Steelhead Appliances optimieren WAN-Verbindungen Zentrales Backup statt lokalem Hickhack

Redakteur: Nico Litzel

Backups über das WAN stellen in dezentral organisierten Unternehmen, wie der Elektrobit Automotive GmbH, ein Problem dar. Hohe Latenzzeiten und zu geringeBandbreiten führen zu signifikanten Verzögerungen und zu Produktivitätseinbußen. Abhilfe konnten hier die Steelhead Appliances von Riverbed schaffen.

Anbieter zum Thema

Die IT-Infrastruktur der Elektrobit Automotive GmbH verteilt sich auf die Standorte Erlangen (Hauptsitz), Braunschweig, Stuttgart, München, Gaimersheim und Tokio. Die deutschen Niederlassungen sind über WAN-Verbindungen mit bis 35 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an die Zentrale angebunden, der Standort Tokio verfügt über eine 100-Mbit/s-Leitung.

In Erlangen stehen an zentralen Ressourcen zwei File-Server mit hoher Kapazität nebst Backup sowie die bereits zentralisierte komplette Exchange-Infrastruktur bereit. An allen Niederlassungen waren vor der Umstellung ebenfalls lokale File-Server und Backup-Systeme im Einsatz.

Zentrale Herausforderungen waren die Konsolidierung der Backup- und Storage-Architektur und die Integration des Standortes Japan in diese zentralisierte Lösung: Bislang musste das Backup lokal in den Niederlassungen erfolgen, da eine zentrale Datensicherung über die Weitverkehrsverbindung wegen der hohen Latenzzeiten nicht effizient realisierbar war. Zudem war es aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Japan unmöglich, ein Backup-Fenster einzurichten. Dies hätte zu Produktivitätseinbußen und einer übermäßigen Bindung von IT-Ressourcen geführt. Daher standen die File-Server vor Ort bisher nicht zur Disposition, denndie Mitarbeiter arbeiten häufig an mehreren hundert Megabyte umfassenden Source-Codes, und der Zugriff über WAN auf den zentralen Server würde zu viel Zeit und WAN-Performance in Anspruch nehmen. Dies galt insbesondere für den Standort Tokio.

Die Lösung

Die MTI Technology GmbH, ein auf Storage-Lösungen spezialisierter Dienstleister, wurde mit der Implementierung einer Lösung für die zentrale Backup-Erstellung und den zentralisierten Datenzugang über das WAN betraut. Der Systemintegrator empfahl Elektrobit Automotive die Steelhead Appliances von Riverbed, um die Anwendungsleistung über die WAN-Strecken zu verbessern und dadurch Potenzial für die IT-Konsolidierung zu erschließen. »Wir haben nach einer genauen Überprüfung der auf dem Markt erhältlichen Lösungen unserem Kunden Elektrobit Automotive den Einsatz der Steelhead Appliances empfohlen«, so Harald Heid, Geschäftsführer von MTI Technology. »Riverbed war in Bezug auf Support-Leistungen und Infrastruktur das einzige Unternehmen, das die hohen Anforderungen an Skalierbarkeit, Flexibilität und Performance bei der Backup-Erstellung über das WAN, die für dezentral organisierte Software Unternehmen wie Elektrobit Automotive überlebenswichtig sind, erfüllen konnte.«

Robert Holzwarth, IT-Leiter bei Elektrobit Automotive, forderte ein Testmuster an. Als Pilot-Standort wurde Stuttgart ausgewählt. Dort gab es aufgrund der überzeugenden Resultate bereits wenige Wochen später einen nahtlosen Übergang vom Test- in den Produktivbetrieb.

Die Ergebnisse, die die Testimplementierung unter realen Bedingungen erbrachte, überzeugten das Unternehmen von der Steelhead-Technologie. Die lokalen Server und das lokale Backup wurden abgeschaltet, und das zentralisierte System ging ohne jegliche Performance-Einbußen in Betrieb. Ein weiterer Effekt war, dass die Steelheads beim Zugriff auf die zentralen CVS-Repositories, wo die Source-Codes für Softwareentwickler zur Bearbeitung liegen, die übertragenen Daten um bis zu 99 Prozent der ursprünglichen Menge reduzierten. Bei anderen Protokollen erreichten sie im Schnitt eine Verringerung um 75 Prozent.

Die Umsetzung

Die Implementierung der Steelhead Appliances war unkompliziert. Die grundlegende Konfiguration ließ sich in 15 Minuten vornehmen. Danach wurde die Steelhead Appliance nach Stuttgart geschickt, wo sie problemlos von einem der dortigen Mitarbeiter angeschlossen und in Betrieb genommen werden konnte.

Am Standort Braunschweig stand Elektrobit Automotive vor der Wahl, entweder die Kapazität des dortigen File-Servers zu erweitern oder ebenfalls auf die Steelhead-Karte zu setzen und den Server abzuschalten. Nach den positiven Ergebnissen aus Stuttgart fiel die Entscheidung nicht schwer. Heute ist dort – ebenso wie in Stuttgart – eine Steelhead-510-Appliance im Einsatz. In der Firmenzentrale in Erlangen sorgt eine Steelhead 1010 für die nötige Kapazität und Performance. Der File-Server und das Backup-System in Braunschweig konnten ebenfalls eingespart werden.

Die Sicherheit

Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für die Riverbed-Lösung war auch das geringe Risiko beim Einsatz der Steelhead Appliances. Obwohl die Steelheads »in-path«, also auf der wichtigen Verbindung zwischen LAN-Switch und WAN-Router angebracht werden, besteht nicht die Gefahr eines Verbindungsabbruchs, falls eine Appliance ausfallen sollte. In diesem Fall agiert das Gerät wie ein Netzwerkkabel, durch das der Datenverkehr ungehindert fließen kann.

Eine Herausforderung für den Einsatz der Steelhead Appliance war der in Erlangen eingesetzte Samba-Server. Dieser spezielle Windows-File-Server wird benötigt, um Windows-Clients das Ablegen von Daten auf einem Linux- / Unix-Server zu ermöglichen und im Anschluss mit den konvertierten Daten zu arbeiten. Doch die Appliances erwiesen sich auch in diesem Bereich als ausgezeichnete Lösung. IT-Leiter Holzwarth machte sich auf den Weg nach Tokio, um herauszufinden, ob eine Steelhead Appliance auch die dortigen Probleme lösen konnte. Die japanischen Kollegen konnten bis dato nicht einmal durch das Dateisystem auf dem Server in Erlangen browsen. Die hohen Latenzzeiten zwischen dem Hauptsitz und der Niederlassung in Tokio – 300 bis 400 Millisekunden – führten zu ständigen Timeouts. Nach der Installation der Steelhead-510-Appliance änderte sich das: Plötzlich konnten die Mitarbeiter von Tokio aus trotz der hohen Latenz auf dem Server in Erlangen arbeiten. »Die wiederholte Übertragung von 100-Megabyte-Source-Codes aus dem CVS-Repository dauerte vorher mehrere Stunden und lässt sich nun in einigen Minuten bewerkstelligen.«

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:2001859)