Innovative Prozesse, schnellerer Warendurchsatz Herweck nimmt neues Logistikzentrum in Betrieb
Der Saarländische Distributor Herweck ist mit seinem Lager von Kirkel ins fünf Kilometer entfernte Rohrbach umgezogen. Die neue Logistik soll im Tagesgeschäft wesentlich leistungsfähiger sein als die alte und das künftige Wachstum des TK-Spezialisten unterstützen. Am neuen Standort hat Herweck rund zwölf Millionen Euro investiert.
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Wachstum stellt Unternehmen gelegentlich vor Herausforderungen. So erhöhte sich der Umsatz des TK-Distributors Herweck seit 2010 von 160 Millionen auf 300 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Leistungsfähigkeit der Logistik hielt mit dem Wachstum allerdings nicht Schritt. „Wenn man es genau nimmt, hatten wir unsere Kapazitäten definitiv überschritten“, berichtet Vorstand Jörg Herweck. „Und das bereits in den vergangenen beiden Jahren.“
Paletten mussten beispielsweise in den Gängen des Lagers abgestellt werden. Da die Logistik, die der Großhändler bereits 2005 und 2009 erweitert hatte, auf zwei Gebäude aufgeteilt war, wurde ein Umzug nach den Worten Herwecks „zur einzig logischen Konsequenz“.
Der Distributor hat sein neues Logistikzentrum in St. Ingbert-Rohrbach, knapp fünf Kilometer vom bisherigen Standort in Kirkel entfernt, am vergangenen Freitag nach knapp zwei Jahren Bauzeit offiziell eröffnet. Zur Feier kamen etwa 400 Gäste, darunter zahlreiche Partner sowie Vertreter von Herstellern und Providern wie 1&1, Delock, Estos, Jabra, O2, Vodafone, Telekom und Unify. Rund zwölf Millionen Euro hat Herweck am neuen Standort investiert, wohin bis 2015 das gesamte Unternehmen umzieht.
Neue Prozesse
Bei dem Logistikzentrum handelt es sich um eine 3.600 Quadratmeter große Halle mit Fachböden-, Hochregal- und Blocklagern. Das Herzstück bilden ein modernes Fördersystem (Investitionssumme: 1,2 Millionen Euro) und eine Lagerverwaltungs-Software, die im Zusammenspiel neue Prozesse ermöglichen. „Schnelligkeit und Qualität stehen im Vordergrund“, betont Herweck. „Mit der neuen Logistik sind wir für die kommenden Jahre gerüstet.“
Der Distributor hat derzeit 13.000 verschiedene Produkte gelistet und hält 380.000 einzelne Artikel auf Lager. Das Sortiment soll weiter vergrößert und die Stückzahl erhöht werden, wie Philippe Geyer, Logistikleiter bei Herweck, ankündigt. Zugleich will er sicherstellten, dass Kunden selbst bei später Bestellung am folgenden Tag beliefert werden. „Wir wollen in Zukunft bis zu einem Vierfachen der heutigen Leistung erbringen“, verrät der Experte.
Externe Beratung
Geyer kam im März 2012 nach Stationen in Handel, Automobilbranche und Industrie zu dem TK-Distributor und hat den Aufbau des neuen Lagers mitgestaltet. Bei Konzeption und Umsetzung wurde Herweck durch die Dortmunder Spezialisten von Integral Logistics begleitet. Das Beratungshaus verfolgt einen ganzheitlichen Planungsansatz, mit dem es Kunden von der Strategieentwicklung bis zur Realisierung der Projekte unterstützt. Im Vorfeld haben die Experten ein Jahr lang die Logistikdaten in Kirkel erfasst und analysiert. Auf Basis der Ergebnisse wurden die Anforderungen für den neuen Standort definiert.
Eine maßgebliche Neuerung in der Herweck-Logistik ist das so genannte Multi-Order-Picking, bei dem Lageristen künftig mehrere Aufträge gleichzeitig bearbeiten. Artikel sollen dadurch bis zu zehnmal schneller als zuvor am Warenausgang sein. Damit ist der Großhändler theoretisch in der Lage, stündlich bis zu 700 Pakete zu versenden. Zunächst werden die Saarländer im Tagesgeschäft wohl auf etwa 150 Sendungen pro Stunde kommen, schätzen sie. Die Logistik bietet also noch Potenzial für die weitere Expansion. „Wir haben immer noch den Vorwärtsgang eingelegt und wollen weiter wachsen“, versichert Jörg Herweck.
Einen Teil der Lieferungen wickelt der Distributor derzeit noch über die alte Logistik ab. In etwa sechs Wochen soll der gesamte Warenbestand an den neuen Standort verlagert sein. Marketing, Einkauf und IT ziehen im Sommer von Kirkel in das neue Bürogebäude hinter der Lagerhalle, das sich derzeit im Rohbau befindet. Und im kommenden Jahr, wenn der zweite Bauabschnitt beendet ist, sollen Vertrieb und Buchhaltung nach Rohrbach wechseln. □
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