Eset-Umfrage IT-Sicherheit: Wie gut ist der Stand der Technik?

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Der Mensch ist das größte Einfallstor für Cyberangriffe. Der Stand der Technik könnte in Deutschland besser sein. Dies ist bekannt. Eset zeigt durch eine Studie nun auf, dass deutsche Unternehmen aber aufholen. Ist IT-Sicherheit immer noch Chefsache?

Eset-Umfrage: Deutsche Unternehmen holen beim „Stand der Technik in der IT-Sicherheit“ auf.(Bild:  Deenanath - stock.adobe.com)
Eset-Umfrage: Deutsche Unternehmen holen beim „Stand der Technik in der IT-Sicherheit“ auf.
(Bild: Deenanath - stock.adobe.com)

Wie gut sind deutsche Unternehmen mit dem „Stand der Technik in der IT-Sicherheit“ vertraut? Für den Grad der eigenen Cyberverteidigung keine unwichtige Frage. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des IT-Sicherheitsherstellers Eset ging dieser nach.

Die Ergebnisse zeigen: In der Umsetzung ist noch Luft nach oben. 85 Prozent der Befragten gaben an, den Begriff „Stand der Technik in der IT-Sicherheit“ zu kennen. Kaum mehr als die Hälfte ist richtig informiert. Insgesamt geben große Unternehmen ein besseres Bild ab als kleinere oder inhabergeführte. Interessant: Der Stand der Technik in der IT-Sicherheit scheint keine Chefsache zu sein.

Stand der Technik ist kein Marketingbegriff

„Hinter ‚Stand der Technik in der IT-Sicherheit‘ verbergen sich keine klar umgrenzten Handlungsempfehlungen oder eine eindeutige Definition, welche IT-Security-Technologien oder -Lösungen einzusetzen sind“, sagt Philipp Plum, IT-Sicherheitsexperte bei Eset Deutschland. „Es handelt sich vielmehr um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der längst im Geschäftsalltag angekommen ist – beispielsweise in Gesetzen oder ganz pragmatisch in Cyberversicherungen.“

Viele Unternehmen würden mehr in IT-Sicherheit investieren und haben dabei den Stand der Technik im Blick. Kleinere Organisationen müssten hier noch nachziehen, der Trend sei aber positiv.

Überschätztes Wissen bei vielen Umfrageteilnehmern

Auch wenn 85 Prozent den Begriff kannten, stellte sich mit einer Kontrollfrage heraus, dass der Bezug zur IT-Sicherheit letztlich von der Hälfte korrekt hergestellt wurde. Viele Befragte gaben bei der Frage, „wann ein IT-Produkt nicht mehr dem Stand der Technik genügt“, eher eine zu lange Laufzeit an. Jeder Fünfte stimmt der Aussage zu, dass Produkte, die nicht mehr allgemein oder gesellschaftlich akzeptiert sind, vom Stand der Technik abweichen.

64 Prozent der Befragten, die den Begriff kennen, sind der Ansicht, dass das Security-Niveau ihres Unternehmens dem Stand der Technik entspricht. Je besser die Teilnehmer informiert sind, desto positiver sehen sie die Umsetzung im eigenen Unternehmen: Mit 80 Prozent Zustimmung liegen die Fachleute über dem Durchschnitt.

Große Unternehmen sind „weiter“ als kleinere

Die Eset-Studie zeigt: Mit zunehmender Unternehmensgröße wächst das Wissen um den „Stand der Technik“ im Bereich IT-Sicherheit. Insbesondere große Firmen (250 und mehr Mitarbeiter) liegen mit 49 Prozent über dem Mittelwert aller Befragten von 42 Prozent. Kleinere Unternehmen liegen dabei unter dem Mittelwert liegen (35 %).

Bei der Frage, ob das eigene Unternehmen die Anforderungen vom Stand der Technik erfüllt, zeigt sich dasselbe Bild. Während bei kleinen Organisationen 54 Prozent dies bejahen, wächst der Wert bei Großunternehmen auf über 72 Prozent an.

Auch bei umgekehrter Fragestellung schneiden die „Großen“ besser ab: Kleine Unternehmen sagen zu 28 Prozent, dass ihr Arbeitgeber dies nicht erfülle. Bei den Umfrageteilnehmern mit über 250 Mitarbeitern liegt dieser Wert nur bei 17 Prozent.

Stand der Technik ist keine Chefsache

IT-Sicherheit scheinbar der Umfrage nach noch nicht Chefsache. Firmenlenker besitzen demnach kein größeres Wissen um den „Stand der Technik“ als die Gesamtheit aller Befragten. Ihre Ergebnisse unterscheiden sich nicht von den Befragten aus nachgelagerten Ebenen.

Inhaber von Firmen liegen allerdings in den Ergebnissen deutlich unter denen von Unternehmen – was nicht unbedingt dafür spricht, dass diese Gruppe das Thema IT-Sicherheit zur Chefsache erklärt hat. „Erfahrungsgemäß sind kleinere Unternehmen mit den Alltagsaufgaben so beschäftigt, dass die Security eher keine obere Priorität besitzt. In der Praxis zeigt sich aber, dass das Security-Niveau steigt, wenn die Chef-Etage die Zügel in die Hand nimmt“, sagt Eset-Experte Philipp Plum.

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