DSGVO

Wirtschaft fordert mehr Unterstützung der Behörden bei DSGVO

| Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

Industrievertreter beklagen bei der DSGVO mangelnde Unterstützung und Aufklärung von Seiten der Behörden.
Industrievertreter beklagen bei der DSGVO mangelnde Unterstützung und Aufklärung von Seiten der Behörden. (Bild: Pixabay / CC0)

Kurz bevor die neue Datenschutzgrundverordnung verpflichtend wird, beklagen Industrievertreter teils mangelnde Unterstützung und Aufklärung von Seiten der Behörden. Es sei versäumt worden, die Unternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen.

Kurz vor Inkrafttreten der neue Datenschutzgrundverordnung fordern Industrievertreter mehr Unterstützung und Aufklärung von Seiten der Behörden. Die DSGVO sei eine „große Errungenschaft“, betonte Gerhard Göttert, Vorstandsmitglied des Verbands der SAP-Anwender. Auf politischer Seite sei jedoch versäumt worden, die Unternehmen in der Umsetzung zu unterstützen. Generell seien Unternehmen weit weniger im Fokus der Aufklärung gewesen als die Verbraucher.

Die DSGVO sieht erstmals auch hohe Bußgelder bei Verstößen vor. In vielen Unternehmen führe das zu großer Nervosität, sagte Göttert. Sanktionen könnten existenzgefährdend sein. Viele Firmen versuchten sich optimal zu schützen, hätten dabei aber teilweise noch hohen Informationsbedarf. Für manche Unternehmen dürfte es schwer werden, eine Punktlandung bis zum Stichtag hinzubekommen, schätzt Göttert. Unter den rund 3300 Mitgliedsunternehmen der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe hätten allerdings über die Hälfte der Firmen bereits eine „klare Roadmap“. Bis vor Kurzem hätten aber zum Beispiel in vielen Fällen die nötigen Software-Werkzeuge für eine effiziente Umsetzung gefehlt.

„Mit der DSGVO wird das Datenschutzrecht nicht neu erfunden“, sagte Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter in Baden-Württemberg. In den meisten Fällen dürfte die Umsetzung deshalb aus seiner Sicht zu bewältigen sein. In Einzelfällen könne es aber zu Problemen kommen. Auf Unternehmen etwa, in denen die Datenverarbeitung einen wichtigen Bestandteil des Geschäfts ausmacht, könne schon ein „erheblicher Aufwand“ zukommen.

In vielen Fälle bringe die DSGVO für Unternehmen aber eher Vorteile, schätzt Brink. So sei der bislang gültige Grundsatz der Datensparsamkeit in der neuen Verordnung durch den Begriff der Datenminimierung ersetzt worden. Das gebe Unternehmen vor allem bei der Analyse großer Datenmengen, wie sie etwa für bessere Leitsysteme und neue Services im Straßenverkehr eingesetzt wird, mehr Spielraum. Generell werde die Verordnung jedoch die Tendenz bestärken, mit weniger Daten auszukommen, sagte Göttert. „Die Zukunft wird zeigen, ob dies nachteilig für datengetriebene Geschäftsmodelle ist.“

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45301727 / Aktuelles & Hintergründe)