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Managed Services

Network Box und Hall Computer im Interview

Zusammenarbeit für mehr Sicherheit

| Autor: Dr. Andreas Bergler

Mit Managed Services können Dienstleister das Sicherheitslevel des Kunden erhöhen.
Mit Managed Services können Dienstleister das Sicherheitslevel des Kunden erhöhen. (Bild: tai111 - Fotolia.com)

Anbieter von Managed Security Services können Systemhäuser wirkungsvoll unterstützen – ohne diesen das Geschäft abzugraben. Zwei Geschäftsführer zeigen, wie‘s gemacht wird.

ITB: Warum ist die enge Zusammenarbeit zwischen MSSP und Systemhaus heutzutage wichtiger denn je, und was erwarten Sie sich von einer solchen Zusammenarbeit?

Hall: Wenn man sich die letzten 25 Jahre anschaut, wächst der Bedarf und der Anspruch an Sicherheit unserer Kunden von Jahr zu Jahr mehr an. In diesem Kontext ist es für uns überaus wichtig, alle Facetten der Sicherheit abbilden zu können. Insofern haben wir uns für einen MSSP entschieden, da wir diese Manpower und auch das Knowhow nicht durchgängig bereitstellen können. Wir erwarten von dieser „ausgelagerten“ Security-Abteilung genau die Spezialisierung, die wir ansonsten unseren Kunden nur mit hohem Schulungs- und Zertifizierungsaufwand bieten könnten.

ITB: Wie sollte diese Zusammenarbeit im besten Fall aussehen?

Hall: Vom Presales über Installation und Inbetriebnahme bis hin zu umfassenden Projekten sollte uns der MSSP in unserem Markt begleiten. Der MSSP verfügt über umfassendes Spezialwissen, das auf Nachfrage an uns weitergegeben wird, so dass wir in unserem Markt gestärkt werden.

Ansari: Im Idealfall schafft es der MSSP dem Systemhauspartner immer den gleichen Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen. So baut sich dann im Laufe der Zeit eine Beziehung auf, welche auch dazu führen kann, dass die Reaktionszeiten auf der technischen Seite erheblich schneller werden und man sich nach einer gewissen Zeit auf verschiedene Themen einstellen kann.

Ergänzendes zum Thema
 
Network Box

ITB: Hat der MSSP-Markt Ihrer Meinung nach Wachstumspotenzial? Was bedeutet das für die Systemhäuser?

Hall: Unserer Meinung nach hat grundsätzlich jeder Managed Service Potenzial. Immer tiefer gehende Spezialisierungen gepaart mit Menschen, die Dienstleistungen erbringen, kommunizieren und die Systemhäuser unterstützen, sind die Grundlage für eine Zukunft in der sich ständig verändernden Informationswelt.

Ansari: Da kann ich nur zustimmen. Man kann hier vielleicht den Bau eines Gebäudes anbringen um einen Vergleich zu ziehen. Ein Bauleiter verfügt in der Regel über Kenntnisse in jedem relevanten Bereich, den man zum Bau benötigt. In die Umsetzung gehen dann allerdings die Experten wie der Architekt, der Statiker oder der Fliesenleger, jedoch immer unter Aufsicht des Bauleiters.

ITB: Warum sind gerade diese Lösungen so attraktiv für Endkunden?

Hall: Für unsere Kunden ist es wichtig, dass sie einen Ansprechpartner haben – uns. Dass sie sich auf ihr eigenes Geschäft konzentrieren können, und nicht auf die IT. Dass sie fest kalkulierbare Kosten erwarten können, die in angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Dies können wir über unsere monatlichen MSSP-Mietmodelle perfekt abbilden.

Ansari: Außerdem kann es für den Endkunden natürlich auch ein Stück weit beruhigend sein, wenn er weiß, dass sich um das jeweilige Thema Spezialisten in Zusammenarbeit mit dem Systemhaus des Vertrauens kümmern.

ITB: Was sind die derzeit auffälligen Probleme in der IT-Sicherheit, mit denen Ihre Kunden auf Sie zukommen?

Hall: Momentan ist die Vielzahl der unterschiedlichen Bedrohungen, vom Erpressungstrojaner über Malware bis zum – leider immer noch – unüberlegten Umgang mit Kennworten und mangelnder Awareness im Bereich Sicherheit unsere größte Herausforderung.

