Semperis Purple Knight Report 2023 Die Sicherheit von Active Directory ist ausbaufähig

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Semperis hat die Nutzer seines Schwachstellen-Analysetools Purple Knight zur Active-Directory-Sicherheitslage und zu aktuellen Herausforderungen befragt. Das Ergebnis: Die Unternehmen sehen sich zwar besser aufgestellt als im Vorjahr, schätzen die Lage aber dennoch nur als „befriedigend“ ein.

Der Purple Knight Report 2023 zeigt Risiken auf, mit denen Unternehmen bei der Sicherung ihrer Identitätssysteme konfrontiert sind.(Bild:  Semperis)
Der Purple Knight Report 2023 zeigt Risiken auf, mit denen Unternehmen bei der Sicherung ihrer Identitätssysteme konfrontiert sind.
(Bild: Semperis)

Der Purple Knight Report 2023 setzt sich mit Active-Directory-Schwachstellen in Unternehmen (AD) auseinander. Purple Knight ist ein kostenloses Tool zur Bewertung und Beseitigung von AD-Schwachstellen, das laut Entwickler Semperis von mehr als 20.000 Organisationen weltweit eingesetzt wird. Für den diesjährigen Report wurden mehr als 150 Vertreter von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen aus der Purple-Knight-Nutzergemeinde befragt.

Niedrigste Bewertung für Großunternehmen und Versicherungsbranche

Unternehmen, die erstmals Purple Knight nutzen, erzielen im Durchschnitt 72 von 100 möglichen Punkten. Dies ist zwar mehr als die durchschnittliche Punktzahl von 61 im vergangenen Jahr, entspricht aber lediglich der Note „C“ und damit gerade so „befriedigend“.

Betrachtet man die Ergebnisse nach Unternehmensgröße, schnitten Organisationen mit einer Mitarbeiterzahl über 10.000 mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 63 am schlechtesten ab. Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern erzielten mit 73 Punkten den besten Wert, bewegen sich damit aber lediglich im Bereich des Gesamtdurchschnitts. Im Branchenvergleich bildete die Versicherungsbranche mit einer durchschnittlichen Gesamtbewertung von 66 Punkten das Schlusslicht. Unmittelbar darauf folgen Einzelhandel, Transport und öffentliche Infrastruktur mit jeweils 71 Punkten.

Größte Schwächen in Kontosicherheit und Entra ID

Für die aktuelle Untersuchung wurden u.a. die Active-Directory-Sicherheitskategorien Kontosicherheit, AD-Infrastruktursicherheit, Kerberos-Sicherheit, AD-Delegierung, Entra-ID-Sicherheit (zuvor Azure AD) und Gruppenrichtliniensicherheit untersucht. Die Unternehmen meldeten eine durchschnittliche Punktzahl von 61 in der Kategorie Kontosicherheit, die niedrigste Punktzahl in allen von Purple Knight bewerteten AD-Kategorien.

Ebenso wurde untersucht, wie viele Schwachstellen Purple Knight bei den Befragten entdeckt hatte. Die höchste abgefragte Anzahl von fünf Schwachstellen und mehr wurde von 55 Prozent der Teilnehmer für die Kategorie Entra ID gemeldet. Ähnlich hohe Ergebnisse entfallen auf die Kategorien AD-Infrastruktursicherheit (40 %) und Kerberos-Sicherheit (39 %).

Herausforderungen für die Beseitigung von AD-Schwachstellen

Für Unternehmen besteht weiterhin Handlungsbedarf, um identitätsbezogene Sicherheitslücken zu schließen, die häufig von Ransomware-Gruppen wie Vice Society, LockBit, BlackCat und Clop ins Visier genommen werden. Da es sich bei AD jedoch um eine Technologie handelt, die mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert alt ist, fehlen häufig die notwendigen Fähigkeiten oder Erfahrungen, um die relevanten Sicherheitslücken zu finden und zu beheben. Darüber hinaus fällt die Verbesserung der AD-Sicherheit in vielen Unternehmen durch das Raster, da IT-Administratoren und Sicherheitsexperten in unterschiedlichen Teams arbeiten.

Zu den bedeutendsten AD-Sicherheitsherausforderungen für Unternehmen zählen:

  • fehlende Sichtbarkeit von AD-Schwachstellen,
  • Mangel an Zeit und Ressourcen, um die sich ausbreitenden Schwachstellen zu beheben,
  • mangelnde Aufmerksamkeit für AD-Sicherheitsprobleme von Führungskräften und anderen Teams,
  • Komplikationen durch übernommene oder veraltete AD-Infrastrukturen,
  • Versäumnis von Audits durch Dritte zur Identifizierung von Sicherheitslücken.

Die gute Nachricht ist, dass eine Behebung möglich ist, sobald Unternehmen die wichtigsten Schwachstellen in ihrer Active-Directory-Umgebung identifiziert haben. Die Nutzer berichteten von Verbesserungen von durchschnittlich 40 Prozent und sogar von bis zu 64 Prozent, nachdem sie die fachkundige Anleitung von Purple Knight verwendet hatten, um die bei ihrer ersten AD-Bewertung festgestellten Risiken systematisch anzugehen.

(ID:49804605)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung