Probleme sind nicht nur länderspezifisch, sondern systemimmanent

Eine Billion Euro – „Finanzkrise reloaded“

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Selbstregulierung versagt

Marktregulierende Faktoren versagen hier völlig. Es liegt hier ein Systemfehler vor, wie er auch im Rentensystem zu finden ist (seit der Umstellung auf den Generationenvertrag). Damit wird auch klar, wieso die Dienstleistung nicht als virtuelle Mehrwertbeschaffung für B&B dienen kann. Ebenso lassen sich mit der Produktivität dieses Sektors noch nicht einmal die realen Finanzierungslöcher stopfen.

Können wir dieser Abwärtsspirale noch entkommen? Meiner Meinung nach sind radikale Änderungen im gesamten System von Nöten. Die soziale Marktwirtschaft hat genau wie der Sozialismus und Kapitalismus in ihrer Reinform versagt. Denn auch wenn es ein Armutszeugnis für die Menschheit ist, sind wir leider nicht (alle) sozial oder gleich. In der heutigen Form, nehmen sich Reiche und Mächtige immer größere Stücke vom Kuchen. Gleichzeitig gibt es auch Arme, die das System zu ihrem Vorteil ausnutzen.

Konkrete Maßnahmen

Folgende Änderungen sollten einer Wiederherstellung des Gleichgewichts unter der Prämisse des Leistungsprinzips förderlich sein:

  • 1. Staatlich verwaltete Grundsysteme (Stromnetz, Verkehrsnetz, Telefonnetz, digitale Identität), auf die freie, marktwirtschaftliche Strukturen aufbauen.
  • 2. Abkehr vom Gießkannenprinzip bei Sozialleistungen und Fördermitteln. IT ermöglicht Verwaltung und Individualisierung von Leistungen.
  • 3. Verbot von virtuellen Finanzprodukten, die keinen direkten Bezug zu Immobilien oder Gütern haben.

Dies löst nicht die Probleme mit dem Dienstleistungssektor, verschafft aber einem gesunden Gesamtsystem die Möglichkeit einer Quersubventionierung durch die starken Sektoren.

Ich gebe zu, dass ich in diesem Artikel nur Teilaspekte beleuchtet habe, aber irgendwo muss man anfangen. Auch habe ich keinen Anspruch auf das völlige Verständnis und die gedankliche Durchdringung von Wirtschaftssystemen. Aber ich sehe, dass etwas gewaltig schief läuft und frage mich, was ich tun kann? Es bleibt die Frage, ob es reicht, die Stimme zu erheben (oder Artikel zu verfassen), oder ob wir bereits den Punkt überschritten haben, wo Reden alleine nicht mehr ausreicht.

Aber wie ich den deutschen Michel kenne, geht es ihm noch zu gut, um auf die Straße zu gehen. Die Reichen und Mächtigen sollten diese trügerische Ruhe aber nicht mit Dummheit gleichsetzen und dies auch noch als Ansporn nehmen, dem Volk eine Lüge nach der anderen aufzutischen.

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