Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Wie es um die Cloud-Ökonomie steht Wohin geht die Reise der Public Cloud?

| Autor / Redakteur: Ravi Naik* / Elke Witmer-Goßner

Die Public Cloud ist oft ein Garant für schnelles Wachstum. Durch das attraktive Kostenmodell sowie die Ermöglichung cloud-basierter Anwendungen und Geschäftsmodelle haben Public-Cloud-Anbieter den Weg für viele Innovationen freigemacht.

Firmen zum Thema

Das stetige Datenwachstum führt immer häufiger dazu, dass sich viele Vorteile der Public Cloud zunehmend in Herausforderungen für Unternehmen verwandeln.
Das stetige Datenwachstum führt immer häufiger dazu, dass sich viele Vorteile der Public Cloud zunehmend in Herausforderungen für Unternehmen verwandeln.
(Bild: © Creativa Images - stock.adobe.com)

Ohne die Public Clou hätten viele Innovationen erst viel später oder gar nicht realisiert werden können. Das stark zunehmende Datenwachstum führt jedoch dazu, dass sich viele Vorteile der Public Cloud zunehmend in Herausforderungen für Unternehmen wandeln.

Gerade für kleine, schnell wachsende Startups war das Kostenmodell und die einfache Nutzung der Public Cloud attraktiv. Public-Cloud-Anbieter berechneten nur den tatsächlich genutzten Speicherplatz, sodass nicht nur ihre Kunden, sondern auch die Public-Cloud-Anbieter selbst wachsen und ihr Geschäft ausbauen konnten. Laut des „ISG Provider Lens 2019: Public Cloud – Solutions & Service Partners 2019“-Bericht des Marktforschungsunternehmens Information Services Group belief sich das Jahreswachstum der globalen IaaS- und SaaS-Märkte allein im zweiten Quartal des vergangenen Jahres auf 14 Prozent. In Deutschland waren es sogar über 24 Prozent. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es mittlerweile eine Reihe von Anwendungen gibt, die ausschließlich für die Public Cloud bestimmt sind. Sie wurden speziell dafür entwickelt und können auch nicht aus der Public Cloud herausmigriert werden. Unternehmen, die zu diesem enormen Wachstum beigetragen haben, konnten durch den Wechsel in die Cloud ihre Workloads konsolidieren und so ihre Effizienz steigern.

Hoffnung weicht Ernüchterung

Auch für den Festplattenhersteller und Datenmanagementexperten Seagate Technology hat die Public Cloud zunächst viele Vorteile gebracht. Denn wie bei vielen anderen Unternehmen waren die Daten über verschiedene Daten-Silos verstreut. Operative Herausforderungen nahmen für die Mitarbeiter dadurch viel Zeit in Anspruch, die Heterogenität der Daten war schwer zu skalieren. Nachdem Seagate eine seiner aufwändigsten Arbeitslasten – Hadoop Analytics – in die Cloud verlagerte, konnten die Kosten um 40 Prozent gesenkt werden.

Nach anfänglichen Vorteilen der Konsolidierung bestehender Prozesse und Anwendungen in der Cloud, sah sich Seagate jedoch mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die anfängliche Euphorie über die Senkung der Investitionskosten verflog aufgrund sukzessiver Veränderungen der monatlichen Cloud-Rechnung. Aufgrund der Art und Weise wie Seagate auf seine Daten in der Public Cloud zugreift, wurden die monatlichen Ausgaben unvorhersehbar.

Public-Cloud-Kosten höher als erwartet

So erging es vielen prosperierenden Unternehmen: Die anfänglichen Vorteile und der „Komfort“ der Public Cloud wichen bald der Ernüchterung über gestiegene Kosten. Sobald sie eine gewisse Größe erreicht hatten, mussten die Unternehmen im Verhältnis deutlich mehr investieren, um die laufenden Rechnungen zu begleichen. Auch eine Migration der Daten aus der Cloud heraus war keine Option, da dies Vertragsstrafen nach sich ziehen konnte.

