Trends im Home-Networking Zuhause ist das Netzwerk am schönsten

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

In den kommenden fünf Jahren soll sich die Zahl der Heimnetzwerke weltweit verdoppeln. Mit etablierten Standards stellen die Verbindungen heute kein Problem mehr dar.

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Mehr als nur Fernsehen: Multimedia-Konzepte machen das Wohnzimmer zur smarten Unterhaltungszentrale
Mehr als nur Fernsehen: Multimedia-Konzepte machen das Wohnzimmer zur smarten Unterhaltungszentrale
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach getaner Arbeit zuhause relaxen und für den Multimedia-Genuss nicht mehr aufstehen müssen: Den Traum vom vollautomatisierten Zuhause, das alle Bedürfnisse nach Unterhaltung sofort befriedigt, macht gerade die Tatsache möglich, dass Arbeit und Freizeit mehr und mehr verschmelzen. IT und Consumer-Elektronik »konvergieren«.

Zusammenwachsen

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Ein universelles Heimvernetzungssystem verbindet dabei nicht nur Rechner miteinander oder ermöglicht Anwendungen wie Voice over IP über unterschiedliche Endgeräte, sondern sorgt prinzipiell auch für Unterhaltung und bindet Hausautomationssysteme in ein umfassendes Regulierungssystem mit ein. Eine alltägliche Anforderung an die Heimvernetzung wird beispielsweise sein, Musik, Fotos oder Filme – im HDTV-Format – aus dem Arbeitszimmer via WLAN zum Fernseher oder zur Stereoanlage im Wohnzimmer zu liefern. Die Messung, Steuerung und Regelung von Heizung, Rollläden oder Licht sowie die Hausüberwachung wird en passant erledigt.

Konzepte

Einer Studie von Datamonitor zufolge war bereits 2005 ein Fünftel der europäischen Haushalte mit einem Heimnetzwerk ausgestattet. Die Marktforscher von Parks Associates sprechen von einer Verdoppelung der Haushalte, die eine Netzwerklösung einsetzen, innerhalb der nächsten fünf Jahre. Bis Ende 2010 werden demnach weltweit rund 80 Millionen Haushalte vernetzt sein.

Ein wesentlicher Faktor bei der weiteren Vernetzung wird die Entwicklung von Standards zur Heimvernetzung sein. Mit UPnP (Universal Plug and Play) hat Microsoft bereits 1998 einen Standard vorgelegt, über den sich auch Geräte wie Stereoanlagen, Drucker oder Router, die über IP kommunizieren, ins Netzwerk einbinden lassen und mit dessen Hilfe sie Daten untereinander austauschen können.

Als Alternative zu den drahtlosen Verbindungen – etwa über die Standards 802.11a, b und g – bietet sich der Powerline-Standard Homeplug AV an, für den erste Geräte vorliegen. Mit einem Datendurchsatz von 200 Megabit pro Sekunde übertrifft der Standard selbst die Spezifikationen des WLAN-Standards 802.11n, der gerade mal wieder überarbeitet wird.

Geschäftsvorteile

Dem Fachhändler fällt eine entscheidende Rolle zu. Er muss die richtigen Produkte bereithalten und sollte sie auch vor Ort installieren können, denn oft will der Endkunde nur noch eine einfache Fernbedienung betätigen, um seinen Traum vom digitalen Heim zu verwirklichen. Hier müssen es nicht immer komplette Systeme sein, die der Händler anbieten kann.

Oftmals benötigt der Kunde nur einige Komponenten. Doch auch schon beim Verkauf einzelner Geräte kann sich der Fachhändler zusätzliche Ertragsquellen erschließen und auch seinen Service gewinnbringend anbieten.

Zunehmend spielt auch das Design neben Performance und Qualität beim Kunden eine Rolle. Entscheidend ist im SOHO-Segment nach wie vor auch das Preisniveau.

Da die Hersteller auf dem Konvergenzmarkt nur mit einem starken Fachhandel erfolgreich sein werden, darf der Reseller viel erwarten: Beispielsweise steht Trendnet dem Reseller bei Beratungsfragen zur Seite und bietet Informationsmaterialien und Shopartikel.

IT-BUSINESS bat vier Insider um Stellungnahme zur aktuellen Marktentwicklung im Bereich Home-Networking und Multimedia.

Thomas Retzlaff (Linksys)

Unter dem vernetzten Zuhause versteht man die intelligente Verbindung aller digitalen Technologien wie Internet, PC, TV, Telekommunikation und Entertainment. Dieser Trend hat in letzter Zeit den Markt sichtlich dynamisiert. Ein Enabler dieser Entwicklung ist die wachsende Bandbreite, die dem Endanwender für sein drahtloses Netzwerk zur Verfügung steht. Die zunehmende Konvergenz bewirkt, dass der User sein Unterhaltungsangebot jederzeit »pur« erleben kann.

Karsten Kunert (Netgear)

Bei der digitalen Heimvernetzung dominieren aktuell zwei Themen. Zum einen werden Fernseher und PC verschmelzen, zum anderen wird die Internet-Telefonie der Festnetz-Telefonie weiter Anteile abjagen. Mit Multimedia-Entertainment zu Hause wollen Anwender sämtliche digitalen Inhalte auf das TV-Gerät übertragen. Dazu zählen HD-Filme, Fernsehsendungen, You-Tube-Videos, digitale Musik oder Fotos. Auch IP und TK werden weiter zusammenwachsen.

Michael Peters (Trendnet)

Der ambitionierte Heimanwender sucht heute das einfach zu bedienende und zuverlässige Netzwerk für seine eigenen vier Wände. Dabei geht es nicht mehr nur um die Vernetzung mehrerer Rechner oder die Bereitstellung eines passenden WLAN für das gesamte Haus, sondern auch zunehmend um die Nutzung des Netzwerkes für Multimedia und Entertainment. Computer, Netzwerk und CE-Produkte wie TV und Audiosysteme wachsen enger zusammen.

Andreas Arndt (Buffalo Technology)

Buffalo verfolgt den Markt in Deutschland seit 2004. Der Trend zum digitalen Zuhause ist die Grundlage der Buffalo-Geschäftsstrategie. Im Bereich Heimvernetzung/Multimedia haben wir es mit einem großen Wachstumsmarkt zu tun, der jedoch immer noch in den Kinderschuhen steckt. Die konkrete Chance für Reseller sehe ich dabei in der Tatsache, dass ein neuer Trend immer auch neue Geschäftsbereiche für Servicedienstleister eröffnen.

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