ITB: Wie sieht der Ihrer Meinung nach ideale Weg der gemeinsamen Lösungsfindung aus? Welche Kompetenzen sind heute gefragt?

Hall: Ich bin sicher, dass Vertrauen und Kommunikation der Schlüssel zu einer gemeinsamen Partnerschaft ist; wenn in Projekten von vornherein offen und ehrlich kommuniziert wird, Ängste des Kunden, Einwandbehandlung und Widerstände gemeinsam diskutiert werden können, dann kann auch eine gemeinsame Lösung mit MSSP, Systemhaus und Kunden erarbeitet und realisiert werden.

ITB: Auf welche Einwände stoßen Sie, Herr Hall, wenn Sie einen MSSP wie Network Box ins Spiel bringen möchten?

Hall: Neben den grundsätzlichen Einwänden wie „Brauchen wir denn überhaupt eine Firewall?“, „Wir sind doch viel zu klein, um für Hacker interessant zu sein!“ ist es gerade bei Kunden mit eigener IT-Abteilung der Verzicht auf eigene Administration der Firewall-Lösung. Die IT-Abteilung will oftmals die Administration nicht abgeben, weiß aber sehr wohl um den enormen Zeitaufwand, der durch Firmware-Updates und Anpassungen entsteht. Der Administrator sieht aber an der Stelle den MSSP als Konkurrenz.

ITB: Was sind Ihre Gegenargumente, und wie werden diese in der Regel angenommen?

Hall: Ganz ehrlich: wir haben sehr wenige Einwände gegen diesen Dienst. Wir sind ja auch weiterhin der Ansprechpartner beim Kunden, insofern ändert sich für unsere Kunden, mit einer Klientel von fünf bis 70 Arbeitsplätzen, gar nichts.

ITB: Wie ist in der Regel die Resonanz des Kunden nach Abschluss eines gemeinsamen Projekts?

Hall: Der Kunde selbst bekommt während des Projekts nicht viel von Veränderungen oder Anpassungen mit, lediglich kleine Anpassungen für seine Individualsoftware, die im Vorfeld eventuell untergegangen ist, wird in Absprache mit ihm und dem MSSP dann getestet, und alles ist gut. Insofern: Der Kunde erwartet einen problemlosen Übergang von seiner alten Lösung zur neuen, und wenn das funktioniert, erhalten wir eine gute Resonanz.

ITB: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Themen dieses Jahres? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

Hall: Das wichtigste Thema dieses Jahres und auch der kommenden Jahre wird immer wieder Sicherheit sein. Nicht nur Bedrohungen durch Viren und Malware, nein, Social Engineering, mangelndes Sicherheitsbewusstsein und unzureichende Datensicherungskonzepte gepaart mit bezahlbarer Hochverfügbarkeit, auch für Kunden mit weniger als 50 Arbeitsplätzen, stellen für uns eine große Herausforderung dar. Wir stellen uns dieser Herausforderung durch sehr viele Fortbildungen, durch Zertifizierungen in Awareness und versuchen, gezielt Teile von BSI-Grundschutz und VDS-Richtlinien in unsere Prozesse zu implementieren.

Ansari: Ich glaube auch, dass das Thema IT-Sicherheit weiterhin eines der dominantesten Themen in der IT sein wird. Als größte Herausforderung sehe ich allerdings den Durchblick in diesem mittlerweile mit einem Überangebot an verschiedensten Sicherheitslösungen bestückten Markt zu behalten. IT-Sicherheit ist in der heutigen Zeit weit mehr als nur eine Firewall oder eine Endpoint-Protection. Es gibt leider noch zu viele Menschen, die das Thema IT-Sicherheit als rein technisches Thema pauschalisieren und somit aus ihrem Verantwortungsbereich herausschieben. Ganz nach dem Motto „Der Admin macht das schon“. Jedoch leben wir heute in einer Zeit, in der IT-Sicherheit als ganzheitlicher Prozess etabliert und verstanden werden muss. Nur in Kombination der verschiedenen Faktoren, vom sensibilisierten Mitarbeiter hin zu Unternehmensregeln, einem Risikomanagement und natürlich auch entsprechender Technologie kann IT-Sicherheit funktionieren. Dieses in Zukunft auch tatsächlich so in Unternehmen umzusetzen, darin sehe ich eine sehr große Herausforderung.

