Verantwortung für IT-Sicherheit Cybersicherheit? Ist doch einfach, meint der Chef

Von Barbara Gribl 2 min Lesedauer

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Fehlende Experten und die rasante Entwicklung von Cyberbedrohungen machen IT-Sicherheit zur Herausforderung. Sophos ermittelt die überraschende Erkenntnis: Cybersicherheit wird ausgerechnet von den Chefs oftmals unter den Scheffel gestellt.

Sophos-Umfrage unter IT-Sicherheitspersonal: Viele Chefs unterschätzen die Bedeutsamkeit von Cybersicherheit.(Bild:  Tuomas Kujansuu - stock.adobe.com)
Sophos-Umfrage unter IT-Sicherheitspersonal: Viele Chefs unterschätzen die Bedeutsamkeit von Cybersicherheit.
(Bild: Tuomas Kujansuu - stock.adobe.com)

Cybersicherheit ist doch ganz einfach – muss sich zumindest jeder vierte Verantwortliche für IT-Sicherheit in Deutschland anhören. Externe Sicherheitsdienste sollen bei kleinen und großen Unternehmen eine weniger wichtige Rolle spielen. Sophos hat IT-Mitarbeiter in deutschen KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) sowie in Großunternehmen zu ihrem Stresslevel, dem Umgang der Vorgesetzten hierzu und den Schwierigkeiten im Umgang mit Cybersicherheit befragt.

Als größte Herausforderungen nennen die befragten IT-Teams den Fachkräftemangel in der Cybersicherheit und das rasante Tempo der Cyberbedrohungen. Zudem gewinnt Sophos eine eher unerwartete Erkenntnis: Die befragten IT-Experten bemängeln, dass ihnen auch die Einstellung der Firmenleitung das Leben schwer macht.

Ungefähr jeder Vierte teilt die Erfahrung, dass die Unternehmensführung davon ausgeht, dass Cybersicherheit einfach ist und die Bedenken übertrieben sind. Rund 22 Prozent geben an, dass die Unternehmensplanung ihrer Meinung nach der Cybersicherheit nicht konsequent die nötige Priorität einräumt. Und circa 19 Prozent fällt auf, dass einzelne Unternehmensbereiche immer wieder Wege finden, die Security-Regeln zu umgehen.

Unternehmensgröße sorgt für unterschiedliche Bedenken

17 Prozent geben an: Die Unternehmensführung lobt zwar die existierende Cybersicherheit, glaubt aber nicht wirklich an deren Wirksamkeit. In Betriebsgrößen 50 bis 249 gibt das gut jeder Vierte an, in Konzernen findet diese Haltung mit fünf Prozent kaum statt. Je größer das Unternehmen, desto genauer scheinen die Verantwortlichen die Ausgaben abzuwägen und auch an deren Wirksamkeit zu glauben. Die größte Sorge von Mitarbeitern in der IT von Konzernen ist mit 31 Prozent, mit dem Tempo der Cyberbedrohungen nicht mithalten zu können.

In Konzernen fehlt oft einheitliche Sicherheitskultur

Der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar. Kleine Firmen bis 49 Mitarbeiter leiden mit 33 Prozent mehr als der Durchschnitt darunter. Fehlendes Budget sei hier aber kein Hindernis.

Große Unternehmen unterliegen anderen Arbeitsprozessen, und so ist hier laut den Befragten die zweitwichtigste Schwierigkeit im Betrieb (29 %), eine einheitliche und starke Sicherheitskultur im Unternehmen zu schaffen.

Experten für Schulungen und Sicherheitstools helfen

Wie gehen die Unternehmen mit diesen Schwierigkeiten nun um? Viele holen sich zur Bewältigung von komplexen Cyberbedrohungen Unterstützung von außen. Jeder dritte Befragte sagt, dass sich das Unternehmen Spezialisten zu Kompetenzentwicklung, Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter im Bereich Cybersicherheit dazuholt. An zweiter Stelle kommen externe Dienste zu Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmensnetzwerk (28 %). Knapp ein Drittel aller Befragten über alle Unternehmensgrößen hinweg geben an, mittlerweile bei der Reaktion auf und Behebung nach Cyberattacken ein externes Team hinzuzuholen – was die starken Wachstumszahlen in Sachen MDR und Incident Response untermauert.

Bei den Konzernen nennt jeder Dritte, dass keine der genannten Aufgaben an Externe herausgegeben werden. Zudem arbeitet fast ein Viertel der kleinen Firmen bis 49 Mitarbeitern nicht mit externen Spezialisten zusammen, während dieser Wert bei Unternehmen von 50 bis 1000 Mitarbeitern im Mittel bei rund sieben Prozent liegt. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich gerade die kleinsten Firmen immer noch in (fälschlicher) Sicherheit wiegen und sich nach wie vor nicht als Ziel immer gezielterer Cyberattacken sehen.

Mehr zur Umfrage

Die Befragung wurde im August und September 2024 von Techconsult im Auftrag von Sophos unter 202 IT-Mitarbeitern aus Industrie, Handel, Banken und Versicherungen, Öffentlicher Verwaltung, Telekommunikation, Dienstleistungen und Versorgungsunternehmen in kleinen und großen deutschen Betrieben durchgeführt.

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