Probleme eines Chipherstellers Bis zu 15.000 Stellen bei Intel betroffen – neuer Plan als Auftragsfertiger

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Bei Intel sollen bis zu 15.000 Arbeitsplätze wegfallen. Mit den Entlassungen will das Unternehmen Geld sparen und viele hausgemachte Probleme bekämpfen. Die Konkurrenz ist groß und neue Märkte sind gefragt. Eine Strategie würde Intel zu einem Konkurrenten von TSMC machen.

Intel plant bis zu 10.000 Stellen abzubauen. Mehr Geld soll in die KI-Chips fließen und man will als Auftragsfertiger auftreten. (Bild:  Intel)
Intel plant bis zu 10.000 Stellen abzubauen. Mehr Geld soll in die KI-Chips fließen und man will als Auftragsfertiger auftreten.
(Bild: Intel)

[Update 2.8.]: Intel hat jetzt die offiziellen Zahlen seiner Sparmaßnahmen bekanntgegeben: Das Tech-Unternehmen will nach offiziellen Angaben 15 Prozent oder rund 15.000 Mitarbeiter kündigen. Damit will das Unternehmen in den nächsten Jahren 10 Mrd. US-Dollar an Kosten einsparen. Das hat die Tagesschau berichtet. Zudem will der Konzern Aktionären vom vierten Quartal an vorerst keine Dividende mehr auszahlen. Intel dominierte einst die Chipbranche, fiel dann aber zurück. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Verlust von gut 1,6 Mrd. Dollar.

Egal ob in Smartphones, Haushaltsgeräten oder Industrie-Robotern, ohne Computerchips geht kaum noch etwas. Nun will der US-Konzern Intel einem Medienbericht tausende Stellen streichen. Umfangreiche Sparpläne sind bereits seit mehr als einem Jahr bekannt. Es wird spekuliert, dass bis zu 10.000 Stellen von den Sparmaßnahmen betroffen sein könnten. Offiziell hat das Intel nicht bestätigt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 110.000 Mitarbeiter. Darunter sind die Mitarbeiter der ausgegliederten Geschäftsbereiche nicht mitgerechnet.

Intel kämpft an mehreren Fronten

Die Vorreiterrolle von Intel ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Vorstandschef Pat Gelsinger investiert massiv in Forschung und Entwicklung, um die Halbleiterindustrie wieder zu stärken. Im Frühjahr hatte Intel und das US-Handelsministerium eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, die eine direkte Finanzierung von bis zu 8,5 Mrd. US-Dollar für Intels kommerzielle Halbleiterprojekte im Rahmen des CHIPS and Science Act ermöglicht.

Der Kampf in der Halbleiterbranche ist hart. Konkurrent AMD konnte in den letzten Jahren massiv aufholen. Hinzu kommen die aktuellen Probleme mit Desktop-Prozessoren. Intel lehnt eine Rückrufaktion ab, obwohl die Schäden irreversibel sind. Viele Anwender wollen auf Prozessoren von AMD umsteigen.

Neue Player kommen auf den Markt

Und auch neue Player wie Nvidia haben Fortschritte in der Halbleitertechnologie gemacht, vor allem bei der künstlichen Intelligenz. Deshalb muss Intel auch bei diesen Chips viel Geld in die Hand nehmen.

Eine Chipproduktion von Grund auf neu aufzubauen, ist nicht einfach und sehr teuer. Mehrere komplexe Maschinen müssen ineinander greifen. Außerdem wird eine Software benötigt, mit der die Schaltpläne erstellt werden können. Die erstellten Schaltpläne für die Chipproduktion müssen auf die einzelnen Maschinen heruntergebrochen werden. Dazu kommen teure Reinräume. Und wenn dort ein Fehler passiert, kann das Millionen kosten.

Intel plant, mit seinem Know-how verstärkt für andere Kunden zu produzieren. Damit wäre das Unternehmen ein direkter Konkurrent von TSMC. Das Werk, das in den nächsten Jahren am deutschen Standort Magdeburg gebaut werden soll, ist Teil des Vorhabens, verstärkt als Auftragsfertiger zu arbeiten.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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