Expansionstempo gebremst ZVEI: Deutsche Elektroexporte legen weiter zu

Redakteur: Michael Eckstein

Knapp sieben Prozent Plus im Juli: Die Elektronikbranche konnte erneut mehr exportieren als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Das Wachstum hat sich zuletzt jedoch durch die Lieferengpässe abgeschwächt.

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Mehr Ausfuhren, geringere Wachstumsrate: Auch im Juli haben deutsche Elektro- und Elektronik-Hersteller mehr ins Ausland exportiert als im Vorjahr – allerdings hat sich das Wachstum etwas abgeschwächt.
Mehr Ausfuhren, geringere Wachstumsrate: Auch im Juli haben deutsche Elektro- und Elektronik-Hersteller mehr ins Ausland exportiert als im Vorjahr – allerdings hat sich das Wachstum etwas abgeschwächt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Mit einem Wert von 18,0 Milliarden Euro verzeichneten die deutschen Elektroexporte im Juli 2021 ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Damit fiel der jüngste Zuwachs geringer aus als in den vier vorangegangenen Monaten, in denen – nicht zuletzt aufgrund von Basiseffekten – jeweils zweistellige Steigerungsraten erzielt worden waren“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam der Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seiner Marktanalyse – und machte unter anderem die unzureichende Versorgung mit Materialien und Rohstoffen als Ursache dafür aus.

In den gesamten ersten sieben Monaten dieses Jahres beliefen sich die aggregierten Branchenausfuhren auf 126,7 Milliarden Euro, womit sie um 12,0 Prozent höher lagen als im Vorjahr.

Elektronikbranche wächst, aber langsamer

Mit 16,6 Milliarden Euro übertrafen die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland ihr Vorjahresniveau im Juli 2021 um 9,8 Prozent. Auch hier nahm das Expansionstempo ab. Kumuliert von Januar bis Juli 2021 rangierten die Einfuhren bei 121,0 Milliarden und damit 16,5 Prozent über Vorjahr.

Die Elektroexporte in die Industrieländer kamen im Juli 2021 auf 11,5 Milliarden Euro (+8,1 % gegenüber Vorjahr). Hier gab es die höchsten Zuwächse bei den Lieferungen nach Taiwan (+18,3 % auf 216 Mio. Euro) und Südkorea (+17,8 % auf 262 Mio. Euro). Die Ausfuhren nach Tschechien (+14,7 % auf 801 Mio. Euro), Italien (+13,5 % auf 920 Mio. Euro), in die Niederlande (+13,2 % auf 886 Mio. Euro) und nach Schweden (+12,9 % auf 387 Mio. Euro) zogen ebenfalls zweistellig an.

Überwiegend Ausfuhren in Industrieländer

Auch mit Österreich (+9,3 % auf 779 Mio. Euro), Großbritannien (+8,2 % auf 746 Mio. Euro), den USA (+7,4 % auf 1,7 Mrd. Euro), Spanien (+4,0 % auf 569 Mio. Euro), der Schweiz (+1,7 % auf 634 Mio. Euro) und Frankreich (+0,7 % auf 1,0 Mrd. Euro) gab es mehr Geschäft. Dagegen waren die Ausfuhren nach Belgien (-3,4 % auf 360 Mio. Euro), Dänemark (-5,3 % auf 211 Mio. Euro) und Japan (-6,1 % auf 217 Mio. Euro) im Juli rückläufig.

In den ersten sieben Monaten wuchsen die Exporte in die Industrieländer um 13,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 81,5 Milliarden Euro.

Exporte nach Südafrika haben stark zugenommen

„Die Elektroausfuhren in die Gruppe der Schwellenländer kamen zuletzt langsamer voran als die Branchenlieferungen in die Industrieländer“, so Gontermann. „Sie erhöhten sich im Juli nur um viereinhalb Prozent gegenüber Vorjahr auf 6,5 Milliarden Euro.“

Das größte Plus gab es bei den Exporten nach Südafrika, die um 53,3 Prozent auf 118 Millionen Euro zunahmen. Ebenfalls kräftig wuchsen die Lieferungen nach Brasilien (+43,3 % auf 121 Mio. Euro) und Indien (+39,7 % auf 196 Mio. Euro). Bei den Ausfuhren nach Ungarn (+9,9 % auf 568 Mio. Euro), Malaysia (+7,2 % auf 199 Mio. Euro), Thailand (+7,0 % auf 86 Mio. Euro), China (+5,3 % auf 2,1 Mrd. Euro), Rumänien (+4,9 % auf 335 Mio. Euro) und Mexiko (+4,6 % auf 213 Mio. Euro) waren jeweils einstellige Zuwächse zu verzeichnen.

Insgesamt gutes Geschäft mit Schwellenländern

Die Elektroexporte nach Polen (+0,1 % auf 829 Mio. Euro) lagen im Juli auf Vorjahresniveau, die nach Russland (-0,6 % auf 356 Mio. Euro) leicht und jene in die Türkei (-20,9 % auf 227 Mio. Euro) deutlich darunter.

Von Januar bis Juli 2021 beliefen sich die aggregierten Branchenausfuhren in die Schwellenländer auf 45,2 Milliarden Euro – ein Plus von 10,2 Prozent gegenüber Vorjahr.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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