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Anleitung zum Selbstbau von Hyper-V-Clustern Workshop: Virtuelle Maschinen in einem Hyper-V-Cluster

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Grundsätzlich ist die Konfiguration von virtuellen Servern ohne Cluster identisch mit den Einstellungen in einem Cluster. Anwender müssen jedoch einige Konfiguration nachträglich vornehmen, um einen virtuellen Server in einem Cluster zu betreiben. In dieser Anleitung geht es darum, wie sich virtuelle Maschinen in einem „Hyper-V“-Cluster erstellen und verwalten lassen.

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Wo ist de Bauanleitung für einen Hyper-V-Cluster? Bild: Gehlken/Pixelio
Wo ist de Bauanleitung für einen Hyper-V-Cluster? Bild: Gehlken/Pixelio
( Archiv: Vogel Business Media )

Der erste Schritt, um virtuelle Server in einem Cluster zu betreiben, besteht darin, den Cluster aufzusetzen und in Betrieb zu nehmen. Denn dieser stellt das Gerüst für für den Mocrosoft-Hypervisor Hyper-V zur Verfügung. Anschließend lassen sich virtuelle Server in den Cluster übernehmen. Das geht manuell, mit Zusatz-Tools von Microsoft oder mit dem „System Center Virtual Machine Manager“ (siehe: Abbildung 1).

Um eine virtuelle Maschine in einem Cluster zu erstellen, verwenden Sie den Hyper-V-Manager, wie auf normalen Servern mit Hyper-V auch (siehe: Abbildung 1). Der Unterschied besteht darin, dass Sie die Konfigurationsdateien des Servers und die virtuellen Festplatten auf dem Cluster Shared Volume (CSV) des Clusters speichern müssen.

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Das ist notwendig, damit der Cluster beim Ausfall eines Knotens die virtuellen Maschinen auf einen anderen Knoten übertragen kann. In Windows Server 2008 R2 geht das sogar in Echtzeit ohne Ausfall für die Benutzer über die Live-Migration.

Derselbe Buchstabe macht einen Unterschied

Ein freigegebenes Laufwerk in einem Cluster ermöglicht den gleichzeitigen Zugriff aller Cluster-Knoten. Normalerweise darf nur der aktuelle Besitzer des Clusters und der Laufwerksressource darauf zugreifen. Damit das Laufwerk bei einem derartigen gleichzeitigen Zugriff nicht zerstört wird, koordinieren die einzelnen Knoten im Cluster untereinander die Kommunikation.

Aus diesem Grund muss das Betriebssystem auf allen Cluster-Knoten auf dem gleichen Laufwerksbuchstaben installiert sein, da der Cluster in diesem Laufwerk im Verzeichnis ClusterStorage wichtige Daten ablegt, zum Beispiel die Konfigurationsdateien der virtuellen Server. Das Verzeichnis ist auf den gemeinsamen Datenträger verlinkt und enthält auch dessen Daten.

Diese liegen aber nicht tatsächlich auf der Festplatte C, dem Cluster-Knoten, sondern auf dem gemeinsamen Datenträger, dessen Abruf auf das Verzeichnis C:\ClusterStorage umgeleitet wird. Die .vhd-Dateien der von Ihnen erstellten ausfallsicheren virtuellen Server liegen in diesem Verzeichnis und sind daher von allen Knoten gleichzeitig und in Echtzeit zugreifbar, ohne Gefahr zu laufen, dass Datenträger zerstört werden.

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Wie lässt sich ein virtueller Server erstellen?

Fällt eine Netzwerkverbindung zum SAN von einem Knoten aus, verwendet der Knoten alternative Strecken, zum Beispiel über andere Knoten. Die virtuellen Maschinen, deren Dateien im CSV liegen, laufen uneingeschränkt weiter (siehe: Abbildung 2).

Um einen virtuellen Server zu erstellen und in einen Cluster zu übernehmen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • 1. Klicken Sie auf Neu/Virtueller Computer und starten Sie den Assistenten.
  • 2. Geben Sie den Namen des neuen Computers ein.
  • 3. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Virtuellen Computer an einem anderen Speicherort speichern.
  • 4. Klicken Sie auf Durchsuchen und wählen Sie auf der Festplatte C: des Servers das Volume aus, das Sie als CSV zur Verfügung gestellt haben (siehe: Abbilding 3).
  • 5. Auf der nächsten Seite legen Sie den Arbeitsspeicher fest, den Sie dem virtuellen Server zur Verfügung stellen wollen. Hier gibt es keine Unterschiede zur Erstellung von virtuellen Servern auf herkömmlichen Hyper-V-Servern.
  • 6. Als Nächstes wählen Sie die virtuelle Netzwerkverbindung aus, mit welcher sich der Server mit dem Netzwerk verbindet. Auch hier verwenden Sie wieder die gleichen Einstellungen wie bei einem normalen Server.
  • 7. Anschließend wählen Sie den Namen, die Größe und den Speicherort der virtuellen Festplatte aus. Achten Sie darauf, dass sich diese ebenfalls im freigegebenen CSV-Laufwerk befindet.
  • 8. Als Nächstes wählen Sie die Option Betriebssystem zu einem späteren Zeitpunkt installieren aus.
  • 9. Schließen Sie die Erstellung der virtuellen Maschine ab.
  • 10. Starten Sie die Maschine noch nicht, die Konfiguration ist noch nicht abgeschlossen.

