Boston-IT: nachhaltige IT-Infrastrukturen Abwärme sinnvoll nutzen

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Nachhaltige IT-Infrastrukturen sind auch für KMU finanziell zu stemmen und es gibt deutlich bessere Möglichkeiten, als IT-Abwärme ungenutzt in die Luft zu schießen. Georg Klauser, Boston-IT-CEO, blickt in die Zukunft ressourceneffizienter Lösungen.

Nachhaltige IT-Ressourcen sind technologisch erforderlich und ökologisch sinnvoll.(Bild:  Copilot/ KI-generiert)
Nachhaltige IT-Ressourcen sind technologisch erforderlich und ökologisch sinnvoll.
(Bild: Copilot/ KI-generiert)

Energieeffiziente und ressourcenschonende IT-Strukturen sind ein Dauerthema. Im Kampf gegen den Klimawandel sind Unternehmen gezwungen, ihre Geschäftspraktiken anzupassen. Ähnlich rasant wie das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft wachsen auch die gesetzlichen Vorgaben wie das neue Energieeffizienzgesetz mit. Insbesondere wegen der Entwicklung der KI und der damit einhergehenden steigenden Nachfrage nach Cloud-Computing wird in Zukunft ein erhebliches Maß an IT-Ressourcen erforderlich sein. In Anbetracht der steigenden Nachfrage ist es unverzichtbar, den weiteren Ausbau so effizient wie möglich zu gestalten und Kosten einzusparen.

Liquid Cooling findet mehr Verbreitung

Bei Boston-IT versucht man stets, passgenaue Lösungen zu finden, aber auch gleichzeitig ökologische Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren. Man hat deshalb früh damit begonnen, sich verstärkt mit dem Thema Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu beschäftigen: „Das Thema Flüssigkeitskühlung evangelisieren wir seit über 13 Jahren im Markt, weil es die Technologie erzwingt und ökologisch sinnvoll ist“, erklärt Georg Klauser, CEO DACH bei Boston-IT. Bei Boston kann man aus verschiedenen Ansätzen wählen. So können sich Kunden zwischen Tauchkühllösungen in einem geschlossenen Tank entscheiden oder Direct Contact Liquid Cooling an den Heatspots wie CPU und GPU betreiben. Sie sind in Ein-und Zweiphasenlösungen verfügbar. Zweiphasenkühlung zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühlflüssigkeit zunächst verdampft und anschließend wieder kondensiert wird, während bei der Einphasenkühlung die Kühlflüssigkeit durchgehend im flüssigen Zustand bleibt. Die Immersionskühlung nutzt Flüssigkeiten effizienter als Luft, was zu einer gleichmäßigeren Wärmeabfuhr führt und Energiekosten senken soll. Diese Lösung eignet sich gut für Rechenzentren oder beengte Räume.

Georg Klauser (CEO DACH bei Boston-IT) und die kompakte Immersion-Cooling-Lösung von Asperitas auf dem Cloudfest(Bild:  Vogel IT-Medien)
Georg Klauser (CEO DACH bei Boston-IT) und die kompakte Immersion-Cooling-Lösung von Asperitas auf dem Cloudfest
(Bild: Vogel IT-Medien)

Die Vorteile umfassen eine niedrigere Umweltbelastung, niedrigere Gesamtbetriebskosten, eine längere Hardware-Lebensdauer und eine geringere Ausfallrate durch die Vermeidung von Hotspots. Die Immersed-Cooling-Systeme werden vom Partner Asperitas hergestellt, seien einfach zu implementieren und kommen sehr kompakt daher. Eine Option, die aufgrund des kleinen Footprints auch für KMU interessant sein kann. Zwar sind die Anschaffungskosten (Wärmetauscher, Kühlkörper, Tubing) höher, doch langfristig gesehen können die Ausgaben über die Energieersparnis wieder reingeholt werden. „Von allen wählbaren Optionen ist die Abwärme ungenutzt in die Luft entfliehen zu lassen, die schlechteste“, erklärt Klauser. Es werde in Zukunft verstärkt darum gehen, mit der in Flüssigkeit gebundenen Abwärme etwas Sinn volles anzustellen. Im Moment sei man noch beschränkt auf einen Abnehmer in direkter Nähe wie zum Beispiel ein Krankenhaus, an den die Abwärme abtransportiert und eingespeist werden kann. Sie könnte für den Warmwasserbedarf genutzt werden.

Chancen für Zugewinne

Als Zukunftsvision nennt Klauser den grünen Wasserstoff, denn auch der könne künftig aus IT-Abwärme gewonnen werden – im Gegensatz zum grauen Wasserstoff, der in der Industrie stark genutzt und in der Regel aus fossilen Energieträgern gewonnen wird. Wenn es gelänge, in Zukunft den grauen gegen den grünen Wasserstoff flächendeckend auszutauschen, wäre in der Industrie ein enormer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit getan. Die Chancen für Unternehmen, Zugewinne als Zulieferer zu generieren, sind vorhanden. Klauser ist sich einer Sache sicher: „Den Ressourcenhunger der IT-Industrie wird keiner mehr aufhalten können.“ Es liegt an der gesamten IT-Branche, einen Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft zu leisten und den Hunger möglichst energieeffizient zu stillen. Doch es ist noch ein langer Weg.

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