Kinder im Netz Eset-Studie: Medienkompetenz bei den Kleinen

Von Barbara Gribl

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Corona und Homeschooling: Die Nutzung digitaler Geräte stieg durch die Pandemie noch mehr an – auch bei Kindern und Jugendlichen. Ob zum Freizeitspaß oder zur Teilnahme am Online-Unterricht: Im Netz unterwegs zu sein bringt Vorteile, aber auch Risiken.

Eset-Studie: Wie schätzen Eltern die Medienkompetenz ihrer Kinder, die von Lehrpersonen und ihre eigene ein?(Bild:  Mediteraneo - stock.adobe.com)
Eset-Studie: Wie schätzen Eltern die Medienkompetenz ihrer Kinder, die von Lehrpersonen und ihre eigene ein?
(Bild: Mediteraneo - stock.adobe.com)

In den vergangenen Jahren nahm der Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu. Immer häufiger ist die junge Generation in den Bildschirm vertieft. Knapp 60 Prozent der Kinder besitzen laut der Eset-Studie „Kinder im Netz“ ein eigenes Smartphone oder Tablet. Bei den 15- bis 17-Jährigen betrifft das fast jeden (91 %). Doch auch die Jüngeren werden immer früher mit mobilen Geräten ausgestattet. Ein Drittel der unter Vierjährigen nutzt die Geräte bis zu zwei Stunden am Tag, jedes sechste Kind noch länger.

Hinter den digitalen Aktivitäten von Kindern lauern oft Gefahren. Kinder surfen häufig ohne kindgerechte Filter. Das zeigt eine von Eset in Auftrag gegebene Studie (durchgeführt von Yougov), in der 1.030 Eltern deutschlandweit im August/September 2022 befragt wurden, wie sie die Medienkompetenz ihrer Kinder und die der Lehrenden/Erzieher einschätzen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für Familien mit Kindern unter 18 Jahren.

Desweiteren ergab die Umfrage, dass fast die Hälfte der Befragten auf ein Kinderschutzprogramm verzichten – am häufigsten Mütter und Väter in Hamburg, Sachsen-Anhalt (jeweils 59 %) und Mecklenburg-Vorpommern (57 %).

Schwere Folgen davon, Kinder unbeaufsichtigt und ungeschützt im Netz surfen zu lassen, können Mobbing oder sexuelle Belästigung sein. In den Medien hört man vermehrt davon, dass sich Kriminelle unbekannte Sicherheitslücken beim Medienkonsum durch Kinder zu Nutze machen.

Surfen ohne kindgerechte Filter

Anders als beim Fahrradfahren oder Schwimmen lernen lassen Eltern beim Thema Internetsicherheit die Finger von (technischen) Hilfsmitteln. Besonders bedenklich ist, dass fast jedes zweite Kind unter vier Jahren und ein Drittel der Vier- bis Elfjährigen ohne Schutz in der digitalen Welt unterwegs sind. Wenig überraschend hingegen: Je älter die Kinder sind, desto häufiger wird von altersgerechten Filtern Abstand genommen.

„Die Ergebnisse der gesamten Eset-Studie zeigen, der Nachwuchs ist jung und vernetzt. Fast jedes Kind kann auf ein digitales Gerät und das Internet zugreifen, was die Corona-Pandemie noch verstärkt hat“, sagt Ildikó Bruhns, Projektleiterin Safer Kids Online. „Neben Schulen und Kindergärten sind auch die Eltern gefragt, ihre Kinder auf die digitale Welt vorzubereiten. Je fitter die Erwachsenen selbst in puncto Medienkompetenz und technisches Knowhow sind, desto mehr können sie ihren Nachwuchs bei der kindgerechten Mediennutzung unterstützen.“

Vertrauen in die Medienkompetenz bei Lehrenden

Noch ein Resümee aus der Umfrage ist, dass Eltern mehr Vertrauen in die Kinder als in die Lehrenden haben. Denn 60 Prozent der Befragten attestieren selbst den unter Vierjährigen sowie den Vier- bis Siebenjährigen ein ausgezeichnetes bis gutes Wissen rund um Internet und Medien. Bei den Acht- bis Elfjährigen sind es sogar 75 Prozent.

Dahingegen schneiden Lehrende und Erzieher bei den Eltern in Sachen Medien- und Internetkompetenz im Vergleich schlechter ab. Die Hälfte erhält die Prädikate ausgezeichnet bis gut. Die Baden-Württemberger (71 %) haben hier im Vergleich das größte Vertrauen in die Medienbildung. Mehr als ein Drittel der Eltern attestieren den Lehrkräften noch Nachholbedarf, vor allem bei den Teenagern. Die kritischsten Stimmen kommen hier aus Sachsen-Anhalt (40 %).

Wie sieht es bei den Eltern aus?

Mehr Vertrauen als in die Fähigkeiten der Lehrkräfte und ihrer Kinder haben Eltern in ihre eigenen: 83 Prozent der Befragten bewerten ihre eigene Medien- und Internetkompetenz von ausgezeichnet bis gut. Insbesondere die Berliner (92 %) und Thüringer (88 %) ziehen für sich die beste Bilanz. Jeder Siebte sieht bei diesem Thema Nachholbedarf. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Elternteilen: Fast 20 Prozent der Väter schätzen ihren Kenntnisstand als ausgezeichnet ein, bei den Müttern sind es acht. Zudem bewertet sich ein Drittel der befragten Männer mit „sehr gut“, bei den Frauen ist es ein Viertel.

Die gesamte Eset-Studie „Kinder im Netz“ finden Sie hier.

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