Bevor Sie einen virtuellen Server in den Cluster übernehmen können, muss dieser erst entsprechend vorbereitet werden. Um einen virtuellen Server von einer herkömmlichen Maschine zu einem Cluster zu migrieren, importieren Sie die virtuelle Maschine und ändern dann ebenfalls die entsprechenden Einstellungen ab. Der Import läuft genauso ab, wie auf einem herkömmlichen Server.

Die virtuelle Maschine passt sich dem Cluster-Betrieb an

Rufen Sie die virtuelle Maschine die Sie in einen Cluster überführen wollen im Hyper-V-Manager auf und starten dann über das Kontextmenü die Einstellungen. Klicken Sie auf Automatische Startaktion. Aktivieren Sie die Option Keine Aktion und bestätigen Sie die Eingabe (siehe: Abbildung 4).

Nachdem Sie die virtuelle Maschine erstellt oder importiert haben, müssen Sie diese noch in der Verwaltungskonsole des Failover-Cluster als hochverfügbar konfigurieren, also im Cluster hinterlegen. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  • 1. Starten Sie das Verwaltungsprogramm für Failover-Cluster.
  • 2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Dienste und Anwendungen und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Dienst oder Anwendung konfigurieren.
  • 3. Wählen Sie als Dienst oder Anwendung die Option Virtueller Computer aus (siehe: Abbildung 5).
  • 4. Wählen Sie auf der nächsten Seite die virtuellen Maschinen aus, die Sie im Cluster hinterlegen wollen. Der Assistent zeigt alle virtuellen Server an, die auf dem Hyper-V-Host verfügbar sind. Das sind die Maschinen die Sie erstellt, oder importiert haben (siehe: Abbildung 6).
  • 5. Schließen Sie den Assistenten ab.
  • 6. Mit der Schaltfläche Bericht anzeigen können Sie sich die Konfiguration der virtuellen Maschine im Cluster anzeigen lassen (siehe: Abbildung 7).
  • 7. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer, sehen Sie dass im Failover-Cluster-Manager auch die Steuerung der virtuellen Maschinen hinterlegt ist. Wählen Sie Virtuelle Computer starten aus. Dadurch wird die Ressource online geschaltet und die virtuelle Maschine startet. Über das Kontextmenü können Sie sich jetzt mit dem virtuellen Computer verbinden und das Betriebssystem installieren (siehe: Abbildung 8).

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System Center Virtual Machine Manager 2008 R2

Mit dem System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) 2008 R2 bietet Microsoft eine zentrale Verwaltungsoberfläche für virtuelle Infrastrukturen. Unternehmen haben mit SCVMM die Möglichkeit, nicht nur die Virtualisierungstechniken von Microsoft zu verwalten, sondern auch virtuelle Server in VMware-Infrastrukturen.

Die Lösung beherrscht die Migration von physischen zu virtuellen Servern (P2V). Auch das Übertragen von virtuellen Computern zwischen den verschiedenen Virtualisierungsinfrastukturen (V2V) ist problemlos möglich. Hochverfügbare virtuelle Infrastrukturen lassen sich ebenfalls erstellen.

Die Migration innerhalb von Storage Area Networks (SANs) und zu Cluster-Umgebungen sind ebenfalls möglich. Virtuelle Maschinen auf angebundenen Hosts lassen auch zwischen Hosts verschieben. Über den Menübefehl „Physischen Server konvertieren“ startet ein Assistent, der Sie bei der Migration von physischen Hosts zu virtuellen Maschinen unterstützt.

Das Klonen

Während der Migration installiert SCVMM den Agenten zur Verwaltung auf der physischen Maschine, scannt die Hardware und unterstützt bei der Erstellung der virtuellen Maschine und der Datenübernahme. Während der Migration können Sie auch auswählen, auf welchem angebundenen physischen Host der Assistent die VM erstellen soll.

Über das Kontextmenü virtueller Maschinen können Sie in SCVMM 2008 R2 auch einen Klonvorgang starten, der die Maschine im gespeicherten Zustand klonen und den Klon auf einem beliebigen Host bereitstellen kann (siehe: Abbildung 9).

Migration von Hyper-V zu Hyper-V R2 mit Windows Server-Migrations-Tools

Microsoft unterstützt Unternehmen mit den Windows Server-Migrations-Tools. Mit den Tools können Sie auch virtuelle Server migrieren.

Bei den Tools handelt es sich um eine Sammlung verschiedener CMDlets für die PowerShell. Sie können die Migrations-Tools auch auf Core-Servern mit Windows Server 2008 R2 über die PowerShell installieren.

Um Hyper-V vom Quell- auf den Ziel-Servern zu migrieren, müssen Sie auf dem Ziel-Server die Migrations-Tools installieren. Wichtig bei der Migration von Hyper-V-Servern mit Windows Server 2008 zu Windows Server 2008 R2 ist die Kompatibilität der Prozessoren. Eine Migration ist nur dann möglich wenn die Prozessoren des Quell-Servers mit den Prozessoren auf dem Ziel-Server kompatibel sind (siehe: Abbildung 10).

Der Autor:

Thomas Joos ist freier Autor aus Bad Wimpfen.

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