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Auf zweigleisigem Kurs

Zwei Wege – ein Ziel

| Autor: Sarah Böttcher

Avaya setzt verstärkt auf die Digitalisierung der Kommunikationsprozesse, vernachlässigt dabei jedoch nicht das klassische UC-Geschäft.
Avaya setzt verstärkt auf die Digitalisierung der Kommunikationsprozesse, vernachlässigt dabei jedoch nicht das klassische UC-Geschäft. (Bild: Jürgen Fälchle - stock.adobe.com)

Um sich als Plattformanbieter attraktiver zu positionieren und neues Wachstum zu generieren, fährt Avaya künftig zweigleisig: mit klassischem Geschäft auf der einen und neuen Technologien und Kommunikationsprozessen auf der anderen Seite.

Nach einigem Abspecken, wie beispielsweise durch den Verkauf des Netzwerk-Geschäftsbereichs an Extreme Networks im Zuge des Insolvenzverfahrens, hat sich Avaya laut eigenen Angaben vollständig aus dem Griff des Chapter 11 befreien können. Die Übernahme von Spoken Communications, einem CCaaS-Anbieter (Contact Center as a Service), Anfang des Jahres steht laut Daniel Wessinghage, Channel-Chef Deutschland für den Small-&-Medium-Bereich bei Avaya, symbolisch für den wiedergewonnenen Handlungsspielraum sowie die aktuelle Ausrichtung des Herstellers.

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Durch die Digitalisierung entstehen neue Kommunikationsprozesse, die durch moderne Lösungen erfüllt werden müssen. Mit den auf Künstlicher Intelligenz basierenden Cloud-Lösungen von Spoken Communications forciert der UC-Anbieter diese Entwicklung. Hierin sieht der Hersteller Mehrwerte für seine Kunden, aber auch Differenzierungsmöglichkeiten zur Konkurrenz.

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Avaya setzt auf die Cloud

Als einen Treiber im schnelllebigen Markt sehen die Amerikaner die Cloud. Durch eine Forcierung der eigenen Cloud-Strategie möchte man Wachstum, neue Partner und langfristige Endkundenbeziehungen generieren. Ein guter Anteil des Neugeschäfts basiert laut Wessinghage bereits auf Cloud-Technologien. So hat das Unternehmen laut Wessinghage auch schon „reine“ Cloud-Partner, die die Lösungen des Herstellers als Sprungbrett für den Cloud-Einstieg genutzt haben.

Oft herrscht beim Thema Cloud jedoch Konfliktpotenzial zwischen Hersteller und Partner: Denn wird die Cloud-Lösung beim Hersteller gehostet, profitiert der Partner meist nur über eine Provisionierung. Mit dem neuen Cloud-Modell „Powered By Avaya IP Office“ steuert Avaya hier gegen. Der Hersteller bietet mit seiner plattformunabhängigen Public-Cloud-Lösung mittelständischen Partnern die Möglichkeit, eine Cloud-Plattform unter eigenem Brand für ihre Endkunden zu betreiben. Neben dem Daten-Hosting liegen auch die Implementierung, die Konfiguration, das IP-Office und die Abrechnung in den Händen der Partner. Hierdurch können diese am Cloud-Markt partizipieren. Der Endkunde soll dadurch von einem hohen Maß an Flexibilität und Individualität profitieren.

A.I. Connect

Einen weiteren Mehrwert für die Endkunden sowie ein Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz ist der Einsatz von Lösungen, die auf KI basieren. Mit der Übernahme von Spoken Communications sowie der Etablierung des „A.I. Connect“-Programms intensiviert der UC-Anbieter seine Investitionen in neue Technologien und möchte sich dadurch zur Mehrwert-Company entwickeln. Im Rahmen des „A.I. Connect“-Programms arbeiten die momentan elf teilnehmenden Partner gemeinsam auf einer Entwicklerplattform an der Erstellung von KI-Lösungen beziehungsweise -Komponenten. Diese werden nach erfolgreichem Unternehmenseinsatz mit in das Portfolio des Herstellers aufgenommen und so für alle Reseller zugänglich.

Der Hersteller ist hier noch auf der Suche nach mehr Partnern, die am Programm teilnehmen möchten. Durch Incentives sollen sowohl etablierte Partner zur Teilnahme angeregt, aber auch neue Reseller dazu gewonnen werden.

Klassisches Geschäft

Sein klassisches „Brot-und-Butter-Geschäft“ wird Avaya laut Wessinghage jedoch nicht vernachlässigen: „Auf der einen Seite entwickeln wir unsere Partner in ihrem Geschäftsbereich weiter, bieten ihnen aber auch an, sie auf dieser Reise zu Mehrwertlösungen, zur Digitalisierung des Kommunikationsprozesses, mitzunehmen.“ So wird es weiterhin Innovationen auf der Infrastrukturebene sowie bei klassischer Hardware geben. Zu diesem Zweck wird noch im April eine neue Serie von Endgeräten mit erweiterten technischen Features zur Anbindung an neue Lösungen in neuem Design gelauncht.

Mit dieser zweigleisigen Strategie verfolgt der UC-Anbieter ein Ziel: Jedem Endkunden eine maßgeschneiderte Lösung für seine Unternehmenskommunikation bieten zu können.

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