Suchen

Außergewöhnliche Ladetechnologien Wissenschaftler laden Smartphone-Akku mit der Energie eines Blitzes

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Wissenschaftler haben am Beispiel eines Nokia Lumia 925 erfolgreich gezeigt, dass sich Akkus mithilfe von Blitzen laden lassen.

Firmen zum Thema

Blitzlader: Forscher der University of Southampton und Nokia haben einen Weg gefunden, den Akku eines Mobiltelefons mithilfe eines Blitzes zu laden
Blitzlader: Forscher der University of Southampton und Nokia haben einen Weg gefunden, den Akku eines Mobiltelefons mithilfe eines Blitzes zu laden
(Bild: TDHVL)

Forscher des Tony Davies High Voltage Laboratory (TDHVL) der University of Southampton haben gemeinsam mit Nokia einen neuen Weg gefunden, um die Akkus von Laptops, Tablets und Smartphones schnell wieder aufzuladen. Um den Energiespeichern neues Leben einzuhauchen, greifen die Wissenschaftler einfach auf eine natürliche Ressource zurück: Blitze. Diese werden per Laborversuch künstlich erzeugt, indem Wechselstrom durch einen Spannungswandler auf 200.000 V gebracht und über eine 30 cm breite Funkenstrecke gejagt. Die gewaltige Energie wird auf der anderen Seite wieder eingefangen, sodass das Laden des Akkus eines Nokia Lumia 925 möglich ist.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 30 Bildern

Angezapfte Naturkräfte

„Wir waren begeistert, als wir gesehen haben, dass die Schaltkreise des Nokia-Handys irgendwie das unruhige Signal stabilisieren konnten und es auf diese Weise ermöglicht haben, die Batterie des Gerätes wieder aufzuladen“, so Neil Palmer vom Tony Davies High Voltage Laboratory der University of Southampton.

Das erfolgreich verlaufene Experiment wurde gemeinsam mit Nokia durchgeführt und sollte zeigen, dass das Laden eines Akkus via Blitzzentladung möglich ist. „Das Anzapfen der Naturkräfte in dieser Form könnte Energiequellen für Gebiete mit schlechter Versorgungsleistung hervorbringen“, so Palmer weiter.

Ladesystem mit 200.000 Volt

Für ihr Laborexperiment haben Palmer und sein Team eine komplexe Versuchsanordnung erdacht, bei der Wechselstrom auf in mehreren Stufen auf 200.000 V transformiert wird und durch eine 30 cm lange Funkenstrecke geschickt wird. Das Resultat ist ein künstlich erzeugter Blitz. Die Energie wird auf der anderen Seite der Versuchsanordnung von einem zweiten „kontrollierenden Spannungswandler“ gewissermaßen „beruhigt“, um das Laden des Akkus zu ermöglichen.

Nachahmung nicht empfehlenswert

Natürlich ist diese Art von Experiment nicht ungefährlich. „Versucht das bloß nicht zu Hause“, warnt Nokia mögliche Nachahmer und weist im gleichen Atemzug darauf hin, dass in Großbritannien pro Jahr im Schnitt drei Menschen von Blitzen getroffen werden. „Uns geht es mit diesem Versuch darum, die Grenzen der Technologie zu erweitern“, betont Chris Weber, Executive Vice-President im Sales-Bereich bei Nokia. „Diese Entdeckung beweist, dass es möglich ist, Geräte mit einer Spannung zu laden, die sich durch die Luft bewegt. Es ist auch ein großer Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses des Blitzphänomens“, ergänzt Palmer.

Lösung des Akku-Problems

Moderne Smartphones, Tablets oder Laptops sind wahre Energiefresser. Die Hersteller sind sich dieses Umstands bewusst und suchen deshalb bereits seit geraumer Zeit nach Möglichkeiten, um die Kapazität und Laufzeit der Akkus zu verbessern.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:42358804)