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Exklusiv-Interview mit Igel-Gründer und -Chef Heiko Gloge

„Zur Igel-Philosophie gehört die Loyalität gegenüber Partnern“

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Michael Hase / Michael Hase

ITB: Solche Ressourcen-Probleme sind teils auch dem starken Wachstum von Igel geschuldet. Das Unternehmen wächst seit Jahren schneller als der Markt und hat 2006 den Umsatz sogar fast verdoppelt. Wie lauten die Ziele für dieses Jahr?

Gloge: Igel wächst seit 1997 unaufhörlich. Für 2012 streben wir erneut ein zweistelliges Wachstum an. Ich bin aber mit solchen Zahlen vorsichtig. Wir schielen nicht auf den Umsatz und müssen auch nicht um jeden Preis wachsen. Vielleicht sind wir in dieser Hinsicht, als alte Bremer Kaufmannssäcke, ein bisschen konservativ. Für uns muss die Balance zwischen dem Angebot und den Services, die dahinter stehen, gewährleistet sein. Es nützt uns nichts, wenn wir sprunghaft wachsen, aber die Support-Calls nicht mehr in vernünftiger Qualität bewältigen können.

ITB: Wenn Wachstum für Sie kein Wert an sich ist, woran richtet sich Igel aus?

Gloge: Loyalität gegenüber Kunden und Partnern, Nachhaltigkeit in den Beziehungen – das sind Werte, die die Igel-Philosophie ausmachen. Diese Werte haben wir aus der Melchers-Gruppe, unserer Muttergesellschaft, übernommen. Das Handelsunternehmen wurde 1806 gegründet. Die Partnerschaften und Kundenbeziehungen, die Melchers seitdem eingegangen ist, waren der Gruppe stets wichtiger als das schnelle Geschäft. Diese Beziehungen haben Hunderte von Kriegen, Revolutionen und Inflationen überdauert.

ITB: Zu den langjährigen Igel-Partnern zählt auch Dell. Ende März, kurz bevor der Konzern den Kauf von Wyse ankündigte, gaben Sie ein Vertriebsabkommen mit Dell für den Public Sector bekannt. Halten Sie nach der Wyse-Akquisition daran fest?

Gloge: Zu unseren Partnern gehören genauso IBM, Acer und Fujitsu, die weltweit Igel-Clients installieren. Mit Dell arbeiten wir schon seit längerem im Government-Bereich zusammen. Wir sehen keinen Grund, warum wir nicht an dem Vertriebsabkommen festhalten sollten. Und bei Dell sieht man das offenbar genauso. Auch Dell kann Bestandskunden, die Igel-Geräte einsetzen, nicht einfach auf Wyse drehen. Bei Neukunden mag das anders sein. Das ist aber legitim.

ITB: Wyse ist nicht der erste übernommene Thin-Client-Anbieter. Vor fünf Jahren hat HP bereits Neoware gekauft. Ist irgendwann auch Igel an der Reihe?

Gloge: Dass eine Konsolidierung im Thin-Client-Markt stattfinden wird, steht außer Frage. Nach der Übernahme von Wyse zählen wir sicher zu den führenden unabhängigen Anbietern weltweit. Organisches Wachstum auf internationaler Ebene wird dann immer schwieriger, wenn die Marktdurchdringung weiter zunimmt und die Technologien immer schneller verfügbar sein müssen. Sollten wir eines Tages mit diesen Zyklen nicht mehr mithalten können, würden wir uns gegen eine Akquisition nicht sträuben. Allerdings glauben wir, dass wir die Expansion noch eine ganze Zeitlang aus eigener Kraft vorantreiben können.

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