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CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference

„Wir stehen am Beginn einer industriellen Revolution der IT“

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Firmen zum Thema

ITB: Der IT-Industrie wird oft nachgesagt, am Anwender vorbei zu programmieren. Welche Ansätze gibt es, den Anwender im Sinne einer User-Experience bei künftigen Entwicklungen besser einzubeziehen?

Tritsch: So lustig es sich anhört, aber Benutzer verhalten sich in vielerlei Hinsicht wie Elementarteilchen in der Physik. Je mehr man versucht, das Verhalten einzelner Benutzer zu beobachten, desto verschwommener wird das Muster. Unter Beobachtung verhalten sie sich fast immer anders, als wenn sie unbeobachtet sind. Schließlich ist die Beobachtung ein signifikanter Eingriff in die Privatsphäre, was Einfluss auf das Verhalten hat.

Ergänzendes zum Thema
Zum Event

Die CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2013 spannt einen weiten Bogen von Infrastruktur-Konzepten über Cloud-Modelle bis zu Enduser-Computing und Security. In Fachvorträgen, Workshops und Roundtables werden diese Themen eingehend beleuchtet. Ein bewährtes Element sind einmal mehr die Keynotes, die von hochkarätigen, unabhängigen Referenten gehalten werden. Die Event-Reihe findet an vier Orten statt:

  • 10.09.2013 Darmstadt
  • 12.09.2013 Hamburg
  • 24.09.2013 Düsseldorf
  • 02.10.2013 München

Teilnahmegebühr: 289 Euro (zzgl. MwSt.)

Tipp: Registrieren Sie sich auf IT-BUSINESS.de und zahlen Sie unter Angabe des Codes „ITB-REG“ auf www.cloudcomputing-conference.de nur 149 Euro (zzgl. MwSt.).

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Erschwerend kommt hinzu, dass fast jeder Benutzer ganz individuelle Bedienmuster zeigt und somit die Vergleichbarkeit sehr schwierig wird. Die Ergebnisse solcher aufwändiger Beobachtungen sind somit fast wertlos für Produktmanager und lassen sich nur sehr bedingt für die Verbesserung oder Neuentwicklungen von Produkten nutzen. Und wenn man die Benutzer fragt, wie sie sich eine optimale Anwendung vorstellen, bekommt man selten eine wirklich hilfreiche Antwort, die über individuelle Detailverbesserungen hinausgeht. Die zukünftige Lösung besteht wohl eher in einer benutzerübergreifenden Erkennung von Verhaltensmustern, aus denen sich neue Produktfunktionen und Bedienkonzepte ableiten lassen.

ITB: Woran kann die benutzerübergreifende Erkennung von Verhaltensmustern ansetzen?

Tritsch: Schon heute protokollieren moderne Betriebssysteme, Geschäftsanwendungen und Web-Umgebungen eine große Zahl von Systemereignissen. Das betrifft auch Benutzeraktionen, die manchmal personalisiert und manchmal anonym in eine Vielzahl von Protokolldateien und Systemdatenbanken geschrieben werden. Gerade in Cloud-Rechenzentren mit vielen Benutzern liegen diese Rohdaten noch brach, obwohl aus ihnen interessante Erkenntnisse gewonnen werden könnten.

Klickverhalten, Verweildauer in einer bestimmten Funktionsgruppe, Reihenfolge bei der Nutzung mehrerer Funktionsgruppen und gekoppelter Anwendungen oder zwischenzeitlicher Einsatz von Drittanwendungen sind Beispiele für relevante Aspekte. Dabei steht nicht das Verhalten des Einzelnen im Vordergrund, sondern das Verhalten bestimmter Gruppen. Die Erkennung von präferierten Verhaltensmustern im „Benutzerschwarm“ erlaubt es, sinnvolle und manchmal revolutionäre Änderungen im Bedienkonzept von Anwendungen einzuführen. Zugehörige Analyseprogramme werden immer populärer, lassen sie sich doch zur gezielten Auswertung umfangreicher Logdaten verwenden.

Impressionen vom Vorjahr

VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING Technology Solution Days 2012
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ITB: Können Sie dafür konkrete Beispiele nennen?

Tritsch: Ein Bespiel für den Einsatz solcher Techniken ist die Anordnung der Klickelemente im Menüband von Microsoft Office, dem „Ribbon“. Das Design orientiert sich strikt an den statistischen Erhebungen über die Verwendung von Office-Funktionen durch zahlreiche Benutzer, die Microsoft Zugriff auf ihr Klickverhalten gestatteten. Als Konsequenz wurde das Bedienkonzept von Office 2007 radikal verändert, was bei der Einführung zu kontroversen Reaktionen führte. Die aktuelle Akzeptanzrate zeigt jedoch, dass die Änderung äußerst erfolgreich war.

Ohne das Hilfsmittel zur Mustererkennung hätten höchstwahrscheinlich weder Produktarchitekten noch User-Interface-Designer die Anordnung der Interaktionselemente so gewählt. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass die sinnvolle Auswahl von Funktionen und das Design der grafischen Benutzerschnittstelle von entsprechend mutigen Produktherstellern verantwortet werden muss. Die Analyse von Mustern ist kein Garant für den Erfolg, sie kann aber den Bedienkomfort von Anwendungen Schritt für Schritt verbessern helfen.

Lesen Sie, warum sich Cloud-Services in den kommenden Jahren durchsetzen werden.

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