Hersteller und Reseller im Zugzwang Wunsch und Wirklichkeit: Private Clouds aus der Box

Redakteur: Regina Böckle

Infrastruktur-Spezialisten versuchen derzeit, möglichst alle Komponenten für die Private Cloud aus einer Hand anzubieten. Systemhäusern erleichtert das den Einstieg in das Cloud-Geschäft. Doch damit ist es nicht getan. Eine Momentaufnahme.

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Allen Versprechungen zum Trotz: „Derzeit kann keiner der großen IT-Hersteller die komplette Bandbreite an Infrastruktur-, Technologie- und Softwarekomponenten anbieten, die zum Aufbau komplexer Cloud-Infrastrukturen notwendig sind,“ konstatiert Dr. Carlo Velten, Senior Advisor bei der Experton Group.

Infolge dessen ist das Thema Interoperabilität eine zentrale Herausforderung für die CIOs. „Nur wenn Daten, Applikationen und Nutzerprofile über verschiedene Cloud-Plattformen und Hersteller-Technologien portabel sind, lassen sich die langfristigen Ziele erreichen“, so Velten.

Kein Wunder also, dass Hersteller wie Oracle, HP, IBM, Fujitsu ebenso wie die Virtual Computing Environment Coalition (VCE) von Cisco, EMC und VMware, die aktuell mit integrierten Private-Cloud-Modellen am Markt für Aufmerksamkeit sorgen, betonen, ihre Angebote fußten auf offenen Standards. Ebenso regelmäßig sprechen sie diese Offenheit den jeweiligen Mitbewerbern ab.

Ziel: Alles aus einer Hand

Die Angebote umfassen in der Regel aufeinander abgestimmte Netzwerk-, Server-, Storage- und Virtualisierungs-Komponenten, bei Oracle kommt noch eine Vielfalt eigener Software-Applikationen hinzu, die alle auf der gemeinsamen Plattform Fusion basieren. Den Schulterschluss zu den Software-Angeboten der großen Player wie SAP und Microsoft, aber auch zu vielen kleineren Branchen-Lösungen, suchen alle Cloud-Infrastruktur-Anbieter. Denn sie sollen – als Software as a Service (SaaS) auch auf Applikations-Ebene das Angebot für den Kunden abrunden.

Mit Netapp haben Cisco und VMware ebenfalls eine enge Allianz geschmiedet namens „Imagine Virtually Anything“. Wie bei der VCE-allianz haben sich die Bündnispartner auch hier zum gemeinsamen Support verpflichtet. Im August brachte das Trio die erste gemeinsame zertifizierte End-to-End Fibre Channel over Ethernet (FCoE)-Lösung für VMware-Umgebungen auf den Markt.

Gerade die vBlocks der VCE-Koalition, aber auch Oracles Exalogic-Pakte sind vorrangig für Großkunden interessant. Das erklärt, weshalb bei Systemhäusern, die kleinere und mittelständische Kunden betreuen, die von Magirus geschnürten vBundles für großes Aufsehen sorgten.

An der Cloud führ kein Weg vorbei

Auch wenn derzeit noch nicht klar ist, wohin die Reise in der Cloud langfristig gehen wird und welche Modelle sich bewähren werden müssen sich nach Ansicht aller Analysten die Reseller und Systemhäuser mit dem Thema Cloud befassen.

Steve Janata ist Senior Advisor bei der Experton Group. (Archiv: Vogel Business Media)

„Die Kunden wollen und brauchen Cloud-Architekturen, auf denen sie in den nächsten fünf Jahren aufbauen können. Virtualisierung ist da nur ein Baustein. Die meisten Reseller oder Integratoren sind im Moment allerdings weit davon entfernt, mehr als nur reine Server-Virtualisierung anzubieten. Alleine mit Virtualisierungs-Projekten wird es in Zukunft zunehmend schwerer werden, noch Geld zu verdienen. Denn die Zukunft liegt in der Cloud“, sagt beispielsweise Experton-Analyst Steve Janata.

Er bemängelt, dass ein Großteil des Channels noch keine Cloud-Strategie habe. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten „Reseller und Integratoren ihren Platz in der Wertschöpfungskette finden und eine Cloud-Strategie formulieren.“

Das Marktforschungsinstitut Gartner bläst ins gleiche Horn: Geschäftskunden werden traditionelle Anbieter bis 2012 dazu zwingen, Cloud-Services bereitzustellen, die beispielsweise auf monatlicher Basis pro User oder Unit abgerechnet werden. Denn damit ließen sich die Kosten für die IT um ein Drittel oder mehr senken.

Doch wie funktioniert der Wandel vom Systemhaus zum Cloud-Anbieter in der Realität? Lesen Sie dazu die nächste Seite.

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