Für den Müll produziert „Geplante Obsoleszenz“: Wenn IT vorzeitig verschleißt
Minderwertige Bauteile, die die Lebensdauer von PCs oder Fernsehern verringern, vorzeitiger Bruch von Kabeln oder das Verhindern von Reparaturen durch verklebte Gehäuse. Ein Gutachten im Auftrag von Bündnis 90 / Die Grünen zeigt einige Beispiele des „geplanten Verschleißes“ beziehungsweise der „geplanten Obsoleszenz“ auch bei IT-Produkten, was die Verkaufszahlen ankurbeln helfen soll.
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Das Phänomen existiert schon seit rund 100 Jahren und wird seitdem gezielt eingesetzt, um höhere Gewinne zu erzielen. Einer der wohl ältesten Fälle der so genannten „geplanten Obsolenszenz“ findet sich in der Automobilindustrie der 1920er Jahre. Henry Ford, unerschütterlicher Anhänger von Qualität und langer Haltbarkeit, produzierte mit dem Ford T 1921 ein Auto, das einen Marktanteil von 61 Prozent erlangte. Allerdings sank der Anteil innerhalb weniger Jahren drastisch auf 30 Prozent und am Ende musste die Produktion von „Tin Lizzy“ sogar eingestellt werden.
Wie alles begann
Ursächlich dafür war unter anderem die Strategie des Konkurrenten General Motors. Das Ziel, immer wieder neue Modelle auf den Markt zu bringen und so Kaufanreize zu schaffen, erreichte das Unternehmen unter anderem durch die Umwertung des Autos weg vom Fortbewegungsmittel hin zur Lifestyle-Ware, die Modezyklen unterliegt, so dass die Vorgängermodelle unmodern erscheinen. Kürzere „Haltbarkeit“ in Verbindung mit geschicktem Marketing generierte einen Wettbewerbsvorteil für General Motors.
Im Laufe der Jahrzehnte bis heute hat es wohl kaum einen Produktbereich gegeben – über Glühbirnen bis hin zu Textilien – in dem die Strategie der geplanten kürzeren Lebensdauer nicht angewandt worden wäre und auch heute noch angewandt wird. Auch IT- und CE-Produkte werden davon nicht verschont, wie nun ein Gutachten, das die Partei Bündnis 90 / Die Grünen in Auftrag gegeben hat, zeigt. In diesem unterscheiden die Autoren zwischen verschiedenen Arten der „geplanten Obsoleszenz“: die bauteilbezogene und konstruktionsbezogene Verkürzung der Lebensdauer, technische Einschränkungen und die Beschränkung der Handlungsmöglichkeiten des Käufers.
Welche ITK-Produkte aktuell beispielsweise unnötige Verschleißteile enthalten oder so konstruiert sind, dass Reparaturen erschwert werden, erfahren Sie auf der nächsten Seite.
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