Management-Krimi bei Berliner Software-Hersteller Beta Systems hat seinen CEO kalt abserviert
Das erlebt man selten: ohne Angaben von Gründen und völlig überraschend wirft der Hersteller von Compliance- und Dokumenten-Management-Lösungen seinen Vorstands-Chef raus. Angeblich will sich das Unternehmen einer millionenschweren Bonuszahlung entledigen.
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Montag morgen, 8.00 Uhr. Eine Pressemitteilung der Beta Systems Software AG meldet mit dürren Worten: „Der Aufsichtsrat hat beschlossen, Herrn Kamyar Niroumand als Vorstand der Gesellschaft abzuberufen”. Eine Nachfolgeregelung sei in Arbeit, bis zur endgültigen Lösung übernehme Vorstand Gernot Sagl die Aufgaben von Kamyar Niroumand kommissarisch.
Zu den Gründen für die plötzliche Absetzung des Vorstandsvorsitzenden, der bis 2006 bei T-Systems gewirkt hatte, gab es keine Angaben, auch nicht auf Nachfrage. Doch der Tagesspiegel deckte nun auf, was dahintersteckt: es geht um Geld. Nach dem Einstieg mehrerer Privatfonds könnte die Beta Systems Software AG, die zuletzt wieder schwarze Zahlen schrieb, kurz vor einer Übernahme stehen. Für diesen Fall stünde Niroumand eine Sonderzahlung von fünf Millionen Euro zu – anscheinend zu viel für die künftigen Eigentümer, vermutet das Blatt, das wie Beta Systems in Berlin ansässig ist. Auch ein teilweiser Verzicht Niroumands sei nicht akzeptabel.
Wie der bisherige Beta-Systems-Chef gegenüber dem Tagesspiegel berichtete, sollte er am vorigen Freitag, nach Börsenschluss, völlig überraschend einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen. Doch Niroumand spielte nicht mit. So hatte der Aufsichtsrat am Samstag beschlossen, den Manager fristlos vor die Tür zu setzen. Der hat nun seinen Anwalt eingeschaltet.
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