12. EXECUTIVE SUMMIT der Vogel IT-Akademie Gipfeltreffen am Fuschlsee
Future Thinking, Future Living, Future Business: Das war das Motto des diesjährigen EXECUTIVE SUMMIT der Vogel IT-Akademie im österreichischen Fuschl am See, zu dem sich Protagonisten der IT-Branche von Systemhäusern, Distributoren und Herstellern mit bekannten Größen aus Lehre, Politik und Wirtschaft trafen.
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Wir leben in turbulenten Zeiten, darin waren sich die Teilnehmer des 12. EXECUTIVE SUMMIT einig. Verwerfungen und disruptive Entwicklungen haben alle Lebensbereiche erfasst, auch darin gingen die Gäste konform, die zu einem zweitägigen Ideen- und Gedankenaustausch ins malerische Schloss Fuschl am See gekommen waren – unverbesserlichen Romantikern auch als „Sissi-Schloss“ bekannt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Carlo Velten, Managing Director der Crisp Research AG. Die von ihm geleiteten Vorträge und Diskussionen gingen dabei weit über das Thema IT hinaus.
Nachhaltige Zukunft
Ganz unromantisch ging Prof. Dr. Franz-Josef Radermacher, Professor für „Datenbanken und Künstliche Intelligenz“ an der Universität Ulm und Mitglied des Club of Rome das Thema „Nachhaltigkeit, Globalisierung, Zukunft – sind wir noch zu retten?“ an. Sein Vortrag beleuchtete die internationale Entwicklung vor zwei großen Problembereichen: Erstens vor dem Hintergrund der rasch wachsenden Weltbevölkerung, mit den zunehmenden Konflikten um Ressourcen und der Problematik immer größerer Umweltbelastungen, zweitens angesichts der aktuellen Weltwirtschaftskrise, die aus einer Weltfinanzkrise resultiert.
5 oder 10?
Die Frage einer nachhaltigen Entwicklung wird durch diese Problembereiche massiv erschwert. Das betrifft sowohl die ökologische Problematik als auch Fragen des sozialen Ausgleichs und der Gerechtigkeit. Die Frage, ob die Welt 5 oder 10 Milliarden Menschen erträgt, ist zuerst eine soziale. Als wesentlichen Faktor identifiziert er die kulturelle Problematik, die die ökologisch-sozialen Fragen weiter verschärft. Er machte deutlich, dass sich aus den aktuellen Trends für die Zukunft drei Attraktoren zukünftiger Entwicklung ableiten lassen: Kollaps, Ökodiktatur/Brasilianisierung und eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft. Für ihn ist nur der letzte Weg mit dem Leitwert Nachhaltigkeit kompatibel.
Nicht normal
Heftige Diskussionen entzündeten sich an dem eher pessimistisch gestimmten Ausblick von Prof. Bofinger, einem der fünf „Wirtschaftsweisen“. Obwohl seit dem Ausbruch der Finanzkrise Ende Juli 2007 inzwischen mehr als sieben Jahre vergangen sind, ist für ihn die Weltwirtschaft weit von einem Normalzustand entfernt. Die Fiskalpolitik weist in wichtigen Ländern nach wie vor sehr hohe Defizite auf. Die großen Notenbanken haben nicht nur ihre Leitzinsen auf Null gesetzt, sie versuchen zudem über Käufe von Anleihen die Wirtschaft zusätzlich zu stimulieren. Doch anstelle der in Anbetracht dieser Politik zu erwartenden Inflationstendenzen ist eher eine Unterkühlung zu erkennen, die den Euroraum an den Rand der Deflation geführt haben.
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