichen einen vollständigen Überblick über ihre Daten verschaffen. In erster Linie geht es darum, die Konsistenz und Qualität des Datenbestandes zu verbessern. Vor allem bei großen Datenmengen ist es ratsam, alle relevanten Daten zentral zu sammeln und eine Kuratierung vorzunehmen. Dieser Prozess nimmt unter Umständen viel Zeit in Anspruch, da sich die Daten auf verschiedene Systeme verteilen, isoliert vorliegen und daher nur schwer zu finden sind. Deshalb sollten Unternehmen diesen Schritt frühzeitig planen.

Im Zuge der Bereinigung sollten Unternehmen die aus unterschiedlichen Quellen stammenden Daten deduplizieren. Dadurch schrumpft die allgemeine Datenmenge, was folglich den Migrationsprozess beschleunigt. Gleichzeitig sinkt auch das Fehlerrisiko. Darüber hinaus bietet es sich an, Kennzahlen festzulegen, um die Modernisierung messbar zu machen, Fortschritte zu verfolgen und zu erkennen, wo Unternehmen weitere Optimierungsmaßnahmen ansetzen sollten.

Herr über das Datenchaos werden

Den Datenbestand auf die Migration vorzubereiten, kostet sehr viel Zeit und stellt für viele Unternehmen daher eine große Herausforderung dar. Das gilt auch für den eigentlichen Migrationsprozess. Führen Unternehmen diesen manuell durch, besteht zudem nicht nur die Gefahr, dass sich das Projekt verzögert, sondern auch, dass sich Fehler einschleichen und die Datenqualität darunter leidet. Angesichts des Ziels, qualitativ hochwertige Daten in die neue SAP-Umgebung zu speisen, ist ein solches Vorgehen eher kontraproduktiv. Daher ist der Einsatz von Tools, die diesen Prozess bei einem geringeren Fehlerrisiko automatisieren und beschleunigen, unerlässlich.

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Vor diesem Hintergrund nehmen Datenmanagement-Lösungen im Rahmen der SAP-Modernisierung eine Schlüsselrolle ein. Mit ihnen lassen sich alle relevanten Daten effizienter ausfindig machen, sammeln und zentralisieren. Zudem unterstützen sie die Kuratierung und Bereinigung des Datensatzes, da sie zum Beispiel mehrfach vorhandene Daten automatisch identifizieren und deduplizieren.

Gewusst wie: Unnötige Betriebskosten während und nach der SAP-Modernisierung vermeiden

Fallback-Möglichkeiten sind im Modernisierungsszenario immer sinnvoll, damit der Betrieb im Falle von Problemen aufrechterhalten bleibt. Allerdings kann es sehr kostspielig sein, Quell-Systeme am Laufen zu halten – besonders dann, wenn sie nicht mehr aktiv verwendet werden. In einem Stammdatenverwaltungssystem hingegen lassen sich Stammdaten besser pflegen und fungieren als Ersatz für Altsysteme. Diese können dann nach Abschluss der Migration problemlos abgeschaltet werden. Transaktionsdaten wiederum sind gut in einem wesentlich günstigeren Data Lake aufgehoben. Eine solche Aufteilung erfordert eine gute Datenkatalogisierung und -verwaltung im Datenpool. Das hat den Vorteil, dass sich Daten bei Bedarf schnell wiederfinden lassen.

Diese Vorgehensweise verringert nicht nur die Fehlerquote, sondern wirkt sich ebenfalls zeit- und kostensparend auf den gesamten Migrationsprozess aus. Ein weiterer großer Vorteil: Eine (automatisierte) Datenmanagement-Lösung sorgt nicht nur vor und während, sondern auch nach der Modernisierung einen erheblichen Mehrwert. Da es ist Zukunft wichtiger wird, datengetrieben zu agieren, profitieren Unternehmen auch nach Abschluss der Modernisierung von einer modernen Datenmanagementstrategie – die passende Lösung dafür haben sie ja schon.

Fazit

Die SAP-Modernisierung und der Umstieg auf S/4HANA sind Prozesse, die nicht von heute auf morgen durchführbar sind. Wenn Unternehmen weder über eine gut durchdachte Datenmigrationsstrategie verfügen noch ihre Daten ausreichend auf die Migration vorbereiten, steigt das Risiko, dass das Projekt scheitert. Eine (automatisierte) Datenmanagement-Lösung unterstützt die Datenbereinigung und sorgt so dafür, dass qualitativ hochwertige Daten schnell und risikofrei in die neue Cloud-Umgebung übertragen werden.


* Der Autor Christian Geckeis ist seit September 2021 General Manager DACH bei Informatica, einem führenden Anbieter für Enterprise Cloud Data Management. Zuvor war der studierte Wirtschaftsinformatiker unter anderem bei IBM, SAP, Microsoft und Amazon tätig, zuletzt in der Rolle des Head of Enterprise Customer Acquisition DACH. Zu seinen Kernkompetenzen zählen die Entwicklung und Führung von Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation, Cloud Business Development sowie Sales- & Peoplemanagement.

Bildquelle: Informatica

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