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Bitkom-Studie zum autonomen Fahren

Wunsch nach Datenschutzüberprüfung bei autonomen Autos

| Autor: Sarah Nollau

Den Durchbruch des autonomen Fahrzeugs erwarten die Befragten in spätestens 20 Jahren.
Den Durchbruch des autonomen Fahrzeugs erwarten die Befragten in spätestens 20 Jahren. (Bild: Pixabay / CC0)

Dem autonomen Fahren stehen die Befragten einer aktuellen Bitkom-Studie skeptisch gegenüber. So ganz wollen sie dem selbstfahrenden Auto noch nicht trauen. Jeder Siebte von zehn Befragten (74 Prozent) würde aber zumindest in bestimmten Situationen auf Selbstfahrfunktionen zurückgreifen.

Eine aktuelle Studie des Bitkom zeigt, dass sich eine Mehrheit der Bundesbürger zumindest in bestimmten Situationen autonom fahrende Autos wünscht. An der Spitze der Funktionen würde demnach das Ein- und Ausparken (65 Prozent) stehen. Auch das Stop-and-Go im Stau würden 54 Prozent ihrem Auto anvertrauen wollen. Sobald der Verkehr aber fließt, würden nur knapp ein Drittel (28 Prozent) auf der Autobahn und ein Fünftel (18 Prozent) auf der Landstraße auf den smarten Fahrer vertrauen. Lediglich acht Prozent würden ihre eigenen Fahrkünste komplett einstellen. Immerhin 37 Prozent wollen das Steuer nicht abgeben und sich den Spaß am Autofahren nicht nehmen lassen.

Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer, führt dieses Ergebnis auf den Bekanntheitsgrad der jeweiligen Funktionen zurück: „Während es Einparkhilfen, Spurhalteassistenten und automatische Notbremssysteme bereits gibt und die Menschen sich eine solche Unterstützung vorstellen können, fehlt es offenbar noch an der Fantasie, dass das Auto grundsätzlich alleine fahren kann. Der Computer am Steuer wird aber nicht müde und lässt sich auch nicht ablenken – vieles spricht für das autonome Fahren.“

Durchbruch in spätestens 20 Jahren

Die Angst vor der Datenkrake und dem Technikum „autonomes Auto“ ist allerdings hoch. Jeder Siebte (68 Prozent) hat laut der BItkom-Studie Angst vor technischen Problemen. 63 Prozent fürchten sich vor Hackern. Die Hälfte der Befragten (52 Prozent) führen an, dass sie Angst vor der unberechtigten Nutzung der anfallenden Daten durch Dritte haben. Den anstehenden Durchbruch des autonomen Fahrens sehen 58 Prozent der Befragten in spätestens 20 Jahren. Jeder Zehnte glaubt sogar schon, dass in zehn Jahren bereits mehr selbstfahrende Autos als herkömmliche Autos zugelassen sein werden. Bis dahin gibt es allerdings laut Rohleder noch viel zu tun: „Damit Deutschland bei vernetzter Mobilität und beim autonomen Fahren eine Führungsrolle übernehmen kann, müssen wir massiv in eine digitale Infrastruktur investieren und dafür sorgen, dass bestehende und neue Gesetze die Mobilität der Zukunft nicht behindern, sondern fördern.“

Traditionelle Automobilhersteller abgeschrieben

Das Potenzial in zufriedenstellende autonome Autos sehen die befragten Deutschen allerdings eher bei neuen Automobilherstellern. Jeder Dritte würde zu einem der aufstrebenden „Neulingen“ wie Tesla greifen. Wer bei Tesla an teure Statussymbole denkt, wird überrascht sein. Knapp die Hälfte (48 Prozent) glaubt, dass das Auto in zehn Jahren kein Statussymbol mehr sein wird. Nach Einschätzung der Befragten werden bis 2028 die Mehrheit der Bürger Car-Sharing-Angebote und On-Demand-Shuttles nutzen (52 Prozent) und kein eigenes Auto mehr in der Garage stehen haben (51 Prozent).

Jeder Vierte sieht in der vernetzten Mobilität sogar die Chance, dass die Anzahl der Verkehrstoten auf Null sinkt. Für Neun von Zehn ist es wichtig, dass die Vernetzung ohne Unterbrechungen stattfindet. Ebenfalls Priorität hat die technisch ausgereifte (87 Prozent) und topaktuelle (82 Prozent) Technik. Für jeden Achten (79 Prozent) sollte die Technologie gegen Angriffen von außen gesichert sein.

Überprüfung des Datenschutz

95 Prozent der Befragten haben den Wunsch, dass die Systeme in vernetzten Autos in regelmäßigen Abständen auf Datenschutz und Datensicherheit überprüft werden. 64 Prozent wären sogar bereit, dafür Mehrkosten zu tragen. Für jeden Fünften (22 Prozent) wäre die Datenschutz-Überprüfung bis zu 100 Euro wert. 45 Prozent ziehen die Grenze bei 50 Euro, 31 Prozent bei 10 Euro. Dr. Joachim Bühler, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV kommentiert: „Verbraucherinnen und Verbraucher haben bereits eine klare Vorstellung davon, wie mit Daten, Software und künstlicher Intelligenz im vernetzten Auto umzugehen ist. IT-Sicherheit und Datenschutz sollen regelmäßig, etwa bei der Hauptuntersuchung, geprüft werden.“

Die Befragten wollen daher auch Informationen darüber erhalten, welche Daten gespeichert werden (83 Prozent) und wer sie nutzt (93 Prozent). Die Entscheidungsfreiheit darüber, wer die Daten nutzen darf, soll für 69 Prozent beim Eigentümer des Fahrzeugs, für 57 Prozent beim Fahrer liegen. Jeder Dritte (28 Prozent) würde diese Entscheidung dem Gesetzgeber überlassen, zwei Prozent dem Automobilhersteller. Für jeden Siebten (69 Prozent) käme sogar eine serienmäßig eingebaute Black Box in Frage, die im Falle eines Unfalls ausgelesen werden könnte. „Für eine solche Black Box benötigen wir einen transparenten, herstellerübergreifenden Standard“, so Bühler.

Nutzen der Daten

Die Bereitschaft zur Bereitstellung von Daten wäre für 42 Prozent kein Problem, wenn die Gesellschaft davon einen Nutzen hätte, zum Beispiel die Aufklärung von Straftaten oder ein besserer Verkehrsfluss. 27 Prozent würden Daten für den individuellen Nutzen weitergeben, beispielsweise für persönliche Verkehrsmeldungen oder automatische Parkplatzreservierung. 15 Prozent würden die Bereitschaft zur Datenweitergabe an keine Bedingung knüpfen.

Das Vertrauen in den Betrieb einer Plattform zur Speicherung der Daten ist für unabhängige Prüforganisationen wie TÜV oder Dekra am größten (55 Prozent). Automobilclubs kommen gerade einmal auf elf Prozent. Schlusslichter sind staatliche Behörden wie das Kraftfahrtbundesamt (acht Prozent) und die Automobilhersteller (fünf Prozent).

Über die Studie

Die Umfrage wurde im Auftrag von Bitkom und VdTÜV von Bitkom Research durchgeführt. Dafür wurden 1.238 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.

Sarah Nollau
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