Fortinet Skills Gap Report 2023 Die kostspielige Realität des Cybersecurity-Fachkräftemangels

Von David Binnig 3 min Lesedauer

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Eine Studie des US-amerikanischen Cybersecurity-Unternehmen Fortinet zeigt, dass die Cyberrisiken aufgrund des Fachkräftemangels zunehmen. Grund für den gravierenden Anstieg sind Kompetenzlücken innerhalb der Unternehmen.

Auch in der virtuellen Welt sind Fachkräfte ein rares Gut. Der starke Anstieg von Sicherheitsverletzungen aufgrund von Kompetenzlücken im Bereich Cybersecurity verdeutlicht dies.(Bild:  monshtadoid - stock.adobe.com)
Auch in der virtuellen Welt sind Fachkräfte ein rares Gut. Der starke Anstieg von Sicherheitsverletzungen aufgrund von Kompetenzlücken im Bereich Cybersecurity verdeutlicht dies.
(Bild: monshtadoid - stock.adobe.com)

Die kostspielige Realität des Fachkräftemangels nimmt auch im Feld der Cybersicherheit immer deutlichere Züge an. Dies zeigt eine aktuelle Studie aus dem Hause Fortinet. Der „Global Security Skills Gap Report 2023“ des im NASDAQ-gelisteten Sicherheitsspezialisten aus Kalifornien, zeigt die Herausforderungen der Branche im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel.

Demnach ist die Zahl der Unternehmen, die zwischen 2021 und 2022 fünf oder mehr Sicherheitsverletzungen erlitten haben, um 53 Prozent gestiegen. Infolge dessen sind viele der meist unterbesetzten Cybersecurity-Teams überlastet. Darüber hinaus gaben 68 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie aufgrund des Fachkräftemangels mit zusätzlichen Cyberrisiken konfrontiert seien.

Die Lage verschärft sich

Schätzungsweise werden 3,4 Millionen Spezialisten benötigt, um die weltweite Personallücke in der IT-Sicherheit zu schließen. 84 Prozent der Unternehmen haben in den letzten 12 Monaten eine oder mehrere Sicherheitsverletzungen erlebt. Im Vorjahr waren es noch 80 Prozent.

Dabei werden die Angriffe nicht nur häufiger, sondern auch immer kostspieliger für die Betroffenen. Fast 50 Prozent der Unternehmen waren in den letzten 12 Monaten mit Sicherheitsverletzungen konfrontiert, deren Behebungen mehr als eine Millionen US-Dollar kostete. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 38 Prozent. Ein Rückgang dieses Trends ist unwahrscheinlich. Vielmehr gehen 65 Prozent der befragten Unternehmen sogar davon aus, dass die Zahl der Cyberangriffe 2023 weiter ansteigen wird.

John Maddison, EVP und CMO bei Fortinet rät den betroffenen Unternehmen deshalb: „In der aktuellen Situation sollten sie überforderte Teams durch Automatisierung entlasten und sich weiterhin auf Cybersicherheitsschulungen und die Weiterbildung der Mitarbeitenden konzentrieren.“

Weiterbildung von IT-Sicherheitsfachkräften und Nachwuchsförderung

Der Fachkräftemangel in der IT-Sicherheit ist zu einem Hauptanliegen der Vorstände avanciert, wie die Studie belegt. Die Arbeitgeber setzen dabei primär auf Schulungen und Zertifizierungen, um Kompetenzlücken innerhalb des Unternehmens zu schließen. Dies gilt sowohl für IT-Fachkräfte, die sich beruflich weiterentwickeln möchten als auch für Quereinsteiger.

Die Unternehmen legen dabei einen hohen Stellenwert auf eine passende Zertifizierung. 90 Prozent der Führungskräfte gaben etwa an, die Einstellung von Personen mit technologiebezogener Zertifizierung zu präferieren. Dies entspricht einem Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wollen Arbeitgeber auch selbst investieren. So sind neun von zehn Führungskräften dazu bereit, die Cybersecurity-Zertifizierungen der Mitarbeitenden zu bezahlen.Trotz allem sind Angebot und Nachfrage nicht im Gleichgewicht. Obwohl Zertifizierungen hoch angesehen sind, gaben mehr als 70 Prozent der Befragten an, dass es schwierig sei, Mitarbeitende mit entsprechenden Nachweisen zu finden.

Diversität als Faktor

Infolgedessen suchen die Unternehmen nach Möglichkeiten, neue Talentpools zu erschließen, um Stellen im Bereich der Cybersicherheit zu besetzen. So verfolgen acht von zehn Unternehmen Diversitätsziele als Teil ihrer Einstellungspraktiken. Jedoch gaben 40 Prozent der Unternehmen an, dass es schwierig sei, diese Diversitätsziele zu erreichen. So zeigt der Bericht, dass die Zahl der Unternehmen, die Frauen (88 % im Jahr 2021) und Minderheiten (67 % im Jahr 2021) einstellen, im Vergleich zum Vorjahr um nur einen Prozentpunkt gestiegen gestiegen ist.

Über den Fortinet Skills Gap Report

Die Ergebnisse der Studie basieren auf Antworten von Online-Interviews und einer E-Mail-Umfrage unter 1.855 IT- und Cybersicherheits-Entscheidungsträgern. Durchgeführt wurde die Studie vom Marktforschungsunternehmen Sapio Research im November 2022 an den folgenden 29 Standorten : Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Volksrepublik China, Philippinen, Singapur, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden,Taiwan, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten. Die Befragten kamen aus verschiedenen Branchen. Zu den Top 3 Sektoren gehören der Technologiesektor (21 %), die Fertigung (16 %) sowie der Bereich der Finanzdienstleistungen (13 %).

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