ITB: Im deutschen Markt hat man als Systemhaus eine Vielzahl an Möglichkeiten, wenn es um die Wahl nach UTM-Herstellern geht. Wie sind Sie, Herr Hall, auf Network Box aufmerksam geworden, und was waren Ihre Beweggründe, das sensible Thema IT-Sicherheit gemeinsam mit dem noch relativ unbekannten Unternehmen Network Box zu bewerkstelligen? Und auf welche Probleme stoßen Sie, Herr Ansari, beim Aufbau einer noch relativ unbekannten Marke in Deutschland?

Hall: Das ist einfach zu erklären: Auf einer Security-Day Veranstaltung unseres Herstellers Tarox habe ich Bekanntschaft mit der Network-Box gemacht. Ich war mit unserem langjährigsten Techniker dort, und wir beide waren von der Einfachheit der Abwicklung sehr beeindruckt. Bei weiteren Veranstaltungen unseres Systemhausverbandes Comteam begegneten wir uns dann wieder, sprachen miteinander, und ich empfand Network Box trotz des internationalen Unternehmenshintergrundes als sehr bodenständig. Wir mochten uns, das wars. Um selbst die ersten Projekte professionell durchzuplanen, haben wir von Anfang an gemeinsam mit Network Box auf Kommunikation gesetzt, um den anstehenden neuen Herausforderungen entgegenzutreten. Die Projekte wurden zur Zufriedenheit aller Beteiligten umgesetzt. Fertig, läuft….

Ansari: Der Aufbau und Ausbau eines Partnernetzwerks ist natürlich nie einfach, vor allem als Newcomer. Die größte Herausforderung ist allerdings, nicht als klassischer UTM-Hersteller verstanden und somit mit einem der Großen verglichen zu werden. Wir verstehen uns als Dienstleister, welcher sich auf Basis seines selbstentwickelten „UTM-Werkzeugkoffers“ über die Partnerschaft versucht, wie ein Mitarbeiter in das Systemhaus-Team einzufügen, seine IT-Sicherheitskompetenz einbringt und eben diesen „Werkzeugkoffer“ für seine tägliche Arbeit benutzt. Im Umkehrschluss bedeutet diese Herangehensweise allerdings auch, dass unser Partner einen gewissen Grad an Vertrauen in uns benötigt, da wir ja quasi als „Fremde“ dazu stoßen. Wie beim neuen Mitarbeiter sind also erstmal alle Augen und Ohren auf uns gerichtet, und wir müssen uns beweisen. Trotz der relativ anspruchsvollen und zeitaufwändigen Herangehensweise, sind wir jedoch sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung.

ITB: Wie bewerten Sie Ihre Entscheidung nach nun der fast einjährigen Zusammenarbeit?

Hall: Die Entscheidung war die richtige. Kompetente Ansprechpartner, die vor Projektbeginn schon Rede und Antwort stehen und uns bei Erstkunden-gesprächen auch vor Ort unterstützen. Kollegen, die immer zügig und zeitnah auf alle Fragen, technisch oder kaufmännisch, immer eine Antwort liefern können. Durch noch besser abgestimmte Vorbereitungen der Projekte wird der Aufwand der Implementation deutlich reduziert.

ITB: Welchen Mehrwert erfahren Sie als Geschäftsführer eines etablierten Systemhauses durch die Zusammenarbeit mit Network Box?

Hall: Ich kann die mir zur Verfügung stehenden Techniker besser und gezielter, ihren Kompetenzen entsprechend einsetzen und brauche keine eigenen Aufwände für Fortbildung und Zertifizierung zu betreiben. Daneben haben wir für die Kundengrößen in unserem Marktsegment (5 – 70 Arbeitsplätze) eine Möglichkeit der monatlichen Miete der Geräte entwickelt, bei der auch die Vorfinanzierung durch unsere Hausbank kein Problem darstellt. Dieser Managed Service rundet unser Portfolio weiter ab und kann problemlos in unsere Full-Service- und Betreuungsvereinbarungen integriert werden.

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