Insolvenzverfahren ist bereits eröffnet Hat Product + Concept noch eine Zukunft?

Redakteur: Harald Jacob

Über den Berliner eBusiness-Spezialisten Product + Concept eröffnete das Amtsgericht Charlottenburg am 1. April das Insolvenzverfahren. Bis Ende Juni soll sich entscheiden, wie es

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Über den Berliner eBusiness-Spezialisten Product + Concept eröffnete das Amtsgericht Charlottenburg am 1. April das Insolvenzverfahren. Bis Ende Juni soll sich entscheiden, wie es weitergeht.

Nach wie vor läuft dass Geschäft der insolventen Product + Concept GmbH, und immer noch unter dem »Trusted-Shop«-Zertifikat. Der eBusiness-Spezialist betreibt weiterhin sowohl den Online-Shop von FSC als auch den IT-Shop von T-Systems. Die Telekom-Tochter hatte den Insolvenzantrag am 20. Dezember 2007 gestellt, um finanzielle Unklarheiten mit dem Vertragspartner zu klären, nachdem eine einvernehmliche Aufarbeitung der Vorgänge zuvor nicht zustande gekommen war (IT-BUSINESS.de berichtete).

Nachdem der vorläufige Insolvenzverwalter Jürgen Spliedt zunächst sehr optimistisch gewesen war, das Unternehmen schnell wieder in gerade Bahnen bekommen zu können, ist inzwischen ungewiss, ob Product + Concept überhaupt noch eine Zukunft hat. Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 1. April das Insolvenzverfahren eröffnet und Spliedt, von der Rechtsanwaltskanzlei Feser & Spliedt, zum Insolvenzverwalter ernannt. Bis 24. Mai können Gläubiger ihre Forderungen gegen den Wenshop-Betreiber einreichen. Einen Monat später will das Amtsgericht dann den Fall prüfen.

Im Prinzip sind Fujitsu Siemens und T-Systems zufrieden mit ihrem Dienstleister und wollten eine Zerschlagung verhindern. Wie Norbert Riepl, Unternehmenssprecher bei T-Systems, gegenüber IT-BUSINESS.de angab, habe aber das Inkasso für T-Systems »nicht sauber« stattgefunden. Nach erfolgloser Abmahnung habe man daher »die Reißleine gezogen« und den Insolvenzantrag gestellt.

In der Folge war es zu Problemen mit einzelnen Kundenaufträgen gekommen, insbesondere weil nach dem Insolvenzantrag noch Aufträge per Vorkasse eingingen, die Geschäfte aber zumindest bis zur Einsetzung des vorläufigen Insolvenzverwalters am 8. Januar 2008 aufgrund des Insolvenzrechts eingeschränkt waren. Hier sorgten die Vertragspartner FSC und T-Systems für Ausgleich bei den Kunden.

Ausgestiegen war dagegen IT-Händler Vobis, dessen Online-Shop sowieso nur noch bis 31. Januar bei Product + Concept bleiben sollte. Aufgrund des Insolvenzantrags hatte Vobis den Vertrag mit den Berlinern vorzeitig gekündigt und den Start auf der neuen Plattform auf den 17. Januar vorgezogen. Kunden, die auf bezahlte Vobis-Ware warten, verweist Vobis-Vorstand Blochmann an den Shop-Betreiber, da die Kunden keinen Vertrag mit Vobis geschlossen haben.

Aufgrund der offensichtlich bestehenden finanziellen Probleme ist es eher unwahrscheinlich, dass einer der beiden verbliebenen Vertragspartner bei Product + Concept einsteigt, um das Überleben zu sichern, wie Insolvenzverwalter Spliedt lange Zeit hoffte. So kurzfristig auf eine neue Plattform umzusteigen, wie Vobis das aufgrund des vorbereiteten Wechsels konnte, war für die beiden großen P+C-Kunden nicht möglich, so dass sie ein großes Interesse daran hatten, den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten. Ob FSC und T-Systems aber auch Ende Juni – ein halbes Jahr nach dem Insolvenzantrag – noch auf die Dienste von Product + Concept angewiesen sind, ist unwahrscheinlich.

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