Studie von PwC und Iron Mountain Informationswert-Index als Kennzahl

Redakteur: Marisa Metzger

Ein Index soll Aufschluss geben, wie effektiv Unternehmen in verschiedenen Ländern ihre Informationen als Wettbewerbsvorteil nutzen. Deutschland schneidet nur durchschnittlich ab.

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Nicht alle Unternehmen schlagen aus ihren Informationen Kapital.
Nicht alle Unternehmen schlagen aus ihren Informationen Kapital.
(Bild: pathdoc_Fotolia.com)

Wie gewinnbringend werden Informationen eingesetzt? Um dies herauszufinden, stellt der Informationsmanagement-Dienstleister Iron Mountain gemeinsam mit PricewaterhouseCoopers (PwC) den sogenannten „Informationswert-Index“ vor. Mit dessen Hilfe können Unternehmen bewerten, wie gut sie ihre Informationen nutzen und daraus Kapital schlagen. Die Forscher befragten insgesamt 1.800 Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen mit über 250 Angestellten und Großunternehmen (mehr als 2.500 Angestellte), die gleichmäßig auf Europa und Nordamerika verteilt sind. Eine Punktzahl von 100 stellt den Idealwert dar und bedeuten einen bestmöglichen Profit.

Ländervergleich

Deutsche Unternehmen schneiden in der Studie mit 48 Punkten nur durchschnittlich ab. Dieser Wert zeichnet einen starken Kontrast zu der Selbsteinschätzung deutscher Manager: Fast 70 Prozent der Führungskräfte glauben, dass sie ihre Informationen bereits optimal ausschöpfen.

An der Spitze des Informationswert-Index stehen US-amerikanische Unternehmen mit 56,7 Punkten, gefolgt von kanadischen Unternehmen (49,2 Punkte). Die Niederlande schneiden unter den europäischen Unternehmen am besten ab (48,3 Punkte), danach erst folgt Deutschland. Spanien steht mit 46,6 Punkten an letzter Position. Der Durchschnittswert von 50,1 (47,3 für Europa und 52,9 für Nordamerika) legt nahe, dass die breite Mehrheit der Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe, Lage und Branche – noch einen langen Weg vor sich hat, bevor sie den vollen Wert aus ihren Informationen fördern kann.

Deutschland

Jeder fünfte Befragte (22 Prozent) aus Deutschland gab an, keinen Datenanalysten zu beschäftigen, um den vollen Wert aus Informationen zu fördern. Bei 19 Prozent fehlt es an den nötigen Fähigkeiten zur Dateninterpretation, um mit Informationen gezielte Marketing-Kampagnen zu starten oder Prozesse zu verbessern. So bleibt ein Return on Investment aus, lautet ein Ergebnis der Studie.

Zudem seien nur vier Prozent der Unternehmen in der Lage, ihre Informationen gewinnbringend einzusetzen. Mehr als einem Drittel (36 Prozent) fehlen dazu die nötigen Instrumente und Fähigkeiten. 23 Prozent können aus Informationen keinerlei Nutzen ziehen.

Unterschätztes Wirtschaftsgut

„Die digitale Vernetzung verändert unsere Wirtschaftswelt nachhaltig. Der Kampf um die industriellen Spitzenplätze wird zunehmend in der digitalen und nicht in der realen Welt gewonnen. Deshalb ist die optimale Nutzung und Steuerung von Informationen in Unternehmen geschäftsentscheidend. Ein einfaches Beispiel sind Kundendaten: Mithilfe von intelligenten Datenanalysen lässt sich das Kaufverhalten von Kunden auswerten. Dadurch kann man Kunden individuelle Angebote zukommen lassen und so den Umsatz seigern. Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen noch viel Arbeit vor sich haben und lernen müssen, sich die richtigen Fähigkeiten in der Datenanalyse anzueignen, um in Zukunft mit der Konkurrenz Schritt halten zu können“, erklärt Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer bei Iron Mountain Deutschland.

Ein unterschätztes Wirtschaftsgut in Informationen sieht auch Joachim Mohs, IT-Experte bei PwC: „Noch zeigt unser Informationswert-Index, dass nur vier Prozent der Unternehmen ihre Datenbestände regelrecht auspressen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Wenn es um das Thema Informationsmanagement geht, ist vielen der weltweit führenden Organisationen nicht klar, welche Werte in ihren Datenbeständen schlummern. Sie versuchen auch nicht, es herauszufinden.“

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