Europäischer Patentindex Digitale Technologien und saubere Energien treiben Patentnachfrage

Quelle: EPA 3 min Lesedauer

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Das Europäisches Patentamt verzeichnete im vergangenen Jahr 199 275 Anmeldungen und damit 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Top-5-Patentländer sind USA, Deutschland, Japan, die Volksrepublik China und erstmals auch die Republik Korea. Dabei kommt in Europa beinahe jede vierte Patentanmeldung von einem KMU.

Der positive Trend der Patentanmeldungen beim EPA setzt sich fort.(Bild:  EPA)
Der positive Trend der Patentanmeldungen beim EPA setzt sich fort.
(Bild: EPA)

Nachdem das Deutsche Patent- und Markenamt schon kürzlich einen Anstieg der Patentanmeldungen im vergangenen Jahr meldete, hat nun auch das Europäische Patentamt für 2023 ein Plus von knapp 3 Prozent verkündet: 2023 sind beim Europäischen Patentamt (EPA) 199 275 Patentanmeldungen eingereicht worden. Laut dem aktuellen Patent Index 2023 bedeutet dies einen neuen Höchstwert und eine Fortsetzung des positiven Trends von 2022 (+2,6 Prozent) und 2021 (+4,7 Prozent). Als Instrument für den Schutz und die Vermarktung von Erfindungen sind Patentanmeldungen ein Frühindikator für die Investitionen von Unternehmen in Forschung und Entwicklung.

Kleine und mittlere Unternehmen in Europa nutzen immer häufiger Patente. Ihr Anteil an den Anmeldungen erreichte im vergangenen Jahr den bisher höchsten Stand.

EPA-Präsident António Campinos

„Unser aktueller Patentindex zeigt, dass die Erfindungstätigkeit auch im Jahr 2023 weltweit hoch geblieben ist", sagt EPA-Präsident António Campinos. „Das EPA wurde mit der Prüfung von mehr Patentanmeldungen als je zuvor beauftragt. Das unterstreicht sowohl die Attraktivität des europäischen Technologiemarktes als auch die hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen. Kleine und mittlere Unternehmen in Europa nutzen immer häufiger Patente. Ihr Anteil an den Anmeldungen erreichte im vergangenen Jahr den bisher höchsten Stand. Diese Unternehmen können nun auch von dem neugeschaffenen Einheitspatent profitieren. Es hat die Rahmenbedingungen für Innovation in Europa erheblich verbessert. Erfinderinnen und Erfindern bietet es eine einfachere und kostengünstigere Möglichkeit, ihre Erfindungen zu schützen und sie auf dem großen EU-Markt einzuführen."

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Signifikanter Anstieg bei Erfindungen in digitaler Kommunikation und Energietechnologie

Die technischen Gebiete mit den meisten im vergangenen Jahr beim EPA eingereichten Patentanmeldungen waren digitale Kommunikation (einschließlich Technologien für Mobilfunknetze), Medizintechnik sowie Computertechnik. Den größten Zuwachs zeigte 2023 jedoch das Technologiesegment Elektrische Maschinen, Geräte, Energie (+12,2 Prozent gegenüber 2022), das unter anderem Erfindungen zu sauberen Energietechnologien einschließlich Batterien umfasst (+28 Prozent). Auch die Biotechnologie verzeichnete weiterhin steigende Anmeldezahlen (+5,9 Prozent).

Anmeldetrends aus Europa und weltweit

Die fünf aktivsten Ursprungsländer europäischer Patentanmeldungen waren 2023 die USA, Deutschland, Japan, China und die Republik Korea. Rund 43 Prozent aller Anmeldungen kamen aus den 39 Mitgliedstaaten des EPA, 57 Prozent waren außereuropäische Einreichungen (siehe Grafik Ursprung der Anmeldungen).

Die Zahl der Patentanmeldungen aus den Mitgliedstaaten stieg auch 2023 und lag bei 85 748 (+1,8 Prozent). Europäische Unternehmen waren besonders stark in den Segmenten digitale Kommunikation (+10,7 Prozent), Biotechnologie (+6,4 Prozent), Computertechnik (+4,2 Prozent) und Messtechnik (+4,0 Prozent) vertreten.

Huawei führt Ranking der Patentanmelder an

Auch 2023 blieb Huawei der führende Patentanmelder beim EPA. Mit einer deutlichen Zunahme auf mehr als 5 000 Einreichungen entfiel fast ein Viertel aller Patentanmeldungen aus China auf dieses Unternehmen. Auf Rang 2 und 3 folgen Samsung und LG, die zusammen zwei Drittel aller europäischen Patentanmeldungen aus der Republik Korea auf sich vereinen. An vierter bzw. fünfter Stelle rangieren Qualcomm und Ericsson. Unter den Top 10 befinden sich vier Unternehmen aus Europa, zwei aus der Republik Korea, zwei aus den USA und jeweils eines aus China und Japan.

Fast jede vierte Patentanmeldung in Europa von KMU eingereicht

Patente sind auch für kleinere Unternehmen von strategischer Bedeutung. Im Jahr 2023 wurden 23 Prozent aller Patentanmeldungen aus Europa von Einzelpersonen bzw. kleinen oder mittleren Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten eingereicht. Weitere 8 Prozent kamen von Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen (siehe Grafik Anmelder nach Kategorie). Im Rahmen seiner kontinuierlichen Unterstützung für kleinere Anmelder senkt das EPA zum 1. April 2024 bestimmte Gebühren für Kleinstunternehmen, Einzelpersonen, Non-Profit-Organisationen, Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen.

Wie Erfinderinnen beitragen

Der diesjährige Patent Index enthält erstmals auch Statistiken zum Beitrag von Frauen zu technischen Innovationen. So wird in 27 Prozent aller Patentanmeldungen aus Europa mindestens eine Frau als Erfinderin benannt. Unter den größeren europäischen Patentanmeldeländern (mit mehr als 2 000 Anmeldungen pro Jahr) wiesen Spanien (46 Prozent), Frankreich (33 Prozent) und Belgien (32 Prozent) den höchsten Anteil an Patentanmeldungen auf, bei denen im Jahr 2023 mindestens eine Frau als Erfinderin genannt wurde.

In den einzelnen Technologiefeldern reichte der Anteil von 14 Prozent bei Patentanmeldungen im Maschinenbau bis zu 50 Prozent im Bereich Chemie. Die Daten machen deutlich, dass mehr Frauen gefördert werden sollen, um das volle Potenzial von Erfinderinnen auszuschöpfen.

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