Performance as a Service Zuwachs für das Everything-as-a-Service-Modell (XaaS)

Autor / Redakteur: Andreas Riepen / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Rund ein Drittel aller IT-Entscheidungsträger hat keinen vollständigen Einblick in die Anwendungen und Netzwerke im Unternehmen sowie in deren Effizienz. Hier kann Performance as a Service helfen, mit einer Plattform diese Transparenz-Lücke zu schließen.

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Mithilfe des Performance-as-Service-Modells lässt sich nicht nur die Produktivität von Mitarbeitern gewährleisten, auch sinnvolle Service-Level-Agreements lassen sich damit finden.
Mithilfe des Performance-as-Service-Modells lässt sich nicht nur die Produktivität von Mitarbeitern gewährleisten, auch sinnvolle Service-Level-Agreements lassen sich damit finden.
(Bild: © WrightStudio - stock.adobe.com)

Immer mehr Unternehmen nutzen Everything as a Service (XaaS). Sowohl LinkedIn als auch Adobe haben sich bereits für einen Software-as-a-Service-Ansatz (SaaS) entschieden, damit sie den Kunden, die sich Flexibilität wünschen, Innovationen schneller und kostengünstiger anbieten können. Aus den gleichen Gründen hat Amazon Web Services das Infrastructure-as-a-Service-Modell (IaaS) und Windows Azure den Platform-as-a-Service-Ansatz (PaaS) eingeführt. Unschwer zu erkennen: die Akzeptanz von XaaS ist bereits sehr groß.

Bislang fehlte jedoch ein entscheidendes Element in dem Konzept: Performance as a Service. Das wird die nächste Hürde bei XaaS sein und dafür sorgen, dass der Markt bis 2024 auf die prognostizierte Größe von 344,3 Milliarden US-Dollar anwächst. Schließlich sehen sich Unternehmen mit einem zunehmend herausfordernden Geschäftsumfeld konfrontiert und müssen die Produktivität ihrer Mitarbeiter sicherstellen, um überleben und wachsen zu können. Die Netzwerk- und Anwendungsleistung ist hier der entscheidende Faktor. Daher ist es nur logisch, dass Unternehmen Experten hinzuziehen, die ihnen durch Performance as a Service die nötige Unterstützung leisten.

Warum wir die Performance as a Service-Lücke schließen müssen

Die Systemleistung, z.B. die Zeit, die für den Zugriff auf und das Herunterladen von Dateien nötig ist, wirkt sich direkt auf die Produktivität der Mitarbeiter und damit auf die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens aus. So geben laut des kürzlich von Riverbed veröffentlichten Berichts zur Rethink-Possible-Studie knapp 50 Prozent der C-Level-Führungskräfte an, dass langsam laufende und veraltete Technologie aktuell das Wachstum ihres Unternehmens beeinträchtigt.

Viele Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren sind bspw. auf computergestütztes Design (CAD) angewiesen und diese CAD-Dateien sind bekanntermaßen groß. Deshalb sind die Ladezeiten für Nutzer in langsamen Netzwerken besonders lang. Das sorgt nicht nur für Frust, sondern bremst auch die Produktivität und hindert Unternehmen daran, ihre Kunden effizient zu bedienen. Das Ergebnis? Unzufriedene Kunden, die zu einem Konkurrenten wechseln, der die gleichen Dienstleistungen schneller und effektiver erbringen kann.

Der Zusammenhang zwischen langsam laufender Technik, Mitarbeiterineffizienz und geschäftlichen Herausforderungen ist klar. Zu erkennen, dass die Technik nicht so leistungsfähig ist, wie sie sein sollte, ist aber einfacher gesagt als getan. Unternehmen sollten deshalb Performance as a Service einführen, damit sie Einblick in die Netzwerk- und Anwendungsleistung erhalten. Nur so sehen sie, wo es Probleme gibt und wie sie für eine optimale Leistung gelöst werden können.

