Computacenter-Chef Tuszik zum Consulting-Geschäft „Wir schauen uns zunehmend die Geschäftsprozesse der Kunden an“

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Michael Hase / Michael Hase

Der IT-Dienstleister Computacenter hat im vergangenen Jahr 50 neue Berater eingestellt und damit das Consultting-Team auf 450 Mitarbeiter aufgestockt. Oliver Tuszik, CEO von Computacenter Deutschland, erläutert im Gespräch mit IT-BUSINESS die Gründe dafür.

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Computacenter-Chef Oliver Tuszik setzt auf Berater, die etwas vom Kerngeschäft der Kunden verstehen.
Computacenter-Chef Oliver Tuszik setzt auf Berater, die etwas vom Kerngeschäft der Kunden verstehen.
(Computacenter)

ITB: Computacenter hat 2012 die Anzahl der Berater durch Neueinstellungen um 12,5 Prozent erhöht, während die Belegschaft insgesamt „nur“ um 6,4 Prozent gewachsen ist. Auf welchen Markttrend reagieren Sie mit dem Ausbau des Consulting-Teams?

Tuszik: Klassische Infrastrukturthemen sind Standard geworden und viele Unternehmen haben diese weitestgehend an Dienstleister ausgelagert. Die IT-Abteilungen unserer Kunden fokussieren heute sehr stark auf Mehrwertthemen, die das Geschäft ihres Unternehmens unterstützen. Da sie häufig aber die entsprechenden Experten nicht im Haus haben, greifen sie auf externe Unterstützung zurück. Das gilt natürlich auch für aktuelle Themen wie Cloud Computing, Big Data, Mobility oder Bring Your Own. Zusätzlichen Bedarf an hochqualifizierten Beratern liefern die gesteigerten Anforderungen an die Security – heute gibt es kein Projekt, das nicht in irgendeiner Form sicherheitsrelevante Komponenten umfasst.

ITB: Wird sich der Trend in diesem Jahr fortsetzen, und werden Sie auch künftig weitere Consultants rekrutieren oder selbst ausbilden?

Tuszik: Absolut. Der Kosten- und Mehrwertdruck auf die IT-Abteilungen bleibt bestehen und Cloud Computing, Big Data sowie Mobility werden uns auch in der Zukunft begleiten. Unsere Kunden werden daher weiterhin Beratungsleistungen nachfragen, und wir werden auch künftig gute Consultants benötigen. Deshalb bilden wir Hochschulabsolventen in Trainee-Programmen aus – das nächste startet am 1. April.

ITB: Unlängst haben Sie gesagt, ein IT-Dienstleister könne einem Kunden die Infrastruktur nicht mehr „nackt und allein“ liefern, sondern er müsse sich auch mit dessen Geschäftprozessen befassen. Dringt Computacenter in den Bereich der klassischen Unternehmens- und Strategieberatungen ein?

Tuszik: Unser Fokus liegt eindeutig auf der IT und den IT-nahen Prozessen. Teil unserer Aufgaben beim Kunden ist zunehmend aber auch, dass wir uns die Geschäftsprozesse anschauen. Diese sind Alleinstellungsmerkmale eines Unternehmens. Nur, wenn die Prozesse individuell auf die jeweiligen Anforderungen ausgerichtet sind, können einzigartige Produkte und Services entstehen, die die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sicherstellen. Folglich muss die IT die Unterstützung der individuellen Geschäftsprozesse gewährleisten. Wer heute mit dem Kunden über Business Intelligence oder Big Data spricht, muss auch etwas von dessen Kerngeschäft verstehen. Für uns ist essenziell, dass wir das Know-how in den Gesprächen und natürlich auch in den Projekten aktiv einbringen können. Aber klassische Unternehmens- und Strategieberatung, wie sie Boston Consulting oder Roland Berger anbieten, werden wir auf absehbare Zeit nicht machen.

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