PoE braucht passende Verkabelung Die versteckte Bremse in Netzwerk­kabeln

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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In vielen Netzwerken lauert eine Bremse für den Datenverkehr. Fachleute kennen das Phänomen unter dem Begriff der Widerstandsunsymmetrie in der Kupferverkabelung. Probleme treten immer häufiger dort auf, wo Unternehmen ihr LAN ungeprüft für PoE nutzen. R&M klärt auf.

Vor der dauerhaften Anwendung von PoE mit höheren Leistungspegeln sollte die gesamte Verkabelung eines LAN geprüft werden.(Bild:  R&M)
Vor der dauerhaften Anwendung von PoE mit höheren Leistungspegeln sollte die gesamte Verkabelung eines LAN geprüft werden.
(Bild: R&M)

Mit PoE lassen sich moderne Endgeräte im LAN mit Strom versorgen. Strom sowie Daten fließen dabei über ein einziges Ethernet-Netzwerkkabel. Das erspart eine zusätzliche elektrische Verkabelung für Endgeräte wie WLAN-Anschlusspunkte, Sensoren, Überwachungskameras und viele weitere Smart-Building-Systeme.

Oft nutzen Unternehmen die bestehende LAN-Verkabelung ungeprüft für neue PoE-Anwendungen. Ebenso setzen sie vorhandene oder preiswerte Patchkabel ein, um die PoE-Geräte anzuschließen. Allerdings steigen die Anforderungen an die LAN-Verkabelung, wenn Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung und PoE mit hohen Strömen zusammenarbeiten sollen. Deshalb empfiehlt R&M, das LAN vor der dauerhaften Anwendung höherer PoE-Kategorien (4PPoE) extra zu prüfen. R&M: „Anwender müssen darauf achten, dass ihre strukturierte Verkabelung PoE-ready ist. Es ist eine absolute Voraussetzung, die Widerstandsunsymmetrie im gesamten LAN – Übertragungskanäle einschließlich Patchkabel – im Griff zu haben.“

Am häufigsten zeigen sich Risiken bei Patchkabeln mit IPC-Kontaktierung (IPC = Insulation Piercing Contact). Das ergaben Tests im R&M-Labor. Piercing-Kontakte können schnell und unterschiedlich altern. Dadurch kann es im Lauf der Zeit zu Widerstandsunsymmetrien kommen. Die Ethernet-Datenübertragung ist sehr robust gegen diese Art von Fehlern und das vorhandene Problem wird deshalb häufig nicht erkannt. Beim Einsatz von PoE kann es dagegen sehr schnell zu Sättigungseffekten in den Überträgern der Aktivgeräte kommen und damit zum Totalausfall der Datenübertragung. Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese Unsymmetrien über die Zeit entwickeln und die Probleme dadurch häufig erst im Betrieb auftreten. R&M stellt fest: „Patchkabel mit Piercing-Kontaktierung eignen sich nicht für eine PoE-Übertragung über lange Zeiträume und bei höheren Leistungspegeln.“

R&M empfiehlt den Einsatz von Patchkabeln mit Schneidklemmkontaktierung, auch Insulation Displacement Contact (IDC) genannt. IDC sorgt für eine dauerhaft stabile, widerstandsarme Kontaktierung der Kupferleiter. In der Regel tritt über die Lebensdauer des IDC-Patchkabels keine Widerstandsunsymmetrie auf.

Weitere Informationen liefert R&M in einem kostenlosen Whitepaper. Vorgestellt werden Messverfahren, die von R&M entwickelte Technologielösung und Kriterien für die Wahl der Patchkabel.

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