Transparentes Performance as a Service

Damit Unternehmenssysteme effizient arbeiten, ist durchgängige Netzwerktransparenz nötig. Ansonsten können IT-Teams etwaige Probleme in Sachen Performance nur schwer erkennen oder lösen. Vor diesem Hintergrund ist es besorgniserregend, dass ein Drittel der IT-Entscheidungsträger laut der Rethink Possible-Studie von Riverbed keinen vollständigen Einblick in Anwendungen, Netzwerke und deren Effizienz im Unternehmen haben. Diese Unternehmen sollten Performance as a Service einführen, um mit einer geeigneten Plattform zur Optimierung der Anwendungsperformance diese Transparenz-Lücke zu schließen.

Mit Hilfe dieser Lösung können IT-Teams alle technischen Herausforderungen der Mitarbeiter visualisieren und so schließlich lösen, bevor sie sich negativ auf deren Produktivität auswirken. So ist es beispielsweise möglich, den Packet Flow zu beobachten und Engpässe zu erkennen, z.B. wenn Office 365 ungewöhnlich langsam ist. Auf Basis der gewonnenen Informationen können IT-Abteilungen entscheiden, ob Anwendungsbeschleunigung nötig ist, um die zum Download und zum Öffnen von Dateien nötige Zeit zu verkürzen. Performance as a Service macht Schluss mit langen Wartezeiten, damit die Anwender im Unternehmen sich besser um ihre Kunden kümmern können.

Performance as a Service ist der Schlüssel zu sinnvollen SLAs

Die Transparenz der Netzwerk- und Anwendungsleistung, die das Performance-as-Service-Modell bietet, gewährleistet nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter, sondern ist auch Basis zur Umsetzung sinnvoller Service-Level-Agreements (SLAs).

Aktuell ist für SLAs häufig Uptime der entscheidende Faktor, aber 100%ige Uptime ist irrelevant, wenn die Benutzerfreundlichkeit fehlt. Letztendlich kümmert es niemanden, wenn eine Anwendung in 99,99 % der Fälle zwar verfügbar, die Performance aber so schlecht ist, dass sie praktisch unbenutzbar ist. Mit Performance as a Service kann die IT bei der Unterzeichnung neuer Verträge mit Dienstanbietern konkrete Anforderungen an die Leistungsqualität festlegen. Sie können dann anhand der verbesserten Transparenz der Netzwerk- und Anwendungsperformance verfolgen, wie ihre Provider diese SLAs erfüllen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sie eine hohe Rendite aus ihren Investitionen erzielen.

Erweiterung des XaaS-Modells um Performance as a Service

Es gibt zwei gute Gründe, warum Performance as a Service das Potenzial hat, ein wichtiger Bestandteil des XaaS-Angebots zu sein: Erstens ist die erfolgreiche Verwaltung der Anwendungs- und Netzwerkleistung der Schlüssel zur Mitarbeiterproduktivität und damit zu Unternehmenseffizienz und Wettbewerbsvorteilen. Zweitens ermöglicht Performance as a Service es den Unternehmen, Service Provider durch sinnvolle SLAs zu bewerten. Schließlich ist es für IT-Dienstleister relativ einfach, neue Technologie einzuführen, aber es ist weitaus schwieriger, diese Technologie für das Unternehmen tatsächlich nutzbar zu machen.

Andreas Riepen.
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(Bild: Riverbed)

Fazit

Performance as a Service gewährleistet Kosten- und Betriebseffizienz. In einem normalen Geschäftsumfeld macht dies den Unterschied zwischen Wachstum oder Rentabilität und Stagnation aus. Angesichts der angespannten Geschäftsbedingungen, die COVID-19 geschaffen hat, sollten Unternehmen Performance as a Service dringend berücksichtigen, um effizient und wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Über den Autor

Andreas Riepen ist Regional Vice President Sales DACH bei Riverbed.

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