Jobwechselkompass Überlastete Mitarbeiter wechseln schneller das Unternehmen

Quelle: Pressemitteilung Königsteiner Gruppe 3 min Lesedauer

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Ein wichtiger Grund für Beschäftigte den Job zu wechseln, ist laut aktuellem Jobwechselkompass das Arbeitsaufkommen. Aber auch zufriedene Angestellte erwägen laut Umfrage immer öfter einen Wechsel.

Der Fachkräftemangel scheint Angestellten mehr Selbstbewusstsein zu geben: 65 Prozent der Befragten sehen für sich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.(Bild:  Studio Romantic - stock.adobe.com)
Der Fachkräftemangel scheint Angestellten mehr Selbstbewusstsein zu geben: 65 Prozent der Befragten sehen für sich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
(Bild: Studio Romantic - stock.adobe.com)

Eine erhöhte Arbeitsbelastung mündet in vielen Fällen in einem Jobwechsel. So das Ergebnis des aktuellen Jobwechselkompass der Königsteiner Gruppe. Quartalsweise wird dort gemeinsam mit der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de die Wechselbereitschaft von Angestellten erhoben.

Für die repräsentative Erhebung werden regelmäßig mehr als 1.000 Beschäftigte zu ihren beruflichen Plänen befragt. Demnach liegt die Wechselbereitschaft in Deutschland bei 32 Prozent – dasselbe Ergebnis wie vor einem Jahr. Bei jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren liegt sie derzeit sogar bei 46 Prozent. Ein entscheidender Grund für die hohe Bereitschaft, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen, liegt laut Erhebung in vielen Fällen an einem zu hohen Arbeitsaufkommen. So finden 55 Prozent der wechselwilligen Arbeitnehmer, dass sie bei ihrem aktuellen Arbeitgeber zu viel arbeiten. Zum Vergleich: bei denjenigen, die keinen Jobwechsel anstreben, liegt der Anteil bei nur 28 Prozent. Zudem fühlen sich 70 Prozent der potenziellen Jobwechsler im Job gestresst. Diejenigen, die keinen Wechsel anstreben, sind seltener gestresst. Ihr Wert liegt mit 41 Prozent deutlich unter dem der Wechselwilligen. Mit ihrer aktuellen Work-Life-Balance sind indes 51 Prozent der Wechselwilligen unzufrieden, hier liegt der Wert der im Job Verbleibenden bei nur 20 Prozent.

Hohe Wechselbereitschaft trifft auf hohe Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber

Die Zufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitgeber bewegt sich laut Ergebnissen trotz der hohen Wechselwilligkeit auf einem hohen Niveau. Insgesamt gefällt fast zwei Drittel (65 %) aller Beschäftigten ihr derzeitiger Arbeitgeber. Selbst von denjenigen, die einen Jobwechsel anstreben, geben noch 39 Prozent der Befragten an, sich in ihrem Arbeitsumfeld wohl zu fühlen. „Wir erleben derzeit eine paradoxe Situation auf dem Arbeitsmarkt. So haben wir es mit einer anhaltend hohen Wechselbereitschaft zu tun, die aber einher geht mit einer ebenso hohen Arbeitgeberzufriedenheit", meint Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe. Das sei für viele Unternehmen durchaus beunruhigend, weil sie trotz umfangreicher Arbeitgeberleistungen trotzdem mit einer steigenden Mitarbeiterfluktuation zu rechnen hätten, so Wagener weiter. Hintergrund dieser Situation sei, dass viele Beschäftigte ihre gute Marktposition, die ihnen der Fachkräftemangel beschert, ausnutzen möchten, vermutet Wagener. 65 Prozent der Befragten gehen davon aus, über gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verfügen. Bei den Jobwechslern sind sogar 69 Prozent davon überzeugt, gegenwärtig besonders gefragt zu sein.

Je gestresster die Angestellten, desto eher sind sie bereit ihren Job zu wechseln. Das geht aus den neuen Ergebnissen des Jobwechselkompass hervor.(Bild:  Königsteiner Gruppe)
Je gestresster die Angestellten, desto eher sind sie bereit ihren Job zu wechseln. Das geht aus den neuen Ergebnissen des Jobwechselkompass hervor.
(Bild: Königsteiner Gruppe)

Stressbewältigung funktioniert, verändert aber die Wechselwilligkeit nicht

Insgesamt ist die Mehrheit aller Beschäftigten mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden. So finden 69 Prozent, dass sie Arbeit und Privatleben gut trennen können. Diese Selbstbeschreibung bestätigen mehr als die Hälfte der Jobwechsler (55 %), von denen 43 Prozent das Gefühl haben, von ihrem derzeitigen Arbeitgeber ausreichend unterstützt zu werden (gesamt 56 %). 62 Prozent aller Befragten geben zudem an, dass sie sich aktuell neben ihrer Arbeit ausreichend um ihre körperliche Gesundheit kümmern können. Das bestätigen auch 51 Prozent der Wechselwilligen. „Die Zahlen zeigen, dass viele Mitarbeitende durchaus einen Weg finden, sich mit ihrem Stresslevel nach der Arbeit auseinanderzusetzen und dieses zu verarbeiten", meint Peter Langbauer, Geschäftsführer von stellenanzeigen.de. Trotzdem sei das Stressgefühl gerade bei denjenigen, die einen Jobwechsel erwägen besonders hoch. Sieben von zehn potenziellen Jobwechslern verspüren eine Überbelastung. „Für Arbeitgeber bedeutet das, dass vor allem ihre Führungskräfte das Arbeitsaufkommen ihrer Belegschaften im Blick behalten sollten", so Langbauer weiter. Andernfalls könnte steigende Mitarbeiterfluktuation drohen. In Anbetracht des bestehenden Fachkräftemangels eine potenziell kritische Situation.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal MM MaschinenMarkt.

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