Good-Morning-Editorial vom 19.12.2016 Die Floppy Disk und das ewige Leben
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Sie stehen bei fast jedem irgendwo zuhause herum: Relikte aus der PC-Vergangenheit, auch bekannt als „Elektroschrott“. Meinen „Brotkasten“-C64 werde ich wohl nie entsorgen, aber was ich an alten Disketten im 3,5-Zoll-Format vernichtet habe, war mülltonnenfüllend. Erstaunlich, dass diese Datenträger die physische Welt nach und nach verlassen, aber in Software als Speichersymbol erhalten bleiben. So kurz vor Weihnachten sei mir ein ketzerischer Spruch erlaubt: „Floppy disks are like Jesus – they died to become the icon of saving.“
Wer in solchen Momenten des Entrümpelns alte Dateien ins Hier und Jetzt retten will und irgendwie die alten Datenträger ausgelesen bekommt, merkt schnell, dass die Abwärtskompatibilität von Word und Co. auch ihre Grenzen hat. Kein Wunder, dass so akribisch an Langzeitarchivierungsformaten wie PDF/A gewerkelt wird, die noch in Jahrzehnten auslesbar sein sollen.
Die wirklichen Langzeitarchivierer setzen aber auf nicht-digitale Speichermedien wie Mikrofilm, der notfalls sogar mit Lupe und Kerze ausgelesen werden könnte.
Zu toppen ist das eigentlich nur noch von den alten Keilschriften auf Tontafeln der Sumerer, die teilweise die Zeit von 3300 v. Chr.bis heute überstanden haben.
Welche Rolle spielt Langzeitarchivierung in Ihrem Leben?
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