Gamescom 2025 Computerspielemesse Gamescom startet in Köln

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Bei der Auftaktveranstaltung der Gamescom am Dienstagabend sahen mehr als 5.000 Besucher zahlreiche Spiele-Trailer. Die Politik verspricht Deutschlands Games-Branche eine stärkere staatliche Unterstützung durch Steuererleichterungen.

Die Gamescom öffnet wieder ihre Tore: Vom 20. bis 24. August 2025 werden mehr als 1.500 Ausstellende aus 72 Ländern in Köln erwartet.(Bild:  Koelnmesse GmbH/Marvin Ruppert)
Die Gamescom öffnet wieder ihre Tore: Vom 20. bis 24. August 2025 werden mehr als 1.500 Ausstellende aus 72 Ländern in Köln erwartet.
(Bild: Koelnmesse GmbH/Marvin Ruppert)

Bei der Gamescom, die vom 20. bis 24. August 2025 in Köln stattfindet, zeigen sich mehr als 1.500 Aussteller und damit so viele wie noch nie, 2024 waren es 1.462. Immer stärker zeigen sich auch Streaminganbieter auf dem Kölner Event, die mit Filmen und Serien bekanntgeworden sind und ihre Kundschaft inzwischen auch mit Games an sich binden wollen. Netflix, Disney+ und erstmals Paramount+ sind auf der Gamescom vertreten.

Gaming war nie dynamischer.

Geoff Keighley, Moderator der Gamescom-Eröffnungsshow

In den kommenden Tagen werden Tausende Fans in den Kölner Messehallen erwartet, wo sie neue Spiele ausprobieren können. Die gezeigten Games kommen in den nächsten Monaten oder 2026 auf den Markt. „Gaming war noch nie dynamischer als derzeit“, bewarb der Moderator der Eröffnungsshow, Geoff Keighley, die Branche, deren Spiele dank neuer Technik visuell immer besser werden.

Staatliche Hilfe für die Branche

Die Games-Branche ist im Internetzeitalter auf Wachstumskurs, kommerziell erfolgreiche Spiele aus Deutschland gibt es aber nur wenige. Laut dem deutschen Bundesverband Game haben die hiesigen Spielehersteller einen Kostennachteil von circa 30 Prozent.

Jahresreport der deutschen Games-Branche 2025

Der Verband der deutschen Games-Branche, game, hat den Jahresreport der deutschen Games-Branche 2025 veröffentlicht. Dieser wird kostenfrei als Webversion oder pdf-Download in Deutsch und Englisch zur Verfügung gestellt.

Download Jahresreport der deutschen Games-Branche

Nachdem die Union und die SPD im Koalitionsvertrag „steuerliche Anreize“ für die Branche angekündigt haben, teilte das zuständige Bundesforschungsministerium auf Anfrage mit, man wolle diesbezüglich „so schnell wie möglich vorankommen“. Spielehersteller könnten dann bestimmte Kosten geltend machen und müssten weniger Steuern zahlen. Staaten wie Frankreich, Kanada und Großbritannien haben solche Steuererleichterungen bereits seit langem. Auch deswegen haben sie eine stärkere Games-Industrie als Deutschland.

Gamescom 2024
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Stimmen aus der Politik

NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) wertet so ein System als vielversprechende Investition in den Games-Standort Deutschland. Ausländische Entwicklerstudios und Produzenten könnten nach Deutschland kommen und Arbeitsplätze schaffen. „Dies wird sich dann auch positiv auf die Steuereinnahmen auswirken“, so Liminski. Kurzfristig würde so ein System allerdings aller Voraussicht nach zu weniger Steuereinnahmen von Bund und Ländern führen. Hierzu sagt Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler), dass der Bund entsprechende Verluste beim Steueraufkommen der Länder ausgleichen müsste.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke sieht Gaming als „eine der zentralen Innovations- und Wachstumsbranchen des 21. Jahrhunderts“. „Sie ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein bedeutendes Kulturgut.“ Steuerliche Anreize für die Games-Firmen unterstützten die Grünen prinzipiell, sie wären „eine gezielte Investition in die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ und sollten baldmöglichst kommen. Allerdings komme es natürlich auf die genaue Ausgestaltung an, schränkt die Oppositionspolitikerin ein – und die sei bislang ja nicht bekannt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Ebmeyer spricht von einem „sehr guten Instrument, um die Attraktivität des Standortes Deutschland für die Games-Wirtschaft zu erhöhen“. Die Steuerregeln sollten zügig auf den Weg gebracht werden. Auch der Sozialdemokrat Holger Mann fordert Tempo – man solle „schnell in die Umsetzung kommen“, sagt er.

Kann sich Deutschland das leisten?

Aber kann sich der Bund solche Steuererleichterungen angesichts knapper Kassen überhaupt leisten? Das bejahen der CDU-Bundestagsabgeordnete Ebmeyer und sein SPD-Koalitionskollege Mann. „Wir müssen auch heute Investitionen ermöglichen, damit die deutsche Wirtschaft wachsen kann und mittelfristig die Kassen des Bundes und vor allem die Menschen in unserem Land profitieren“, so Mann.

Um den Anteil Deutschlands an dem aufstrebenden globalen Games-Markt zu erhöhen, stärkt die Bundesregierung ihre Förderung. Neben der noch unkonkreten Steuerförderung sollen in diesem Jahr 88 Millionen an direkten Zuschüssen fließen und 2026 125 Millionen Euro. Die Branche reagierte erleichtert. Hendrik Lesser von der Münchner Firma Remote Control Productions sieht die Erhöhung der Mittel als Anzeichen, „dass in dieser Legislaturperiode das Thema so ernst genommen wird wie nie zuvor“.

Mehr Hilfe für deutsche Spielehersteller gefordert

Branchenfachleute wie Malte Behrmann sehen die Pläne der Bundesregierung ebenfalls grundsätzlich positiv: „Es ist gut, dass internationale Wettbewerbsnachteile in Deutschland endlich ausgeglichen werden sollen.“ Künftig fordert Behrmann aber eine andere Ausrichtung der Förderpolitik. Er prangert an, dass internationale Spielekonzerne bislang zwar deutsches Fördergeld eingesteckt hätten, ihre Gewinne aus dem Verkauf aber im Ausland versteuert hätten.

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In Zukunft sollten vor allem Games-Firmen steuerlich gefördert werden, die ihre Gewinne auch in Deutschland versteuerten. „Wer das tut, wird stark gefördert – und wer das nicht tut, der wird nur schwach gefördert“, sagt Behrmann. Dies sollte sowohl für die direkten Fördermittel als auch für den Umfang der Steuererleichterungen gelten.

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