Es stellte sich heraus, dass Faktoren wie Kostentransparenz und -vorhersehbarkeit, Skalierbarkeit und Einsparungen bei der Latenzzeit, durch die die Public Cloud so attraktiv war, zu Herausforderungen wurden. Prominente Beispiele, wie Unternehmen mit gestiegenen Public-Cloud-Kosten umgehen, sind Dropbox und Snapchat. Dropbox entschied bereits 2015, seine Nutzer auf eine eigene Infrastrukur und Software zu migrieren, um Kosten zu sparen. 75 Millionen US-Dollar konnte das Unternehmen dadurch einsparen. Snap Inc., das Snapchat betreibt, wendete in den letzten beiden Jahren 1 Milliarde US-Dollar für Cloud-Computing-Server auf, um seine Public-Cloud-Anteile zu reduzieren und nicht weiter Geld zu verlieren.

Auftrieb durch neue Technologien

Gleichzeitig stellte sich eine neue Veränderung ein: Immer mehr Daten werden an der Edge generiert und rund 30 Prozent dieser Daten müssen bald nahe ihrer Quelle verarbeitet werden. Dadurch findet eine Verlagerung der Daten aus der Public Cloud hin zur Edge statt und es entstehen neue Nutzungsmodelle auf Basis von Multi-Cloud- und Edge-Core-Diensten. In diesem Szenario muss der „Komfort“, den die Public Cloud bietet, um die Vorhersehbarkeit von Kosten, Latenzzeiten und Wachstum erweitert werden.

Darum entscheiden sich Unternehmen zunehmend, zusätzlich Private- und Hybrid-Cloud-Dienste einzusetzen. Laut IDC werden bis 2022 70 Prozent der Unternehmen eine Cloud-Management-Strategie anwenden, die ihre Public und Private Clouds abdeckt, indem sie einheitliche Hybrid-/Multi-Cloud-Management Technologien, Tools und Prozesse ausrollen.

Das ist nicht das Ende

Diese Entwicklung wird Hyperscale Cloud-Anbieter jedoch nicht in Bedrängnis bringen. Denn das Datenzeitalter ist gerade erst am Anfang: Bis 2025 werden weltweit rund 175 Zettabyte an Daten generiert werden. Diese Entwicklung verspricht für viele Unternehmen mehr Erfolg – und die Public Cloud wird eine große Rolle dabei spielen. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieses Erfolgs können Public-Cloud-Anbieter die Vorteile in großen Teilen an ihre Kunden weitergeben.

Befürworter der Public Cloud empfehlen, ihre Skalierbarkeit zu nutzen, um genau den Kunden zu helfen, die mithilfe der Public Cloud wachsen konnten. Denn die Datenmenge wird weiterhin anwachsen und zusätzliches Geschäft generieren. Diese Vorteile mit anderen zu teilen, kreiert einen wichtigen Mehrwert. Hinzu kommt, dass Cloud-Anbieter mit einem transparenten und vorhersehbaren Cloud-Nutzungsmodell Kunden enger an sich binden können.

Ravi Naik, Seagate Technology.
Ravi Naik, Seagate Technology.
(Bild: Seagate)

Anstelle von diversen Preisstufen und anderen einschränkenden Faktoren der Datenspeicherung und -nutzung sollten Cloud-Anbieter mit transparenten, angemessenen Preisen, die sich ausschließlich nach der in Anspruch genommenen Kapazität richten, den Markt stimulieren.

Durch die Speicherung von mehreren Hundert Exabyte an Daten ergeben sich neue Anwendungsfälle und Analysemöglichkeiten. Diese tragen dazu bei, größere Einnahmequellen zu schaffen, die es nicht gäbe, wenn Unternehmen Workloads aus der Public Cloud zurückführen würden.

* Der Autor Ravi Naik ist Chief Information Officer and Senior Vice President of Corporate Strategy bei Seagate Technology.

(ID:46897645)